ÖFB-Cup: Vor der Champions League in die Provinz

Die zweite Runde im ÖFB-Cup steht am Wochenende vor der Tür. Alle Bundesliga-Starter sind noch dabei. In der zweiten Runde treffen alle noch einmal auf Vereine aus dem österreichischen Unterhaus. Für diese hat solch eine Begegnung nicht nur sportlich einen hohen Stellenwert.

In Deutschlandsberg beispielsweise wird schon seit einer Woche an vielen Schrauben gedreht. Der Verein aus der Regionalliga Süd warf in der ersten Runde Zweitligist Amstetten nach Elfmeterschießen aus dem Bewerb und empfängt nun den Doublesieger und frischgebackenen CL-Starter LASK. Gespielt wird in der südweststeirischen Bezirksstadt am Samstag um 15:30 Uhr. Die Linzer sind klarer Favorit und müssen vor der Reise nach Athen noch den Zwischenstopp in der Steiermark einlegen.

Kühbauer legt Fokus auf ÖFB-Cup

Double-Trainer Didi Kühbauer beschäftigt sich aber vorerst mit dem Cup. „Im ÖFB-Cup haben wir Deutschlandsberg. Das ist ein Cup, wo man wieder was gewinnen kann“, betonte Kühbauer gegenüber der APA. Auch bei ÖFB-Stürmer Sasa Kalajdzic ist der Erfolgstrainer noch vorsichtig.

Kalajdzic wurde in seiner Karriere schon von drei Kreuzbandrissen zurückgeworfen. „Er ist im Training, aber er hat kaum Spiele gehabt“, erinnerte Kühbauer. „Wir müssen vorsichtig sein und müssen genau schauen, dass wir ihn so hinbringen, dass er wieder seine Stärke für uns ausspielen kann.“

LASK-Coach Kühbauer ist vor dem Champions-League-Auftakt vorsichtig. Photo: GEPA pictures/ Matthias Trinkl

Alle packen für ein Fußballfest an

Beim steirischen Regionalligisten Deutschlandsberger SC laufen die Vorbereitungen inzwischen auf Hochtouren. „Sportlich sind die Rollen klar verteilt, es kommt die momentan beste österreichische Mannschaft zu uns“, sagt der sportliche Leiter von Deutschlandsberg, Andreas Kohlberger. „Wenn wir eine klitzekleine Möglichkeit haben sollten, müssen wir eiskalt da sein, dann hat der Cup bekanntlich wieder seine eigenen Gesetze.“

Neben dem sportlichen Highlight ist für einen Amateurverein aber auch organisatorisch einiges zu stemmen. Dies reicht von behördlichen Genehmigungen bis hin zum Kantinenpersonal. DSC-Obmann Patrick Muchitsch ist seit einigen Tagen im Dauereinsatz: „Wir wollen in Deutschlandsberg ein Fußballfest feiern und dafür zählt die Unterstützung von jeder einzelnen Person. Das geht vom Sportchef bis hin zum Platzwart.“ So bat etwa der Jugendleiter des Regionalligisten die anderen Unterhausvereine im Bezirk Deutschlandsberg, ihre für diesen Samstag angesetzten Ligaspiele zu verschieben. Alle Klubs kamen dem nach und erkundigten sich gleich nach Karten für das ÖFB-Cup-Match.

Der Obmann des Regionalligisten Deutschlandsberg freut sich auf den Besuch des Doublesiegers. Foto: Sky/Neumayer

Freiwillige Helfer machen Spiel möglich

Ohne freiwillige Helfer wäre so ein Spiel im eigenen Stadion für einen Amateurklub nicht bewältigbar. „Wir haben allein schon für die gastronomische Verpflegung fast 50 Leute im Einsatz. Dazu kommt noch die Zusammenarbeit mit Behörden und den Einsatzorganisationen. Diese verlief bisher sehr gut und dafür sind wir dankbar“, erzählt der Obmann.

Ein Heimspiel gegen einen Bundesligisten ist ebenso wirtschaftlich für einen Unterhausklub von enormer Bedeutung. „Das ist ein Bonusspiel, das man vor einer Saison nicht einkalkulieren kann. Jede verkaufte Eintrittskarte ist ein Plus für uns“, erzählt Muchitsch. In der südwestlichen Steiermark rechnet man mit mehr als 2.000 Zuschauern. Gegenüber der Haupttribüne wurden zusätzliche Stehplätze in Form von Paletten geschaffen. Dort werden sich auch die Fans des LASK einfinden. Mehrere hundert Anhänger haben sich für die Reise in die Steiermark angekündigt. „Auch hier verlief die Kommunikation rund um die Bedürfnisse der LASK-Fans auf Augenhöhe und komplikationslos“, freut sich Muchitsch auf das „Spiel des Jahres“.

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