ÖSV-Adler wollen bei WM-Generalprobe in Sapporo überzeugen
Zwei Bewerbe in Sapporo beschließen am Wochenende (7.10 bzw. 3.00 Uhr MEZ) die vor den Weltmeisterschaften angesetzten Weltcup-Skispringen der Männer.
Bei dann im März noch sechs ausstehenden Konkurrenzen kann Daniel Tschofenig in Japan einen wichtigen Schritt in Richtung Gesamtweltcupsieg machen. Der scheinbar einzige verbliebene ernsthafte Konkurrent des Kärntners ist der Salzburger Jan Hörl. Stefan Kraft muss die erfolgreiche Titelverteidigung hingegen wohl abschreiben.
Der Salzburger blieb seit der hinter Tschofenig und Hörl auf Platz drei beendeten Vierschanzen-Tournee in sieben Einzelspringen ohne Podestrang, sein Rückstand auf Tschofenig wuchs auf 564 Punkte an. Bei Hörl sind es 203. Für Kraft wichtiger ist, bei den letzten Wettkämpfen vor der Reise nach Trondheim für die Titelkämpfe wieder besser in Schwung zu kommen. Dabei gibt es nicht nur für ihn die Reisestrapazen zu verdauen, im Wochen-Rhythmus ging es zuletzt von Deutschland nach Lake Placid in die USA, danach nach Japan, ehe die Rückreise nach Europa erfolgen wird.
Die Großschanze in Sapporo ist für Kraft durchaus erfolgversprechend, hat der 31-Jährige in der Olympia-Stadt von 1972 doch fünf seiner 45 Weltcupsiege gefeiert, einen auch im Vorjahr. „Ich werde alles versuchen, mich an einem meiner Lieblingsplätze zu verbessern“, schrieb der Salzburger auf Instagram. Tschofenig blieb in Sapporo bisher ohne Podestplatz, die aktuelle Form spricht aber für ihn. Der 22-Jährige hält bei acht Saisonsiegen, jeweils zweimal gewannen Hörl, der auch achtmal auf Rang zwei gelandet ist, und Kraft.
ÖSV-Sieg im Gesamtweltcup könnte fixiert werden
In Einzel-Bewerben standen die Österreicher in dieser Saison 39 Mal auf dem Podest, womit sie die Bestmarke Japans übertroffen haben. Ist der Nationencup damit quasi gewonnen, könnte in Sapporo auch ein rot-weiß-roter Gesamtsieg im Einzel-Weltcup fixiert werden. Reist Tschofenig mit zumindest 601 Zählern Vorsprung vor dem ersten Nicht-Österreicher wieder ab, wäre der ÖSV-Erfolg bereits sechs Wochen vor dem Saisonende Realität. Aktuell hat der Norweger Johann Andre Forfang als Vierter 629 Punkte Rückstand.
Der mit Saisonende zurücktretende Michael Hayböck hat die Reise nach Sapporo nicht mitgemacht, der Oberösterreicher nutzt die Zeit zur Regeneration für die WM-Bewerbe. Dort wird neben Tschofenig, Hörl und Kraft wohl auch Maximilian Ortner dabei sein. Für den sechsten Platz kann sich am Wochenende der ins Team aufgerückte Manuel Fettner empfehlen, Markus Müller ist in Asien unverändert dabei.
Ikone Kasai kämpft um Hauptbewerb
Den Sprung in den Hauptbewerb will in Japan auch ein prominenter Lokalmatador schaffen. Noriaki Kasai stellt sich mit 52 Jahren der Qualifikation. 578 Weltcup-Starts hat der dreifache Olympia-Medaillengewinner auf dem Buckel – ein Rekord. „Ich hoffe, 600 zu erreichen“, sagte Kasai gegenüber Medienvertretern. In Sapporo hatte er im Dezember 1988 sein Weltcup-Debüt gegeben. In diesem Winter sprang Kasai bisher nur im Continental Cup.
Die Skispringerinnen sind aus Lake Placid nach Ljubno in Slowenien weitergereist, wo am Samstag (11.30) und Sonntag (8.30) gesprungen wird. Anders als die Männer geht es vor den Weltmeisterschaften danach im Weltcup noch weiter, wobei die Österreicherinnen Ende nächster Woche in Hinzenbach in Oberösterreich Heimvorteil haben werden.
(APA)
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