Peter Stöger wird 60 - und hat noch lange nicht genug

Peter Stöger wird 60! Das exklusive Interview zum runden Geburtstag

Peter Stöger wird 60 – und hat noch lange nicht genug! Der Sky-Experte im exklusiven Geburstagsinterview der etwas anderen Art.

Seit April 2026 zählt Stöger wieder zum Experten-Team von Sky Sport Austria. Wir sprechen mit ihm über prägende Momente und Personen in seiner Karriere.

Sky: Was war dein schönster Moment als Spieler?

Peter Stöger: Schwierig zu sagen, weil ich 20 Jahre gespielt habe. Es waren viele Vereinserfolge dabei. Ich habe tolle Momente gehabt, wahrscheinlich auch solche, an die sich niemand erinnert, die für andere nicht wichtig waren, in Regionalligen oder auch in Wiener Neustadt. Aber am Ende bleiben das Qualifikationsspiel für die WM gegen Weißrussland, als wir im Praterstadion 4:0 gewonnen haben und ich zwei Tore schießen konnte, und auch der Einzug ins Europacup-Finale mit Rapid. Das sind die besonderen Momente.

Sky: Und als Trainer?

Stöger: Das ist eine ähnliche Geschichte, weil ich wahnsinnig viel Spaß in meiner Karriere gehabt habe. Meine Erfolge kennt man, etwa mit Austria Wien Meister zu werden, mit Köln aufzusteigen oder mit Dortmund von Platz acht in die Champions League zu kommen. Auch die Europacup-Qualifikation mit Köln, das waren alles tolle Sachen. Aber es war auch eine lässige Geschichte, mit Wiener Neustadt nicht abzusteigen oder mit der Vienna aus der Regionalliga in die zweite Liga aufzusteigen. Die besonderen Momente waren immer die, in denen ich das Gefühl hatte, dass die Mannschaft, das Trainerteam, der Verein und im Idealfall auch die Fans eine Einheit sind. Dann kann auch etwas Besonderes funktionieren.

Sky: Und als Sky-Experte?

Stöger: Dass ich letztes Jahr beim Champions-League-Finale dabei sein konnte. Da hat Paris gegen Inter Mailand eine unglaubliche Leistung gezeigt. Das war schon etwas Außergewöhnliches. Ansonsten ist es so, dass ich es liebe, mich mit Fußball auseinanderzusetzen und in diesem Mikrokosmos dabei sein zu können.

Sky: Welchen Beruf hättest du ausgeübt, wenn du nicht im Profifußball gelandet wärst?

Stöger: Bankangestellter (lacht). Weil das auch meine Ausbildung war. Ich bin aus einer Generation, die die schulische Ausbildung ernst genommen hat. Ich war auf einer Handelsschule, habe in einer Bank, in einer Versicherung und im Sportgeschäft gearbeitet, bevor ich Profi geworden bin. Es ist heute undenkbar, aber ich bin ja erst mit 22 Fußballprofi geworden. Daher wäre ich sicher Bankangestellter geworden, wäre aber wahrscheinlich total unglücklich, weil ich gerne hinter dem Schalter gearbeitet hätte. Aber das gibt es heute ja kaum mehr (lacht). 

Sky: In deiner Zeit als Spieler, wer war dein liebster Zimmerkollege?

Stöger: Ich war jahrelang mit Andi Ogris am Zimmer und das war jedes Mal ein Erlebnis. Hat immer Spaß gemacht (lacht). 

Sky: Wer war während deiner Spielerkarriere dein wichtigster Wegbegleiter?

Stöger: Mein wichtigster Wegbegleiter war immer meine Frau Uli. Sie war immer an meiner Seite. Da war nie entscheidend, ob ich erfolgreich bin oder nicht. Ansonsten waren es für meine Position, die sehr offensiv ausgerichtet war, immer die Spieler, die hinter mir gespielt haben. Das waren viele. Aber vor allem die Sechser. Das waren die, die mir die wichtigsten Menschen waren, weil sie den undankbarsten Job hatten: Nämlich meinen Rücken freizuhalten.

Sky: Wer hat dich während deiner Karriere am meisten menschlich geprägt?

Stöger: Das ist vielleicht für jemanden, der 25 ist oder 28 ist, einfacher zu beantworten. Ich bin 40 Jahre in dem Geschäft und hatte das Glück, mit sehr vielen unglaublich tollen Menschen zusammenarbeiten zu dürfen und habe nur einige wenige ungute Menschen im Leben gehabt, die mich in irgendeiner Form begleitet haben. Es ist schwierig, ich könnte das nicht auf eine einzelne Person reduzieren. Das wäre total ungerecht. 

Sky: Welcher Spieler hat dich während deiner Trainerkarriere am meisten zur Weißglut gebracht?  Welcher Spieler war der außergewöhnlichste?

Stöger: Das ist auch schwierig zu beurteilen. Wahrscheinlich ist es so, dass dich nur Spieler zur Weißglut bringen, die auch außergewöhnliche Dinge für dich umsetzen können, weil die dann die gewisse Qualität haben. Es bringen dich kaum Spieler zur Weißglut, die nicht imstande sind, außergewöhnliche Leistungen zu bringen. Du erwartest eben immer von den Jungs, dass sie abliefern, was sie auch können. Einer der mich wirklich zur Weißglut gebracht hat, war Anthony Modeste in Köln.

Das beantwortet vielleicht auch die Frage nach dem außergewöhnlichsten Spieler. Es ist mit einem außergewöhnlichen Spieler mal so und mal so. Du musst mit ihm besonders umgehen, damit er seine Leistungen abrufen kann. Dafür hat er auch seine Phasen, in denen er komplizierter zu handlen ist. Und genau das ist die Challenge. Daher denke ich, dass Trainer in den meisten Fällen auf die Frage, welcher Spieler sie am meisten zur Weißglut gebracht hat, einen Spieler nennen, der in irgendeiner Form auch einer ihrer wichtigsten ist.

Sky: Hast du einen Lieblings-Geburstags-Moment in deiner Karriere gefeiert?

Stöger: Ich glaube, dass wir mit Köln den Aufstieg in etwa in dieser Zeit fixiert haben. Das ist ganz gut mit meinem Geburtstag zusammengefallen. Dieser Aufstieg im ersten Jahr, in dem ich in Köln war, war für mich sehr speziell. Aber für den Verein war das, um den Fortbestand zu sichern und Planungssicherheit zu haben, noch viel wichtiger, als es am Ende des Tages für mich war.

Sky: Zum Abschluss: Wer ist deine Lieblings-Sky-Moderatorin oder dein Lieblings-Sky-Moderator?

Stöger: Ich steche mir des Öfteren da selbst ins Knie. Aber in dem Fall bin ich schon sehr vorsichtig. Das kann ich jetzt nicht beantworten, weil ich wirklich sehr lange dabei bin und sehr viele Momente mit nahezu allen erlebt habe. Es sind bei Sky ja viele Menschen schon sehr lange dabei und mit denen habe ich viele Dinge erlebt. Es ist ein besonderes Merkmal, denn ich habe wirklich mit niemandem ein Problem. Also bei mir ist es nicht so, dass ich mir denke, das könnte eine komplizierte Sendung werden oder da fühle ich mich nicht wohl. Das habe ich ganz einfach nicht. Aber ich sage es als Sky-Experte genau gleich, wie wenn ich es als Trainer sage: Wenn jemand sagt, er hat keinen Lieblingsspieler, dann lügt er. Auch ich habe meine Lieblingsmoderatoren und -kommentatoren, da lüge ich nicht. Aber ich sage natürlich nicht, wer es ist.

Highlights: Die Meilensteine der Karriere von Peter Stöger

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Sky Sport Austria gratuliert Peter Stöger herzlich zum 60. Geburtstag! 

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Bild: GEPA