„Noch in Entwicklungsphase“: WSG bleibt trotz Gala in Lustenau demütig

Die WSG Tirol hat mit einem 4:0 bei Austria Lustenau ein Ausrufezeichen gesetzt und den Tabellenkeller verlassen. Trainer Philipp Semlic war nach dem höchsten Bundesliga-Erfolg seiner Ära am Freitag aber um Bodenhaftung bemüht.

Der WSG-Coach betonte den Entwicklungsprozess, in dem sich sein völlig neu zusammengestelltes Team noch befinde. Mit Moritz Oswald überzeugte im „Ländle“ eine neue Rapid-Leihgabe. Weiteres neues Personal könnte bis Transferschluss am Donnerstag folgen.

Überbewerten wollte Semlic den Kantersieg in Lustenau nicht. „Da will ich schon die Kirche im Dorf lassen. Es war eine gute Leistung, aber du bekommst dafür auch nur drei Punkte“, betonte der Steirer auf Sky. „Und es geht auch schon wieder weiter, weil es steht eine englische Runde an.“ Im Nachtragsspiel am Mittwoch (18.30 Uhr) gastieren die Wattener bei der Wiener Austria. Den Makel des einzigen Teams, das in dieser Saison noch keinen Dreipunkter geholt hat, sind sie davor bereits los.

„Wir müssen wissen, wer wir sind“

„Wir sind aber noch in der Entwicklungsphase, in der wir die Adaption der Spielanlage vom letzten Jahr weiterentwickeln wollen, und das braucht Zeit“, erklärte Semlic. „Wir haben viele neue Spieler. Wir müssen wissen, wer wir sind und wo wir hinwollen.“ Der WSG-Trainer lobte nach sieben Gegentoren in den ersten drei Runden vor allem das Spiel gegen den Ball. Den Analyseprozess will er weiter vorantreiben. „Es ist in diesem Jahr extrem wichtig, dass wir diese Schritte machen. Und die werden wir machen.“

Zwei Kaderplätze sind bei der WSG noch offen. Oswald, in der Vorsaison bereits von Rapid an den Ligarivalen Altach verliehen, war erst am Montag zum Team gestoßen, gefiel bei seinem Debüt aber als Linksverteidiger, der sich im Zentrum auch in den Spielaufbau einschaltete. Er spüre das Vertrauen von allen Seiten, erklärte der 24-Jährige. „Das ist für junge Spieler sehr wichtig, um den nächsten Schritt zu machen.“ In Wien gelte es nun, dieselbe Intensität auf den Platz zu bringen wie in Lustenau. „Wir müssen versuchen mit dem Ball Chancen zu kreieren, einfach mutig auftreten. Das ist ganz wichtig“, meinte Oswald.

Lustenau gesteht sich Fehler zu

Die Lustenauer bestreiten ihr nächstes Ligaspiel ebenfalls bei der Wiener Austria – allerdings erst in zwei Wochen. Davor wartet im Cup noch ein Gastspiel beim Regionalligisten SV Lafnitz. Den Rückschlag will Trainer Markus Mader sauber verarbeiten. „Aus Niederlagen lernst du am meisten“, betonte der zweimalige Aufstiegscoach. „Wir werden schauen, wo wir den Hebel ansetzen, damit wir nicht mehr in so eine Schlappe geraten.“

Sein Team hatte davor mit einem 2:1-Heimsieg gegen den WAC und einem 1:1 bei Vizemeister Sturm Graz, bei dem sogar mehr als ein Punkt möglich gewesen wäre, überzeugt. „Es war auch da nicht alles super, wir hatten das Momentum auf unserer Seite“, erinnerte Mader. „Es wäre ein Wahnsinn, wenn nach fünf Runden schon alles tadellos funktionieren würde.“ Seine junge Mannschaft werde Fehler machen und müsse diese auch machen. „Dann wird sie sich entwickeln.“

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