Pöltl geht motiviert in nächste NBA-Saison: „Haben die Chance, etwas aufzubauen“
Basketballer Jakob Pöltl ist bereits Ende Mai voll motiviert und bereit für die nächste NBA-Saison mit den Toronto Raptors. Der operierte kleine Finger seiner linken Hand bereite ihm keine Probleme mehr.
„Er fühlt sich gut an, er fühlt sich stabil an“, sagte Pöltl am Freitag bei einem Pressegespräch in Wien. Stabilität und Kontinuität wünscht sich der 28-Jährige auch für seinen Club. „Wir haben jetzt die Chance, da wirklich vom Grund auf etwas aufzubauen“, betonte er.
Die Toronto Raptors waren im Herbst 2023 mit großen Hoffnungen in die Saison gestartet. Pöltl hatte zuvor im Sommer einen mit 19,5 Mio. Dollar (heute (18 Mio. Euro) jährlich dotierten Vierjahresvertrag unterschrieben, andere Stützen des Teams waren All-Star Pascal Siakam, Scottie Barnes, OG Anunoby und der deutsche Weltmeister Dennis Schröder. Als das Management sich im Laufe des Winters voll dem Neuaufbau verschrieb, mussten jedoch alle bis auf Pöltl und Barnes den Club verlassen.
Pöltl mit verletzungsgeplagter Saison
Die Folgen: Neue Spieler kamen, das Zusammenspiel funktionierte von Beginn an nicht einwandfrei. „Wir haben unseren Starting Point gerade verloren, mussten dann mit einem neuen Trainerstab viele Änderungen auf einmal schnell umsetzen. Das ist uns nur bedingt geglückt“, sagte Pöltl. Der Wiener verpasste wegen eines lädierten Knöchels und der Bänderverletzung im Finger ab dem Jahresbeginn zudem über 30 Spiele – so viele wie noch nie zuvor in seiner NBA-Laufbahn. Ohne den defensiven Dreh- und Angelpunkt war die Mannschaft im Endspurt um einen Play-off-Platz auf verlorenem Posten.
„Wenn ich dann auch noch ausfalle, dann bricht auch die Struktur in der Mannschaft so ein bisschen zusammen. Wir hatten dann nur mehr einen echten Center“, erklärte Pöltl, der es in 50 Spielen im Schnitt auf 11,1 Punkte, 8,6 Rebounds, 2,5 Assists und 1,5 Blocks pro Spiel brachte. Das Potenzial in der Truppe sei aber durchaus vorhanden. „Wir hatten eine relativ kurze Probezeit mit der neuen Mannschaft. Aber für diese kurze Zeit hat es eigentlich schon sehr gut ausgeschaut“, sagte der „Big Man“.
„Ich glaube, dass wir eben mit diesem Neustart, den wir im Jänner, Dezember angefangen haben, dass da jetzt schon einmal zumindest die Perspektive ist“, betonte Pöltl. Er hoffe, „dass dieses Team, das wir neu zusammengebaut haben, eine Chance bekommt, sich wirklich zu überweisen.“ So drunter und drüber wie in der Vorsaison, was den Kader betrifft, solle es nicht mehr gehen. Ihm sei jedoch bewusst, dass man das in der NBA nie ausschließen kann. „Das gehört halt irgendwie dazu. Natürlich ist es nicht fein und man wünscht sich die ruhigeren Gewässer. Aber wir müssen es nehmen, wie es kommt.“
Basketball-Camp: Pöltl will Kinder für den Sport begeistern
Pöltl veranstaltet dieser Tage zum bereits dritten Mal sein Basketball Camp für Kinder im Alter von acht bis 14 Jahren in Wien. Schauplatz ist die Sporthalle Kagran, das Camp wird mit den DC Timberwolves abgewickelt. Bei dem Verein aus dem 22. Gemeindebezirk hatte Pöltl als Jugendlicher einst selbst seine Grundausbildung genossen, ehe er in die USA übersiedelte. Geboten bekommen die Kinder zwei Basketball-Einheiten pro Tag, dazu Spiele und jede Menge Spaß und Unterhaltung – auch Letzteres ist ganz im Sinne von Pöltl.
„Ich habe von Anfang an eigentlich gesagt, wie wir das erste Camp begonnen haben, dass mir das Wichtigste ist, dass die Kinder Spaß am Basketball haben. Also das ist irgendwie das Hauptproblem im österreichischen Basketball, dass einfach zu wenige Kids Interesse am Basketball zeigen“, erklärte der NBA-Pionier, der bei den Trainingsspielchen der Kids mitwirkt und stets für Tipps parat steht.
„Und man merkt auch, dass jedes Jahr dann wieder doch auch einige Kinder dabei sind, wo ich mir denke, dass die da schon sehr stark spielen für das Alter.“ Noch bis 2. Juni feilen die Burschen und Mädchen im Jakob-Pöltl-Camp an ihren Fertigkeiten.
(APA)/Bild: GEPA
