Paszek eröffnet Österreich-Duell mit Mexiko gegen Contreras
Mit der Routine von Tamira Paszek und dem Selbstvertrauen von Neo-Turniersiegerin Sinja Kraus soll in Österreichs Frauen-Tennis am Samstag in Schwechat der Grundstein für den Aufstieg in die Qualifikationsrunde des Billie-Jean-King-Cups gelegt werden. Die 32-jährige Paszek eröffnet das Play-off-Duell mit Mexiko am Samstag (13.00 Uhr) gegen die 26-jährige Fernanda Contreras, danach bekommt es die 21-jährige Kraus mit der 30-jährigen Giuliana Olmos zu tun.
Die Teams konnten sich die Woche über auf dem im Multiversum aufgelegten Sandplatz gegenseitig beobachten, gespielt haben die von ÖTV-Kapitänin Marion Maruska nominierten heimischen Aktiven gegen ihre Gegnerinnen aber noch nie. „Ich habe sie noch nie gesehen“, sagte Paszek über die in der Weltrangliste als 355. um 33 Plätze vor ihr liegende Contreras. Inputs für das Auftaktmatch gab und gibt es für die Vorarlbergerin von Maruska, darüber hinaus sollte noch Video-Studium folgen.
Kraus kennt Olmos zumindest aus dem Doppel, in dem die Mittelamerikanerin aktuell 25. ist und schon einmal Nummer sechs war. „Ich denke, ich muss sehr fokussiert spielen und meine Leistung abrufen. Sie ist eine sehr routinierte Spielerin“, meinte die nach einem Titelgewinn aus Heraklion vor die Tore Wiens angereiste Kraus. „Sie wird uns überraschen, was sie alles drauf hat.“ Davon ist auch Maruska überzeugt. „Ihr Einzelranking war schon um die 300, Olmos kann sehr gut Einzel spielen.“
Die Routinierteste im mexikanischen Aufgebot verriet der APA – Austria Presse Agentur, dass sie sich schon seit Wochen intensiv auf die nunmehrigen Einzelauftritte vorbereitet habe. „Ich bin auch eine gute Einzelspielerin“, sagte die in Schwarzach in Pongau geborene Olmos. Womöglich drei Partien an diesem Wochenende zu spielen, sei für sie kein Problem. „Ich habe viel Fitness gemacht und werde bereit sein. Es wird ein enger Länderkampf, wir sind jedenfalls hungrig nach dem Sieg.“
Mexikos Kapitän Agustin Moreno hatte die Nominierung von Olmos angedeutet. „Sie hat viel Erfahrung, im Billie-Jean-King-Cup viele Begegnungen im Doppel und Einzel gespielt.“ Dass Contreras beginnt, begrüßt der Coach: „Wir wollen mit einem Sieg starten.“ Contreras‘ Coach ist der ehemalige Weltranglisten-Siebente Emilio Sanchez, der Spanier ist in Schwechat dabei. Wie einst sich, will der Kitzbühel-Gewinner 1987 und 1989 seinen Schützling in Österreich reüssieren sehen.
Aus Sicht der Österreicherinnen aber soll es im Idealfall wie vor einem Jahr ablaufen, als an gleicher Stätte mit einem papierformgemäß unerwarteten 3:2-Erfolg über Lettland der Aufstieg ins Play-off gelungen war, in dem es im April in Delray Beach eine 0:4-Niederlage gegen die USA gab. Gegen die Baltinnen hat Melanie Klaffner mit Kraus den entscheidenden Doppelpunkt geholt. „Man kommt mit super Erinnerungen zurück“, erklärte Klaffner. „Was uns da gelungen ist, war mental sehr, sehr stark.“
Während sich die 33-Jährige auf ihren womöglich erneut entscheidenden Auftritt im letzten Match des Sonntag-Programms (ab 13.00 Uhr) vorbereiten kann, haben die aus dem College-Tennis kommenden Mexikanerinnen Julia Garcia Ruiz und Alejandra Cruz wie auch Österreichs Tamara Kostic vorerst die Rolle der Daumendrückerinnen inne. Für Kostic ist es ihr Debüt im ÖTV-Team. „Es ist auf jeden Fall eine Ehre, eine sehr tolle Erfahrung“, sagte die 17-Jährige.
Von Kraus wurde Kostic sozusagen zur Begrüßung in der Equipe mit einem netten Beinamen bedacht. „Ich fühle mich noch als Bambi im Team“, meinte die in Abwesenheit der verletzten Julia Grabher als ÖTV-Nummer eins fungierende Weltranglisten-192., und mit Blick auf Kostic: „Aber wir haben ja jetzt ein neues Bambi, deswegen übernehme ich die Rolle als Führungsspielerin.“ Kraus hob freilich auch die Erfahrung von Paszek und Klaffner hervor. „Wir haben eine gute Mischung.“
(APA) / Bild: GEPA
