Österreichs Quartett weiter im Rennen um Team-Medaille
Lahti (APA) – Österreichs junges Quartett hat im Teambewerb der Nordischen Kombinierer bei der WM in Lahti am Sonntag nach dem Springen noch alle Chancen auf Edelmetall. Paul Gerstgraser, Bernhard Gruber, Philipp Orter und Mario Seidl liegen nach ihren Sprüngen von der Normalschanze auf dem vierten Rang, 1:05 Minuten hinter dem klaren Gold-Anwärter Deutschland.
Auf Japan und Frankreich, die ex aequo auf Platz zwei rangieren, fehlen dem ÖSV-Team 21 Sekunden, nur zwei weitere Sekunden hinter den Österreichern gehen die Norweger in die 4×5-km-Loipe (14.30 Uhr MEZ).
ÖSV-Cheftrainer Christoph Eugen legte sich bald danach auf die Startreihenfolge fest: Es beginnt Gruber, gefolgt von Seidl, danach startet Orter und WM-Debütant Gerstgraser ist der Schlussläufer.
Gruber war mit seinem 94,5-m-Satz nicht recht zufrieden. „Ich hätte es mir ehrlich gesagt ein bisserl besser vorgestellt, das war nicht der optimale Sprung.“ Gruber erwartete ein schwieriges Langlaufrennen wegen des Schneefalls, der auch schon während des Sprungbewerbs neben doch wechselnden Windbedingungen herrschte. „Aber mit Schneefall sind unsere Wachsler gut aufgestellt“, glaubt Gruber.
Schluss-Springer Mario Seidl war nach seinem 92,5-m-Satz sauer und ließ sich danach auch von seiner Freundin trösten. „Mit meinem Sprung bin ich leider überhaupt nicht zufrieden. Ich habe wieder nicht das zeigen können, was ich drauf habe. Das zipft mich jetzt ein bisserl an“, sagte Seidl, der im Probedurchgang sechs Meter weiter gesprungen war, zur APA – Austria Presse Agentur. „Nichtsdestotrotz, die Ausgangsposition ist noch okay, wir haben starke Läufer im Team.“
Dennoch wäre es ihm lieber gewesen, könnte sein Team mit der Startnummer zwei in die Loipe gehen. „Wenn wir mit den Norwegern zusammenarbeiten, können wir gleich aufschließen“, sprach Seidl die Taktik an, die Österreich rasch an Japan und Frankreich heranführen sollte. „Dann geht es um Platz zwei und drei.“
Die beiden Zimmer- und Trainingskollegen in der Gruppe von Günter Chromecek, Orter und Gerstgraser, gehen als dritter bzw. vierter in die Langlaufspur. „Der Sprung hat sich richtig gut angefühlt, ich habe ganz gut mitgehalten“, sagte Orter nach seinen 93 Metern. Er und Gerstgraser sind starke Läufer. „Es ist nur die Hälfte zu laufen, es gibt weniger Verkehr, da können die anderen nicht so gut mitschwimmen, und die stärkeren Läufer sind sicher im Vorteil“, meinte der Kärntner im Vergleich zum ersten Bewerb. Man habe im Vorbereitungskurs in Oberstdorf aber zwei interne 5-km-Wettkämpfe absolviert, um auf die Teamkonkurrenz eingestellt zu sein.
Gerstgraser hat damit bei seiner WM-Premiere gleich im Team also auch die Ehre, Rot-weiß-Rot als Schlussläufer zu vertreten. „Ich bin erst einmal froh, dass ich jetzt herunten bin“, sagte er nach dem Sprung. „Ich war schon ziemlich nervös, aber der Sprung war ganz okay. Es ist nicht so einfach die WM-Premiere gleich im Teambewerb, aber ich bin bei mir geblieben.“
Das deutsche Quartett, das im ersten Bewerb von der Normalschanze die Ränge eins bis vier belegt hatte, wird wohl einen Start-Ziel-Sieg feiern. Johannes Rydzek, der sich zuvor über den 100-m-Satz mit Eric Frenzel mitgefreut hatte, sah der Entscheidung positiv entgegen. „Cool, dass das Team eine so coole Leistung auf der Schanze abrufen konnte. Das werden extrem harte Kilometer mit dem Neuschnee, aber wenn jeder bei sich bleibt, dann sieht es ganz gut aus.“
Beitragsbild: GEPA