Offensiv zu harmlos: Sturm muss Tabellenspitze räumen
Einen Mann von hoher offensiver Klasse sucht Sturm Graz seit den Abgängen von Mika Biereth und William Böving schon länger vergeblich.
Der im Winter aus Altach gekommene Trainer Sandro Ingolitsch hat die Grazer defensiv stabilisiert – im Offensivspiel ist seine Truppe aber augenscheinlich zahnlos unterwegs. „Mit Ausnahme von Kiteishvili muss man die Torjäger mit der Lupe suchen. Ich weiß nicht, nach welchen Kriterien da gescoutet wurde, das Toreschießen war nicht ganz oben“, sagte Ex-Torjäger und Sky-Experte Marc Janko.
Janko: „Musst die Torjäger mit der Lupe suchen“
„Es ist sehr, sehr schwer. Jeder Gegner kommt hierher, rührt den Beton an und stellt den Mannschaftsbus hinten rein. Und das zu bespielen, ist das Schwierigste auf der Welt. Das stellt uns vor Herausforderungen, die wir aktuell nicht gut genug bewältigen“, sagte Ingolitsch nach dem vierten Remis in Folge. Seit fast 400 Minuten ist Sturm ohne Treffer aus dem Spiel heraus. Die Stürmer Seedy Jatta, Maurice Malone, Axel Kayombo und Winter-Leihstürmer Rory Wilson kommen in den sieben Spielen der Meistergruppe gemeinsam auf ein mageres Tor.
Der Trainer will sich „etwas überlegen, dass wir wieder torgefährlicher werden, denn wir müssen wieder Spiele gewinnen, um am Ende des Tages auf einem guten Platz zu stehen“. Erneut erinnerte Ingolitsch auch daran, dass mit Leon Grgic, Filip Rozga und Belmin Beganovic Optionen verletzungsbedingt fehlen. Auch im vierten Heimspiel der Meistergruppe gelang kein Sieg. „Wieder ein X, bitter, wir brauchen zu Hause Siege. Wir müssen in Salzburg voll anschreiben, nur das zählt im Titelrennen“, meinte Paul Koller, der mit seinem ersten Tor für Sturm zumindest noch die erste Heimniederlage unter Ingolitsch verhinderte.
Spiel als „Spiegelbild“ für Austria
Die Austria war nah dran, bis zuletzt die Null zu halten. „Ich sage, wenn du das 1:0 schießt, geh‘ auf das zweite und versuche es nicht nur hinten zu verteidigen. Das ist uns nicht ganz gelungen“, sagte Tin Plavotic, der Torschütze zum 1:0. „Dann hatten sie eine Druckphase und dann fliegt noch einer rein.“ Austria-Kapitän Manfred Fischer sah nicht zuletzt ein „Spiegelbild unserer Meistergruppe. Wir sind 1:0 vorne, haben die Chance, den Sack zuzumachen. Dann macht Sturm drei Minuten richtig Druck und wir überstehen diese Phase nicht.“ Die auf Platz fünf liegenden Violetten können nun auch rechnerisch nicht mehr Meister werden.
(APA).
Beitragsbild: GEPA.
