Ofner unter Top Ten der Weltrangliste im Skicross
Die Weltcupsaison im Skicross biegt in die finale Phase ein. Am vergangenen Wochenende standen in Craigleith (Kanada) zwei der letzten vier Rennen auf dem Programm. Das österreichische Team war mit Sonja Gigler, Katrin Ofner, Johannes Aujesky und Adam Kappacher stark vertreten und zeigte solide Leistungen.
Am Samstag sorgte Ofner für das beste ÖSV-Ergebnis. Die 36‑jährige Steirerin belegte in ihrem bereits 183. Weltcuprennen Platz sieben und musste im kleinen Finale einen heiklen Moment überstehen: Nach einem Sturz, ausgerechnet in dem Moment, als sie auf Rang zwei lag, rauschte die Schweizerin Isabelle Zippert nur haarscharf an Ofners Kopf vorbei. Glück im Unglück, denn die Szene hätte deutlich schlimmer ausgehen können.
Die 36-Jährige sagt im Sky-Interview, dass sie in dem Moment gar nicht realisiert habe, wie knapp es tatsächlich war: „Ich bin die Kurve leider nicht gut gefahren, habe einen Fehler gemacht, aber mir ist der Sturz nicht so schlimm vorgekommen. Erst später hab ich gesehen, dass es wirklich knapp war.“
Kritik an Kurs und Bedingungen
Die Bedingungen waren vor Ort laut Ofner sehr bescheiden und kritisiert die Sicherheitsvorkehrungen: „Es ist warm dort, regnet und die Piste ist total weich. Am ersten Trainingstag sind schon einige gestürzt, dann wurde der Kurs etwas umgebaut, dann war es etwas besser. Aber das darf auf diesem Level nicht passieren.“
Obwohl die Strecke sicherheitstechnisch nicht im besten Zustand war, wählte die Schweizerin Fanny Smith bewusst ihre Linie und holte sich den ersten Platz, kurz vor Lokalmatadorin Hannah Schmidt.
Zwei Jahrzehnte Leidenschaft – eine österreichische Ausnahmeathletin
Seit mittlerweile 20 Jahren steht Ofner im Rennzirkus – und was für eine Geschichte sie in dieser Zeit geschrieben hat. Schon als 15-Jährige fuhr sie im Jänner 2006 ihr erstes FIS-Rennen im alpinen Skisport, ehe sie nur Wochen später beim Skicross debütierte. Bereits 2007 folgte ihr erster von insgesamt zehn österreichischen Meistertiteln im Skicross.
Was danach kam, ist eine außergewöhnliche Karriere im Weltcup: Seit der Saison 2007/08 ist Ofner fix im Weltcup unterwegs und überzeugte früh mit Podestplätzen. Immer wieder kämpfte sie sich auch nach Rückschlägen zurück – ein Zeichen ihrer mentalen Stärke und ihres ungebrochenen Willens.
Auch nach dem Sturz in Craigleith blickt sie optimistisch zu den kommenden Rennen in Schweden. Ihr realistisches Ziel seien weitere Verbesserungen in der Gesamtwertung, und auch wenn zwei Siege das Maximum wären, fände sie „einen Sieg schon richtig geil“, wie sie offen zugab. Noch wichtiger sei ihr aber, wieder ins große Finale einzuziehen: „Ich habe wieder gesehen, dass ich schnell sein kann.“

Nervosität und mentale Vorbereitung
Auch nach fünf Olympiateilnahmen bleibt Nervosität für Ofner ein essenzieller Teil ihrer Vorbereitung. Sie beschreibt dieses Kribbeln als positive Spannung, die sie in den Fokus bringt: „Ich bin schon immer nervös davor, aber habe das Gefühl, dass ich das brauche. Es kribbelt und so komme ich in einen guten Fokus rein und weiß, dass ich mehr als bei einem Training rausholen kann.“
Ihre Erfahrung hilft ihr inzwischen dabei, sich nicht von äußeren Einflüssen ablenken zu lassen. Sie konzentriert sich ganz auf die Startsektion und nutzt Visualisierung, um den Lauf gedanklich von oben bis unten durchzugehen. Da im Skicross Rennsituationen je nach Position eine andere Linienwahl erfordern, ist für sie das richtige Timing entscheidend.
Österreichischer Blick auf die Gesamtwertung
In der Weltcup-Gesamtwertung der Damen hält Katrin Ofner derzeit als einzige Österreicherin einen Platz in den Top Ten – sie liegt aktuell auf Rang neun.
In Kanada war Kappacher bei den Männern der stärkste Österreicher. Er schied zwar im Viertelfinale als Laufdritter aus, belegte am Ende aber einen soliden zehnten Platz. Aujesky kam nach seinem Aus im Achtelfinale auf Rang 26. In der Weltrangliste belegt er aber Platz acht. Ganz oben am Podest jubelte der Franzose Youri Duplessis‑Kergomard (aktuell auf Platz drei). Doch wer weiß, was bei den letzten beiden Rennen noch alles möglich ist.
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Vorfreude auf Schweden
Zum Abschluss der Weltcupsaison geht es am kommenden Wochenende weiter: Von 27. bis 29. März stehen im schwedischen Idre Fjäll die letzten Rennen des Winters auf dem Programm und damit die letzte Chance auf starke österreichische Resultate.
Dort wartet eine Strecke, die noch niemand im Feld zuvor gefahren ist. Für Ofner ist genau das ein spannender Reiz: „Es ist dann bei einer anderen Strecke, bei einem anderen Rennen wieder etwas ganz was anderes. Ich habe das Gefühl, dass ich mehr zeigen möchte und darum freue ich mich jetzt auf Schweden und die kommenden zwei Rennen.“
Beitragsbild: GEPA
