Rapid im Aufwind: Sieg gegen Sturm als emotionales Highlight

Mit dem 2:1 über Sturm Graz hat Rapid endgültig wieder in die Spur zurückgefunden. Zwar hatten die Hütteldorfer ihre Niederlagenserie schon zuvor mit zwei wackeligen Siegen beendet, doch der Erfolg vor fast 25.000 Fans über den regierenden Fußballmeister bedeutete ein echtes emotionales Highlight. „Die Freude war sicher so groß wie schon lange nicht mehr“, gestand Trainer Peter Stöger am Sonntag. Er sei „heute ein bisschen aufgewühlter als sonst“ gewesen.

Bereits die erste Hälfte strapazierte die Nerven des 59-Jährigen – Rapid konnte froh sein, zur Pause nur 0:1 zurückzuliegen. Nach dem Seitenwechsel gelang eine Steigerung. „Da haben wir ähnlich wie zu Saisonbeginn alles abgerufen, waren am Limit, teilweise darüber. Dann ist es auch möglich, Spiele zu gewinnen. Wenn wir das nicht machen, haben wir Probleme“, meinte Stöger.

Stöger über Seidl: „Genau so etwas stelle ich mir von einem Kapitän vor“

„Sinnbildlich“ für die große Leidenschaft seiner Truppe sei das Freistoßtor von Matthias Seidl gewesen, so der Coach. Der Kapitän ist nach einer schwierigen Phase mittlerweile nicht mehr aus der Anfangsformation wegzudenken. „Er hat das Gefühl, dass wir ihn als Trainerteam so unterstützen, dass er dem gerecht werden kann, was sich viele von ihm erhoffen“, erzählte Stöger. „Er ist ein außergewöhnlicher Mensch, ein vorzüglicher Profi und ein Top-Kapitän, auch wenn er nicht gespielt hat. Deswegen hat er bei mir einen Stein im Brett.“

Seidl von Ein-Mann-Mauer bei seinem Freistoßtor überrascht

Gleichzeitig relativierte der Coach: „Trotzdem gilt das Leistungsprinzip. Er muss so performen, dass wir zufrieden sind.“ Zumindest am Sonntag waren alle zufrieden, auch Seidl selbst. „Ich versuche immer, dass ich mein Bestes gebe, der Mannschaft helfe und mich persönlich weiterentwickle“, sagte der Salzburger. Seidl sorgte für den Umschwung – mit einem 114-km/h-Prachtfreistoß aus knapp 30 Metern, vorbei an einer Ein-Mann-Mauer. „Ein bisschen überrascht war ich schon, dass nur einer in der Mauer gestanden ist, weil es nicht so extrem weit weg vom Tor war. Wenn ein Gegner so ein Angebot gibt, tut es gut, es auszunutzen“, erklärte Seidl.

„Hab mir gedacht…“: Seidl über seinen Treffer

Der Mittelfeldmann und seine Kollegen bekamen am Montag frei, danach startet die Vorbereitung auf das Conference-League-Heimmatch am Donnerstag gegen Universitatea Craiova. Mit der Moralinjektion des Sieges gegen Sturm hofft man auf die ersten Punkte in der Ligaphase. „Natürlich ist das etwas, das uns Kraft geben sollte“, meinte Stöger.

Danach steht vor der Länderspielpause noch die Auswärtspartie gegen WSG Tirol auf dem Programm. Mit einem Sieg in Innsbruck und einem gleichzeitigen Punkteverlust von Red Bull Salzburg bei Sturm Graz wäre Rapid Tabellenführer. Für Stöger geht es aber derzeit vor allem darum, oben dabei zu bleiben und nicht den Anschluss zu verlieren. „Du gewinnst im Herbst nichts Großes, aber du kannst es verlieren“, mahnte der Wiener.

(APA)

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