Rapid setzt mit Sieg bei Meister Sturm ein Statement
Rapid hat den erfolgreichen Saisonstart in Graz prolongiert. „Es ist schön, es ist positiv, es ist ganz einfach wichtig für ein neues Trainerteam, wenn Ergebnisse da sind“, sagte Trainer Peter Stöger nach dem Statement-Sieg im Bundesliga-Schlager gegen Sturm. Seine umgebaute Mannschaft konterte den ineffizienten Titelverteidiger beim 2:1 in der Steiermark trotz Rückstand erfolgreich aus.
Nach fünf Jahren oder zehn Gastspielen ohne Sieg setzte sich Rapid wieder einmal bei Sturm durch. Stöger freute sich über einen Erfolg, der seine umgebaute Mannschaft auf den ersten Metern der neuen Saison weiter bestärken soll. „Sie haben das gemeinschaftlich hingekriegt“, spielte der Trainer-Routinier auf die Wende durch Tore der vielversprechenden Neuerwerbung Petter Nosa Dahl und Claude Mbuyi an. „Wir haben uns in der Halbzeitpause darauf eingeschworen, dass wir die Umschaltsituationen besser nutzen wollen. Es ist erfreulich, dass nach dem Gegentor keine Schockstarre eingetreten ist.“
Im Streben nach erfolgreicheren Zeiten verwies Stöger auf die Grazer. „Sturm hat gezeigt, dass sie immer wieder etwas drauflegen können. Das ist eine gruppendynamische Geschichte. Da müssen wir schauen, dass wir das auch in die Mannschaft reinbringen.“ Sein Gefühl: „Wir haben noch genug zu verbessern, wenn wir ständig da oben dabei sein wollen. Es ist noch einiges zu tun, aber wir sind zufrieden.“ Das Team jedenfalls habe sich schnell gefunden, „und richtig Spaß“.
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Sturm nach Führung „zu lasch“
Sturm schrieb sich den Stimmungsdämpfer bei schweißtreibenden Temperaturen vornehmlich selbst zu. Dabei standen die Zeichen nach einem glücklich abgefälschten Schuss von Otar Kiteishvili bereits auf Sieg. „Wir hätten den Sack bei 1:0 zumachen können. Es ist ärgerlich, weil wir im eigenen Stadion in zwei Konter laufen und in der Restverteidigung nicht sauber waren“, ärgerte sich Trainer Jürgen Säumel. „Rapid war effizienter“. Verteidiger Emir Karic wurde noch deutlicher: „Wir waren nach der Führung zu lasch und haben in der letzten Linie die wesentlichen Zweikämpfe verloren. Wir waren auch im letzten Drittel nicht so zwingend.“
In Graz steigt langsam die Nervosität – nicht nur den Europacup-Auftakt betreffend. Am 19. August gastiert Schwarz-Weiß beim norwegischen Meister Bodö/Glimt im Playoff zur Champions League, der letzten Hürde vor dem Hauptbewerb. Der nächste Millionen-Regen steht auf dem Spiel, doch der gesuchte Torjäger, gewissermaßen der Nachfolger des bereits im Winter abgegebenen Mika Biereth, wurde bisher nicht vorgestellt. Die Nennfrist für das Playoff ist am 14. August, das Transferfenster in Österreich schließt erst am 5. September.
Torjäger-Suche „gar nicht so einfach“
„Wir haben eine sehr hohe Qualitätsdichte im Kader. Da noch einen draufzusetzen, ist gar nicht so einfach. Da sind wir gerade dabei, das auszuarbeiten mit jemanden, der uns nach Möglichkeit noch verstärkt“, erklärte Michael Parensen, der Sportchef von Sturm. Der 20-jährige Pole Mateusz Kowalski ist ein Thema. „Schauen wir mal“, gab sich Parensen zum 1,97-m-Mann von Parma Calcio schmallippig.
An der Abgebrühtheit vor dem Tor machten die Grazer mitunter auch die Niederlage fest. „Eine von meinen drei Chancen muss ich machen“, bekundete der glücklose Angreifer Leon Grgic. Die junge Garde, die Säumel nach dem Rückstand ins Spiel brachte, konnte den Umschwung – anders als Rapids Joker zuvor – auch nicht mehr herbeiführen. „Meine jungen Spieler haben das nach den Einwechslungen ordentlich gemacht, aber um zu gewinnen, haben ein paar Prozente gefehlt. Da werden wir nachschärfen und diese Woche daran arbeiten“, sagte Säumel.
Rapid vor „Fight“ in Schottland
Rapid hingegen macht sich am Mittwoch Richtung Schottland auf, um nach dem Hinspiel-2:2 gegen Dundee United in die letzte Qualirunde zur Conference League einzuziehen. „Da wird viel körperliche Arbeit auf uns zukommen. Es wird ein echter Fight“, prognostizierte Stöger. Dass die Messe vor dem Rückspiel noch nicht gelesen ist, deutete der frühere Dortmund-Coach als wohltuende Bewährungsprobe für sein Team um. „Wenn du von was Größerem träumst, dann musst du gegen Widerstände ankämpfen. Ob das eine schlechte Wiese ist oder ein schlechter Gegner, der unangenehm ist für dich. Du musst an das glauben, was du versuchst umzusetzen.“
(APA) / Artikelbild: GEPA
