Rapid nach Europacup-Aus wieder auf Kurs – Kader-Fragen offen

Vier Tage nach dem bitteren Europacup-Aus gegen die Hearts war bei Rapid die Welt wieder halbwegs in Ordnung.

Durch den 3:1-Heimsieg am Sonntag im Schlager gegen Sturm Graz kehrten die Hütteldorfer dank der um einen Treffer besseren Tordifferenz als der LASK an die Tabellenspitze der ADMIRAL Bundesliga zurück. Zur Freude über den vierten Sieg im vierten Liga-Saisonmatch gesellte sich aber eine gewisse Unklarheit, was die künftige Kaderzusammenstellung betrifft.

Bei Tobias Gulliksen ist nur noch die offizielle Bestätigung des leihweisen Wechsels zu Lillestrøm offen. Doch während Rapids 3,8-Millionen-Flop in den aktuellen Planungen von Trainer Johannes Hoff Thorup ohnehin keine große Rolle mehr spielte, würde der mögliche Abgang von Romeo Amane schwerer wiegen. Offen ist zudem, ob bis zum Ende der internationalen Transferfenster in wenigen Tagen nicht auch weitere Schlüsselspieler wie etwa Petter Nosa Dahl abgegeben werden, um die ausbleibenden Europacup-Einnahmen zu kompensieren.

Dass das aktuelle Aufgebot zu groß ist, stellte Hoff Thorup erst gar nicht in Abrede. „Wir müssen den Kader reduzieren. Wir haben einige Profis, denen wir keine Spielzeit geben können“, erklärte Hoff Thorup. Immerhin wird Rapid Kapitän Matthias Seidl erhalten bleiben. Geschäftsführer Sport Markus Katzer stellte sogar eine baldige Vertragsverlängerung des Mittelfeldmanns in Aussicht.

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Sonderlob für Demir

Auch Yusuf Demir wird wohl noch länger bei Rapid zu sehen sein, was Hoff Thorup freuen dürfte. Nach den Angaben des Dänen achtet der einstige Rohdiamant nun deutlich mehr auf seine Physis als früher. „Er ist bereit, harte Arbeit zu leisten und ist jetzt auf einem viel höheren Fitnesslevel als vor ein paar Monaten.“ Hoff Thorup wies darauf hin, dass Demir am Mittwoch 120 und am Sonntag 90 Minuten im Einsatz war. „Und das mit sehr hoher Intensität. Ich bin wirklich beeindruckt.“

Demir schaffte es bei Rapid in der Rangliste der Elferschützen auf Platz eins und rechtfertigte das Vertrauen gegen Sturm mit einem souverän zum 1:0 verwandelten Penalty. Damit leitete der 23-Jährige den ersten Rapid-Sieg über die Grazer nach zuletzt zwei Niederlagen im Frühjahr ein. „Wir sind jetzt eine komplett andere Mannschaft als letzte Saison, spielen auf einem höheren Level. Wenn wir so weiterarbeiten, ist die Chance besser, am Ende der Saison weiter oben zu stehen“, sagte Hoff Thorup.

In der aktuellen Phase an der Tabellenspitze zu liegen, hat für den Coach nach eigenen Angaben keine große Bedeutung. „Wichtiger für mich sind die Leistungen.“ Auf Sturm haben die Hütteldorfer nach Verlustpunkten gerechnet bereits einen Vorsprung von sieben Zählern – sehr zum Ärger von Trainer Fabio Ingolitsch. „Am Ende hat uns nicht Rapid geschlagen, sondern wir uns selbst. Es war ein 50:50-Spiel. Wir haben die entscheidenden Momente nicht für uns nützen können.“

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Sturms erste Liga-Niederlage seit Februar

Seine Mannschaft ging in der Liga erstmals seit 17 Partien und dem 0:1 am 14. Februar bei der WSG Tirol als Verlierer vom Platz. „Wir haben heute das getan, was wir in den letzten Monaten nicht gemacht haben, nämlich teilweise haarsträubende Fehler“, resümierte Ingolitsch. Für die Steirer geht es am kommenden Samstag im Cup bei ASK Voitsberg weiter, nächstes Liga-Match ist in zwei Wochen das Heimspiel gegen Meister LASK. Rapid hingegen ist schon am Mittwoch im Nachtragsspiel auswärts gegen Red Bull Salzburg gefordert.

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