ÖFB-Legionär Mustapha lehnt Wehrdienst ab – Droht eine Haftstrafe?

Der österreichische Fußballer Marlon Mustapha hat laut einem Bericht der Wiener Zeitung einen Einberufungsbefehl des österreichischen Bundesheers abgelehnt – aus Sorge um seine Karriere. Aktuell steht der 22-Jährige in Deutschland bei Fortuna Düsseldorf unter Vertrag, während in Österreich nach ihm gefahndet wird.

Demnach ist Mustapha Anfang Jänner nicht in der Maria-Theresien-Kaserne in Wien aufgetaucht. Nach mehreren Aufschüben sieht das Bundesheer das Nicht-Erscheinen von Mustapha als Wehrdienstverweigerung an.

Dabei gibt es für Profisportler im Normalfall verschiedene Möglichkeiten, dem Wehrdienst zu entgehen. So verfügt das Bundesheer über zehn Heeressportzentren, in denen erfolgreiche Athleten eine mehrwöchige Grundausbildung absolvieren können und dann zu ihren Mannschaften zurückkönnen. Ein Problem sind allerdings die begrenzten Plätze. Ein weiteres Kriterium: Der Sportler muss in der österreichischen Bundesliga und im Nationalteam kicken. Das trifft auf den jungen Düsseldorf-Angreifer nicht zu.

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ÖFB offenbar in Vermittlerrolle

Mustapha spielt seit seinem 17. Lebensjahr im Ausland. Im Sommer 2018 zog es den Wiener in die Jugend von Mainz 05, anschließend lief er in der Saison 2021/22 leihweise für die Admira auf. 2023 wechselte Mustapha zu Como nach Italien, aktuell ist er nach Düsseldorf in die 2. deutsche Bundesliga verliehen.

Anfang Februar meinte ÖFB-Sportdirektor Peter Schöttel gegenüber der APA, dass der ÖFB mit dem Verteidigungsministerium im Austausch steht, um das Problem zu lösen. „Wir versuchen zu helfen, aber der Sachverhalt ist offensichtlich kompliziert“, so Schöttel. Bei einer Einreise nach Österreich drohen dem Offensivspieler eine Festnahme und in weiterer Folge möglicherweise eine Haftstrafe.

Auch Alaba musste zur Musterung

Wie der Konflikt zwischen Mustapha und dem Bundesheer ausgeht, ist aktuell nicht klar. Andere Profifußballer, zum Beispiel David Alaba, befanden sich in der Vergangenheit bereits in einer vergleichbaren Zwickmühle. Der Real-Star erschien im März 2020 im Alter von 27 Jahren in Innsbruck zur Musterung, legte einige medizinische Tests ab und trat als prominentes Werbegesicht fürs Bundesheer auf. Ein längerer Wehrdienst blieb dem ÖFB-Star allerdings erspart.

Fußball-Star Alaba trat in Innsbruck zur Musterung an

(Red.)

Bild: GEPA