RIED,AUSTRIA,08.SEP.20 - SOCCER - UEFA Under-21 European Championship qualification, OEFB international match, Austria vs England. Image shows Hannes Wolf (AUT). Photo: GEPA pictures/ Manfred Binder

“Bitterste Niederlage”: ÖFB-U21 verspielt wohl EM-Chance

via Sky Sport Austria

Die U21-EM im Jahr 2021 wird aller Voraussicht nach ohne österreichische Beteiligung über die Bühne gehen. Die ÖFB-Auswahl musste sich am Freitag in Samsun der Türkei nach 1:0-Führung noch mit 2:3 geschlagen geben und kassierte damit schon die vierte Niederlage im neunten Spiel der Gruppe 3. Die Truppe von Teamchef Werner Gregoritsch ist zwar vor der letzten Partie weiter Zweiter, wird allerdings mit ihrer Punktebilanz am Ende nicht unter den besten fünf Gruppenzweiten sein.

Die holen neben den Poolsiegern ein Ticket für die zweigeteilte Endrunde im kommenden Jahr in Ungarn und Slowenien. Zum Sargnagel des ÖFB-Teams wurde Halil Dervisoglu. Der 20-jährige Twente-Enschede-Stürmer erzielte alle drei Treffer (64., 81., 92.) der Türken. Für Österreich war der Führungstreffer von Kelvin Arase (36.), sein erstes Tor im U21-Dress, sowie ein direkt verwandelter Freistoß von Deutschland-Legionär Hannes Wolf zum zwischenzeitlichen 2:2 (90.) zu wenig. Das abschließende Duell mit Schlusslicht Andorra am Dienstag (20.25 Uhr) in Ried hat somit nicht mehr den erhofften “Endspiel-Charakter”.

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Die Gäste hatten in der ersten Hälfte deutlich mehr vom Spiel, Topchancen blieben aber Mangelware, da oftmals der letzte Pass nicht ankam oder Aktionen nicht richtig zu Ende gespielt wurden. Einmal durfte aber schon gejubelt werden, dank tatkräftiger türkischer Mithilfe. Ridvan Yilmaz verlor den Ball knapp außerhalb des Strafraums, Arase reagierte schnell, schnappte sich das Leder und schloss mit dem “Spitz” ins Eck ab.

Auch nach dem Seitenwechsel deutete vorerst vieles auf den zweiten ÖFB-1:0-Erfolg nach jenem im Kosovo hin. Nach einer Stunde übernahmen allerdings die Hausherren klar das Kommando und bereiteten Kevin Danso und Co. große Probleme. Goalie Fabian Ehmann konnte den Ausgleich mit einer Glanzparade bei einem Schuss von Bünyamin Balci gerade noch verhindern (63.). Mit dem folgenden Corner wurde das 1:1 aber eingeleitet. Ehmann konnte einen Yalcin-Abschluss nur unglücklich abwehren und Dervisoglu staubte vom Fünfer ins leere Tor ab.

Auch wenn Christoph Klarer (78.) per Kopf gefährlich wurde, fiel auch das nächste Tor auf der anderen Seite. Manuel Thurnwald und Klarer hatten Dervisoglu nicht im Griff und der traf überlegt ins lange Eck. In einer packenden Schlussphase vergab “Joker” Patrick Schmidt (87.) zuerst das 2:2, das Wolf dann via Innenstange verwandeltem Freistoß aus fast 20 Metern gelang. Da auch ein Remis wohl für eine EM-Teilnahme zu wenig gewesen wäre, versuchten die Österreicher noch einmal alles. Das Tor erzielten aber die Türken. Dervisoglu krönte eine Traum-Vorstellung mit seinem dritten Treffer.

“Bitterste Niederlage” für Gregoritsch

ÖFB-Teamchef Werner Gregoritsch sprach nach dem 2:3 in Samsun von “meiner bittersten Niederlage als Trainer”. Im Gegensatz zu 2019 ist man 2021 bei der EM-Endrunde nur Zuschauer. “Es hat sich gezeigt, dass es nicht reicht, eine Generation an guten Fußballern zu haben. Es gehören viele Kleinigkeiten dazu, denn der Fußball ist nicht vorhersehbar und bringt immer wieder Überraschungen”, meinte der 62-jährige Steirer.

Seinen Kickern wollte der ÖFB-Coach aber keinen Vorwurf machen. “Sie waren das bessere Team, haben alles gegeben und sich viele Möglichkeiten erspielt. Was gefehlt hat, war die Effizienz und die ist bei so einem Spiel mitentscheidend”, analysierte Gregoritsch.

Darüber ärgerte sich auch Defensivspieler Kevin Danso. “Wir haben alles reingeworfen, waren vor allem in der ersten Halbzeit sehr dominant und hätten höher führen müssen. Nach der Pause sind wir für Nachlässigkeiten bitter bestraft worden”, sagte der 22-jährige Düsseldorf-Kicker. Es tue ihm sehr leid für die Jungs. “Ich war schon bei einer U21-EURO und weiß, was es für ein tolles Erlebnis ist. Wir haben leider unsere Ziele nicht erreicht.”

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(APA)

Bild: GEPA