SAINT PAUL, MN - SEPTEMBER 16: Minnesota Wild forward prospect Marco Rossi 23 turns up ice during Minnesota Wild Development Camp at TRIA Rink in St. Paul, MN September 16, 2021.Photo by Nick Wosika/Icon Sportswire NHL, Eishockey Herren, USA SEP 16 Wild Development Camp Icon2021091601

NHL-Saisonvorschau Teil 2: Central Division

von Mathias Blaas

Am 12. Oktober ist es soweit: Die National Hockey League startet in die neue Saison. Rund 300 Spiele der besten Eishockey-Liga der Welt werden live auf Sky zu sehen sein.

Wenige Tage vor Beginn der Saison stellt Sky-Redakteur Mathias Blaas alle 32 NHL-Teams etwas genauer vor: Im zweiten Teil werden die acht Franchises der Central Divison unter die Lupe genommen.

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Arizona Coyotes: Die ferne Zukunft

Den Arizona Coyotes stehen harte Zeiten bevor: Der Ex-Klub von Michael Grabner (2018-2020) hat im Sommer 2021 die meisten Leistungsträger abgegeben und setzt alles auf die Zukunft. Mit Kapitän Oliver Ekman-Larsson verließ ein Aushängeschild vor wenigen Monaten das Franchise, auch Angreifer Conor Garland und Goalie Darcy Kuemper sind nicht mehr da. Die „Yotes“ haben sich im Gegenzug bereits zahlreiche Draft-Picks für die kommenden Jahre gesichert, mit einer Playoff-Teilnahme ist vorerst nicht zu rechnen.

Verteidiger Jakob Chychrun. Bild: Imago

Chicago Blackhawks: Patrick Kane

Zu den NHL-Teams, die schwer einzuschätzen sind, gehören die Chicago Blackhawks. Die Champions von 2010, 2013 und 2015 haben in den letzten Jahren definitiv einen Abwärtstrend erlebt, regelmäßige Playoff-Teilnahmen gehören der Vergangenheit an. Dennoch hat das Franchise im Sommer viele Veränderungen vorgenommen: Abwehrchef Duncan Keith verließ den Klub nach mehr als 15 Jahren, für ihn wurde Seth Jones verpflichtet und mit einem Mega-Vertrag ausgestattet. Auf der Torwartposition wurde mit Marc-Andre Fleury ein Routinier geholt, der dem Team Stabilität geben soll. Außerdem haben die Blackhawks einen Superstar in ihren Reihen, der Spiele im Alleingang entscheiden kann: Patrick Kane. Der mittlerweile 32-jährige Flügelstürmer war trotz der Misserfolge in den vergangenen Jahren immer zuverlässig und ist auch heute noch ein Top-10 Spieler in der Liga.

Patrick Kane und Jonathan Toews. Bild: Imago

Colorado Avalanche: Nathan MacKinnon & Cale Makar

Bei vielen Buchmachern sind die Colorado Avalanche zum zweiten Mal in Folge der Favorit auf den Stanley-Cup-Gewinn. Das Franchise aus Denver hat sich in den letzten Jahren zu einem Topteam entwickelt, trotzdem schaffte es die Startruppe aus Colorado noch nicht über die zweite Playoff-Runde hinaus. Abwehrtalent Cale Makar zählt mit 22 Jahren bereits zu den besten Verteidigern der Liga, Nathan MacKinnon ist einer der besten Stürmer der Welt. Mit Gabriel Landeskog, Mikko Rantanen, Bowen Byram, Samuel Girard und Co. verfügt das Team weitere Topspieler, Tormann Darcy Kuemper soll den Abgang von Philipp Grubauer kompensieren. Die Avalanche haben ohne Zweifel den besten Kader der Central Division, doch auch in dieser Saison wird die Mannschaft an ihrer Playoff-Performance gemessen.

Nathan MacKinnon und Cale Makar. Bild: Imago

Dallas Stars: Michael Raffl

Der Kärntner Michael Raffl ist seit dieser Saison ein Mitglied der Dallas Stars. Der 32-Jährige spielte zwischen 2013 und 2021 bei den Philadelphia Flyers, dann für einige Monate bei den Washington Capitals. Nun spielt Raffl erstmals in der Western Conference. Die Stars erreichten 2019/2020 das Stanley-Cup-Finale, mussten sich aber den Tampa Bay Lightning geschlagen geben. Dieser Erfolgslauf war durchaus eine Überraschung, zudem fielen die Texaner in der vergangenen Spielzeit wieder aus den Playoff-Rängen. Star-Center Tyler Seguin ist zur neuen Saison wieder fit, er soll das routinierte Team (Durchschnittsalter über 30) wieder in die Erfolgsspur führen. Dass Michael Raffl in Dallas eine wichtige Rolle einnimmt, darf bezweifelt werden.

Michael Raffl im Trikot der Philadelphia Flyers. Bild: Imago

Minnesota Wild: Kirill Kaprizov & (hoffentlich) Marco Rossi

Marco Rossi ist die große Eishockey-Hoffnung Österreichs. Der 20-jährige Vorarlberger wurde beim NHL-Draft 2020 an neunter Stelle von den Minnesota Wild gedrafted – das ist die höchste Platzierung eines Österreichers seit Thomas Vanek im Jahr 2003 an fünfter Stelle von den Buffalo Sabres ausgewählt wurde. In der vergangenen Spielzeit schaffte es Rossi – auch wegen einer langwierigen Verletzung – nicht in den Kader der Wild. Minnesota spielte ohne Rossi eine sehr gute Saison und schaffte den Playoff-Einzug, in der ersten Runde musste man sich den haushoch-favorisierten Vegas Golden Knights nur knapp geschlagen geben. Nachdem Minnesota über Jahre hinweg als mäßig-erfolgreiches Franchise bekannt war, stieß im Sommer 2020 ein hochkarätiges Talent zum Team: Kirill Kaprizov. Der russische Flügelstürmer verbesserte das Offensivspiel der Wild praktisch im Alleingang, zusammen mit Rossi könnte er die Zukunft Minnesotas entscheidend beeinflussen. Ob es Rossi in dieser Saison in das Line-Up von Minnesota schafft, darf Stand jetzt bezweifelt werden. In den Pre-Season-Games durfte der Center nicht an der Seite von Kaprizov und Co., sondern eher mit AHL-Cracks spielen.

Marco Rossi bereitet sich in Minnesota auf die Saison 2021/22 vor. Bild: Imago

Nashville Predators: Roman Josi

Mit Marco Rossi hat Österreich ein heranwachsendes Talent – die Schweiz hat mit Roman Josi bereits einen absoluten Superstar. Der 31-jährige wurde nach der Saison 2019/2020 zum besten Verteidiger der NHL gewählt und ist seit Jahren das Aushängeschild der Nashville Predators. Dennoch befindet sich das Franchise aus Tennessee eher im Abwärtstrend: 2017 erreichten die Predators, etwas überraschend, das Stanley-Cup-Finale. Seitdem wurden viele Spieler verpflichtet, die großteils hinter den Erwartungen zurückblieben. Mit Pekka Rinne beendete außerdem eine Torwart-Ikone der Predators seine Karriere. Das Thema Playoffs sollte in Nashville eher vorsichtig in den Mund genommen werden.

Roman Josi. Bild: Imago

St. Louis Blues: Ryan O’Reilly

Bei den St. Louis Blues ist die große Euphorie zwei Jahre nach dem ersten Stanley-Cup-Gewinn in der Geschichte des Franchises etwas abgeflacht. Obwohl das Team viele Helden von 2019 im Kader hat, waren die letzten beiden Playoff-Teilnahmen eher enttäuschend. Goalie Jordan Binnington war nicht immer ein sicherer Rückhalt für die Blues, außerdem geht dem Team der langjährige Kapitän und Abwehrchef Alex Pietrangelo ab, der das Franchise im Sommer 2020 verließ. Der Star der Mannschaft ist indes Ryan O‘Reilly, der Center ist einer der besten Zwei-Weg-Angreifer der NHL. Beim Stanley-Cup-Sieg 2019 wurde er außerdem zum besten Spieler der Playoffs ausgezeichnet. In der Saison 2021/22 sollte mit die Blues zu rechnen sein, wenn einige Spieler zu alter Stärke zurückfinden.

Ryan O’Reilly. Bild: Imago

Winnipeg Jets: Die Offensivpower und Connor Hellebuyck

Die Winnipeg Jets beendeten die vergangene Saison in einer turbulenten Art und Weise: In der ersten Playoff-Runde überrollten die Jets die Edmonton Oilers um Superstar Connor McDavid, in der zweiten Runde unterlag man den Montreal Canadiens sang- und klanglos in vier Spielen. Im Sommer wurde der Kader kaum verändert, das Franchise vertraut der Offensiv-Achse um Mark Scheifele, Blake Wheeler, Kyle Connor und Co. In den vergangenen Jahren haben sich die Kanadier als Playoff-Team etabliert, der große Coup gelang den Jets bislang nicht. Die Achillesferse der Mannschaft ist die Verteidigung, seit dem Karriereende von Dustin Byfuglien vor zwei Jahren suchen die Jets nach einem Topspieler in der Abwehr. Dennoch sollen Star-Goalie Connor Hellebuyck und die starke Offensive den Traum vom ersten Stanley Cup verwirklichen.

Connor Hellebuyck und Mark Scheifele. Bild: Imago

NHL-Saisonvorschau Teil 1: Pacific Division

Bild: Imago