ÖEHV-Team startet mit zwei Schlüsselspielen in die WM

Österreichs Eishockeyteam muss bei der WM in der Schweiz gleich am ersten Wochenende liefern.

Die Spiele gegen Aufsteiger Großbritannien am Samstag (12.20 Uhr) und Ungarn am Sonntag (16.20 Uhr) in Zürich sind für das ÖEHV-Team wegweisend im Kampf um den Klassenerhalt. Mit zwei Siegen gegen die direkten Konkurrenten würden sich die Österreicher praktisch aller Abstiegssorgen entledigen und könnten danach ohne großen Druck die großen Nationen fordern.

Erstmals seit Einführung des aktuellen Modus mit zwei Achter-Gruppen im Jahr 2012 stehen die entscheidenden Spiele um den Verbleib in der A-WM am Anfang an. Man müsse den Auftakt „gleich behandeln wie ein Spiel sieben“, also wie ein Entscheidungsspiel im Play-off. „Wir müssen Shift für Shift hart arbeiten“, sagte Mario Huber. Mit einer intensiven Vorbereitung hat man sich darauf eingestellt, die Generalprobe gegen Slowenien (4:1) hat zusätzlich Selbstvertrauen gebracht und mit Vinzenz Rohrer ist kurzfristig noch Verstärkung aus Nordamerika gekommen. „Das erste Ziel ist der Klassenerhalt, was mit den ersten zwei Spielen möglich ist. Aber wir gehen von Spiel zu Spiel. Wir müssen cool bleiben, auch wenn wir das erste Spiel verlieren, weil die WM ist kein Sprint, sondern ein kleiner Marathon“, sagte Verteidiger und Schweiz-Legionär Bernd Wolf.

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Kein Blick zurück

Im vergangenen Jahr wurde der kleine Marathon sensationell erst im Viertelfinale gestoppt, so weit will man aber vor dem Turnierstart nicht vorträumen. „Alles schöne Lob macht Freude, aber wenn die WM beginnt, beginnt alles bei null“, betonte Teamchef Roger Bader. Mit derselben Einstellung geht auch Peter Schneider ins Turnier. „Das österreichische Eishockey hat in den letzten Jahren eine sehr gute Entwicklung hingelegt. Aber die WM fängt wieder bei null an, egal, was wir in den letzten Jahren erreicht haben. Wenn man zu weit voraus denkt, kann es schnell schiefgehen“, sagte der neue Kapitän, der sich auf ein intensives Wochenende einstellt. „Es wird ein Dogfight werden, wir werden wahnsinnig hart kämpfen müssen, um diese Spiele zu gewinnen.“

Viele hochkarätige Absagen sind heuer eingetrudelt, Bader hat daher im Sturm auch fünf WM-Debütanten in seine Heimatstadt mitgenommen. Ein seit Jahren eingespieltes Spielsystem und ein funktionierendes Kollektiv sollen zum Erfolg führen. „Das Allerwichtigste ist der Teamzusammenhalt, dass wir füreinander spielen, dass jeder die Drecksarbeit macht“, erklärte Schneider.

ÖEHV-Team vorgewarnt

Denn auch wenn das ÖEHV-Team zweimal leichter Favorit ist, ist man vorgewarnt. Gegen die Briten verspielten die Österreicher bei der WM 2024 mit einem 2:4 den Viertelfinaleinzug, 2022 schafften sie im Entscheidungsspiel um den Klassenerhalt erst nach einem Comeback im Schlussdrittel einen 5:3-Sieg. Auch gegen Ungarn gelang 2023 der Klassenerhalt nur denkbar knapp dank eines 4:3-Erfolgs nach Penaltyschießen. „Es wird viel über den Kampf gehen müssen. Zweimal sind wir gegen die zwei Mannschaften fast abgestiegen, es war extrem knapp. Sie spielen extrem hart, sie werden uns auch provozieren, was nicht passieren darf“, sagte Wolf.

Angeführt werden die Briten von Liam Kirk. Der 26-jährige Stürmer war mit 32 Treffern für die Eisbären Berlin bester Torschütze in der DEL. Bestens bekannt sind die Ungarn, rund die Hälfte des Teams kommt von den ICE-Vereinen Fehervar und Ferencvaros. Dabei ist auch das 17-jährige Top-Talent Doman Szongoth.

Österreichs Team hat seit der erstmaligen Teilnahme an der A-WM 1993 nur zweimal ein Auftaktspiel für sich entschieden: 2004 mit 6:0 gegen Frankreich und 2015 mit 4:3 nach Penaltyschießen gegen die Schweiz – jeweils in Prag.

(APA) / Bild: GEPA