Nach Rassismus-Protest der Bucks: NBA sagt Playoff-Spiele ab
Die Milwaukee Bucks aus der Basketball-Profiliga NBA sind aus Protest gegen Polizeigewalt nicht zu ihrem Play-off-Achtelfinalspiel gegen Orlando Magic angetreten.
Die Spieler der Magic standen am Mittwoch auf dem Feld in Orlando/Florida und warteten auf ihren Gegner, doch die Bucks um den griechischen Superstar Giannis Antetokounmpo kamen nicht – ein Boykott. Wenig später sagte die Liga alle weiteren für Mittwoch geplanten Spiele ab.
Damit reagierte das Team auf den Fall Jacob Blake. Der Schwarze war am Wochenende von einem Polizisten von hinten niedergeschossen worden. Laut Medienberichten trafen den 29 Jahre alten Blake sieben Kugeln im Rücken. Der Vorfall ereignete sich in Kenosha/Wisconsin. Milwaukee liegt im gleichen Bundesstaat.
VanVleet: „Müssen Eier zeigen“
Das fünfte Duell der Best-of-seven-Serie hätte eigentlich um 22.00 Uhr MESZ beginnen sollen. Die Spieler der Bucks blieben laut Medienberichten in ihrer Kabine, die Orlando Magic zogen sich wenig später auch dorthin zurück.
Zuvor hatte Nick Nurse, Trainer von Meister Toronto Raptors, bereits erklärt, dass seine Spieler mit den Spielern der Boston Celtics darüber diskutieren würden, am Donnerstag (Ortszeit) nicht zum Viertelfinale gegeneinander anzutreten. „Es gibt die Idee“, sagte Nurse, „es gibt aber auch noch einige andere.“
Schon am Dienstag hatte Raptors-Guard Fred VanVleet von solchen Diskussionen berichtet. „In einer perfekten Welt würden alle sagen: Wir spielen nicht – auch der Besitzer der Milwaukee Bucks, das würde da ankommen“, sagte der Profi: „Er könnte Druck auf die Staatsanwaltschaften des Bezirks und des Bundesstaates, auf Gouverneure und Politiker machen.“
Die NBA nutzt die Blase in Disney World, um gegen Polizeigewalt und Ungerechtigkeit zu kämpfen. Die Mehrzahl der Spieler trägt entsprechende Botschaften auf dem Trikot. Doch das ist jetzt offenbar nicht mehr genug. „Ich weiß, dass es nicht so einfach ist. Aber am Ende des Tages, wenn wir hier sitzen und über Veränderungen reden, müssen wir irgendwann Eier zeigen“, sagte VanVleet.
(SID)
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