„Nicht gut genug“ – Austria Wien mit magerer Bilanz in Pause

Nur zwei Siege und sieben Punkte aus sieben Spielen: Die Wiener Austria geht nach dem 2:2 beim GAK mit einer mageren Bundesliga-Bilanz in die dreiwöchige Länderspielpause.

„Wir haben uns in einer Gruppe rund um den Strich positioniert, jetzt gilt es in den nächsten Wochen daran zu arbeiten, dass wir den richtigen Weg finden“, sagte Austria-Trainer Stephan Helm im Sky-Interview. Mit Kritik sieht er sich konfrontiert, ganz im Gegenteil zu GAK-Coach Gerald Scheiblehner.

Mit Bauchweh konnten die Wiener nach zweimaligem Rückstand dank Toren von Manfred Fischer (45.) und Lee Kang-hee (81.) zumindest die fünfte Saisonniederlage abwenden. „Der Start war sehr, sehr turbulent, bist du wahnsinnig. Ich hoffe mir, dass es so nicht weitergeht, weil dann werden wir da hinten Probleme haben“, sagte Fischer. In der Länderspielpause heiße es trainieren bis zum Gehtnichtmehr. „Stand jetzt ist das nicht gut genug, zu wenig. Das kann nicht sein, wir müssen uns verbessern“, forderte der Mittelfeldspieler. Das in der Defensive als auch Offensive.

„Das kann es nicht sein!“ – Fischer hadert nach Remis

Austria: Zweitmeiste Gegentore und nur sieben Tore

13 Gegentore sind nach dem GAK (16) die zweitmeisten, vorne gelangen erst sieben Treffer. Auch in Graz waren herausgespielte Topchancen Mangelware. „Wenn du vorne in Situationen kommst, muss der letzte Kontakt sitzen, das ist uns oft nicht gelungen“, meinte Helm. Der seit Juli 2024 amtierende 43-Jährige war aber auch bedacht, Positives hervorzustreichen. „Wir waren zweimal hinten, es war eine Mentalitätsleistung.“

Allgemein habe man in einer brutal intensiven ersten Saisonphase gute Momente, aber auch schnell große Herausforderungen gehabt. „Es zeichnet uns aus, dass wir immer wieder zurückkommen“, betonte Helm. Trotzdem überwiegt die Enttäuschung, dass nach dem souveränen Cup-Aufstieg und Last-Minute-2:1 gegen Lustenau nicht nachgelegt werden konnte, nach einem „zerfahrenen Spiel“ nur ein „gerechtes Unentschieden“ herausschaute.

Helm nach Remis beim GAK: „Müssen das akzeptieren“

GAK mit „Schritt in richtige Richtung“

Die Grazer konnten mit dem Punkt besser leben, auch wenn sie chancentechnisch näher am Siegtreffer dran waren. Wie beim 0:0 gegen den WAC bei der Scheiblehner-Premiere wäre mehr möglich gewesen. „Ein 2:2 zu Hause gegen die Austria als GAK ist glaube ich ein großer Schritt in die richtige Richtung. Das nehmen wir mit“, erläuterte GAK-Kapitän Peter Michorl. Auch sein Trainer zeigte sich sehr zufrieden mit dem Spiel und der Leistung. „Den Punkt nehmen wir gerne mit“, betonte der 49-Jährige.

Unter seiner Führung gab es noch keine Niederlage, fünf Punkte aus drei Ligapartien können sich sehen lassen. „Das meiste hat die Mannschaft bewirkt, weil sie im Training unglaublich mitzieht. Der größte Hebel war die Energie der Mannschaft, dass alle Gas geben und mutig spielen“, meinte der GAK-Coach. Innerhalb kurzer Zeit sei ein Team entstanden, die zuvor vorhandene Negativität im Verein habe man abschütteln können.

Grazer 2026 in Liga zu Hause ungeschlagen

Scheiblehner hat also die richtigen Hebel in Bewegung gesetzt. „Er bringt eine super Energie rein, es ist Gott sei Dank schnell gegangen, dass wir seinen Plan verstehen, es funktioniert sehr gut“, schilderte 1:0-Torschütze Alexander Hofleitner. Fortgesetzt wurde eine imposante Serie, haben die Grazer doch zu Hause in diesem Jahr in der Liga in zehn Partien nie verloren.

Im Gegensatz zu den Grazern zeigt das Formbarometer bei Altach in die entgegengesetzte Richtung. Der Cupfinalist der Vorsaison kassierte mit dem 0:2 im Vorarlberg-Derby bei Austria Lustenau die fünfte Liga-Niederlage in Folge, hält nach sieben Runden nur bei drei Punkten und ist Schlusslicht. Sportdirektor Philipp Netzer sprach dennoch eine Jobgarantie für Coach Ognjen Zaric aus. „Er wird definitiv auch nach der Länderspielpause unser Trainer sein. Wir haben einen gemeinsamen Weg gestartet und wissen, dass auch schwierige Phasen kommen können“, sagte Netzer.

Altachs Zaric spürt „komplette Rückendeckung“

Zaric spürt laut eigenen Angaben im Verein „komplette Rückendeckung. Es ist mir auch diese Woche immer wieder bestätigt worden, dass wir den Weg gemeinsam gehen wollen und dass es ein langfristiger Weg ist, geprägt von Kontinuität“, erklärte der 37-Jährige und gab Durchhalteparolen aus. „Wir müssen jetzt die Köpfe zusammenstecken und schauen, wie wir aus der Mannschaft das Maximum herausholen können.“

Aufsteiger Lustenau hat bisher wie der GAK acht Zähler ergattert. Trainer Markus Mader hätte sich dennoch eine etwas bessere Ausbeute erhofft. „Wir liegen zwei Punkte hinter unserem Soll. Aber wir sind wieder auf Kurs“, resümierte der 58-Jährige.

Werbung