Rädler und Huber: Ein gemeinsamer Weg, gekrönt mit Gold

Rädler und Huber: Ein gemeinsamer Weg, gekrönt mit Gold

„Wir sind seit 20 Jahren befreundet. Kathi ist eine gute Skifahrerin, ich weiß das, jetzt weiß es die ganze Welt“, sagte Ariane Rädler nach dem Olympia-Goldmedaillengewinn in der alpinen Team-Kombi in Cortina mit Katharina Huber. Beide überraschten sich selbst und die Ski-Welt. Die 30-jährige Huber war noch nie in einem Einzelrennen im Weltcup auf dem Podest, die 31-jährige Rädler zweimal Super-G-Dritte. Sie verbindet ein schwieriger Weg, das Potenzial schlummert schon lange.

Das Duo bejubelte bereits die Silbermedaille, denn niemand rechnete damit, dass die noch oben stehende Mikaela Shiffrin im Slalom den Vorsprung von Abfahrts-Olympiasiegerin Breezy Johnson nicht ins Ziel bringen würde. „Ich bin ausgeflippt, es hat immer was gefehlt. Dass das endlich mal klappt, kann man nicht begreifen“, sagte Rädler, die sich an den Titel Olympiasiegerin noch gewöhnen muss. „Der Moment der Hymne ist einfach wunder-, wunderschön. Bei mir ist gerade so eine emotionale Achterbahnfahrt. Wir haben das mit unserem gemeinsamen richtig geilen Skifahren gewonnen. Wir haben das noch nie so richtig gezeigt“, meinte Huber.

Frauen-Cheftrainer Roland Assinger erinnerte auch an den Leidensweg von Rädler, die vier Kreuzbandrisse in ihrer Karriere hatte. Auch die Vorarlbergerin dachte im Zielraum auf Huber wartend daran – und freilich an ihre 2019 verstorbene Mutter. „Ich habe gesagt, Mama, du musst jetzt auf uns schauen, dass die Kathi das runterbringt. Ich habe sicher schon viel mitgemacht, aber ich habe ein gutes Umfeld, das mich immer wieder zurückgebracht hat.“

Reaktionen zu Gold in der Teamkombination von Rädler/Huber

Huber lebensfroh und ein Ruhepol

Katharina Truppe ist die Zimmerkollegin von Huber, die beiden verstehen sich prächtig. Diskussionen gibt es nur, ob bei offenem oder geschlossenem Fenster geschlafen wird. „Sie ist ein lebensfroher Mensch, sieht immer das Positive, auch wenn es nicht so gut läuft. Ich schätze an ihr, dass sie ehrlich ist und ihre Meinung sagt“, meinte die Kärntnerin. „Jetzt ist sie die goldene Katharina“, sagte Lisa Hörhager, womit es in Zukunft vielleicht etwas einfacher werden wird, die vielen Katharinas im Slalom-Team auseinanderzuhalten.

„Die Kathi ist sehr zielstrebig. Bei uns ist die Kathi eher der Ruhepol, weil da gibt es noch die andere Kathi (Truppe/Anm.) und die ist die Stimmungsmacherin“, meinte Katharina Gallhuber. Huber selbst sagte über sich und Rädler: „Wir können beide zu unseren Momenten ruhig sein, und wir können beide zu unseren Momenten laut sein.“ Rädler sieht viel Verbindendes: „Wir wissen, wo wir herkommen. Wir sind richtig gute Skifahrerinnen, haben es aber noch nie zeigen können. Wir haben den gleichen Weg gemacht. Dass wir das jetzt zusammen so erleben können, verbindet uns schon sehr.“

GOLD für Rädler/Huber in Frauen-Teamkombi

Fall Rädler zeigt: Kämpfen wird belohnt

„Ich war mit der Ariane schon im Internat. Sie hatte schwierige Jahre mit vielen Verletzungen und auch familiäre Rückschläge. Es ist ihr von Herzen zu gönnen, dass es heute für ganz oben gereicht hat. Jeder hatte sie auf der Rechnung, das Potenzial war da. Aber ihnen hat die letzte Leichtigkeit gefehlt, die sie sich heute gegenseitig geschenkt haben“, sagte Nina Ortlieb. Für Mirjam Puchner ist Rädler eine „angenehme Teamkollegin“, die viel mitgemacht habe. „Kämpfen lohnt sich immer. Es ist schön, wenn man dran bleibt und sich eine Medaille erarbeitet. Richtig cool, dass es so aufgegangen ist für sie.“

Laut Cornelia Hütter ist ihre Speedkollegin Rädler eine, die sich nie in die erste Linie drängt. „Aber sie ist trotzdem dort, wo sie ist, genau richtig. Sie arbeitet jeden Tag hart. Sie hat einen ziemlich trockenen Schmäh. Wenn einmal was kommt, dann ist es echt lustig. Sie hat in ihrer Karriere schon vieles mitgemacht. Kämpfen zahlt sich einfach aus, und sie ist dafür ein Paradebeispiel.“ Rädler sprach oft davon, lieber aus dem Schatten heraus zu agieren. Manchmal fängt einen das Scheinwerferlicht auch so ein.

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(APA) / Bild: GEPA