Mit dem Ende des Grunddurchgangs beginnt in der ADMIRAL Bundesliga jährlich die Diskussion, welche Vor- und Nachteile di

Punkteteilung in der Bundesliga: Fluch oder Segen?

Mit dem Ende des Grunddurchgangs beginnt in der ADMIRAL Bundesliga jährlich die Diskussion, welche Vor- und Nachteile die Punkteteilung mit sich bringt. In den beiden letzten Folgen von „DAB | Der Audiobeweis“ äußerten sich der ehemalige Altach-Coach Joachim Standfest, LASK-Trainer Markus Schopp und Sky-Experte Alfred Tatar zum aktuellen Bundesliga-Modus.

Den Liga-Modus mit 22 „normalen“ Runden und einer anschließenden Punkteteilung mit jeweils sechs Teams in der Meister- und Qualifikationsgruppe gibt es seit der Saison 2018/19. Vor allem im Abstiegskampf in der Qualigruppe ist der Modus stark umstritten.

Standfest: „Punkteteilung hat nichts mit sportlicher Leistung zu tun“

Standfest ist spätestens seit seinem Engagement in Altach ein Gegner der Punkteteilung. „Eine Punkteteilung ist für mich absolut unfair, hat nichts mit sportlicher Leistung zu tun und in einem Ligabewerb nichts verloren“, so der 44-Jährige im Sky-Podcast.

Der Steirer holte weiter aus: „Sturm wäre ohne die Punkteteilung letztes Jahr nicht Meister geworden und die Admira damals nicht abgestiegen. Meister zu werden ist zwar eine große Sache, aber das ist lange nicht so entscheidend wie ein Abstieg. Es ist eigentlich unfassbar, wenn du, so wie zum Beispiel die Admira, absteigst, obwohl du es sportlich nicht verdient hast. Da geht es um Arbeitsplätze, Karrieren – da hängen Leben daran.“

Joachim Standfest trainierte den SCR Altach zwischen Juli 2023 und September 2024 – mit den Vorarlbergern gelang ihm im vergangenen Jahr der Klassenerhalt. Bildquelle: GEPA

Tatsächlich hätte die Admira in der Spielzeit 2021/22 die Klasse ohne die Punkteteilung gehalten. Die Südstädter (31 Punkte) holten in 32 Runden zwei Zähler mehr als der SCR Altach (29 Punkte). Im Vorjahr wurde Red Bull Salzburg die Punkteteilung zum Verhängnis: Die „Bullen“ wären punktgleich vor Sturm Graz (beide 67 Zähler) österreichischer Meister geworden.

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„Es gibt null Möglichkeiten, junge Spieler von den Amateuren raufzuziehen“

Sky-Experte Alfred Tatar stimmte Standfest grundsätzlich zu. „Für die Teams, die im Trubel um den Abstieg dabei sind, ist das eigentlich unsportlich“, meinte der 61-Jährige, fügte aber an: „Man hat die Punkteteilung eigentlich wegen Red Bull Salzburg eingeführt, weil sie in der Meistergruppe über zehn Jahre lang allen davongelaufen sind. Jetzt, wo viele Teams zu Salzburg aufgeschlossen haben, wird das durch die Punkteteilung natürlich zusätzlich enorm spannend.“

Standfest bemängelte die mangelnde Entwicklungsfähigkeit von jungen Spielern durch den akuten Druck im Abstiegskampf. „Wir (Anm. d. Red. Altach) waren im letzten Jahr zehn Punkte vor Lustenau, ein schönes Brett bei zehn verbleibenden Spielen. Dann kommt die Punkteteilung und wir waren glaube ich die ganze Qualifikationsgruppe nicht weniger als fünf Punkte vor Lustenau. Aber trotzdem war am vorletzten Spieltag die Situation, dass es, wenn wir verloren und Lustenau gewonnen hätte, zu einem Showdown am letzten Spieltag kommt. Du bist aber eigentlich zehn Punkte vorne. Du hast null Möglichkeiten, die Mannschaft im praktischen Umgang zu erreichen. Du hast null Möglichkeiten, einmal einen jungen Spieler von den Amateuren raufzuziehen, was bei uns eigentlich ab der vierten oder fünften Runde locker möglich gewesen wäre.“

Trainerwechsel im Saisonfinish: Keine Garantie auf den Klassenerhalt

Schopp hebt „fantastische Spannung“ für Zuseher hervor

Markus Schopp, der mit dem LASK in der laufenden Saison in die Qualigruppe muss, teilte diese Meinung nicht ganz. „Ich glaube, es macht keinen Sinn, sich darüber Gedanken zu machen, ob junge Spieler in dieser Phase Möglichkeiten bekommen oder nicht. Denn die müssen in solchen Situationen wissen, was es bedeutet, zu performen.“

Für den LASK-Trainer bringt die Punkteteilung generell „eine fantastische Spannung für den Konsumenten.“ Schopp, der mit seinem Verein in der Qualigruppen-Tabelle sieben Punkte vor dem letzten Platz liegt, will sich hauptsächlich aufs Sportliche fokussieren.  „Entscheidend ist, wie man sich in diesem Modus präsentiert und versucht, sein Spiel auf den Platz zu bringen“, so der 51-Jährige.

Die Tabelle zum Start der Qualigruppe

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(Red.)

Bildquelle: GEPA