Rapid weiter mit Formhoch – Pause zum „ungünstigsten Zeitpunkt“

Rapid hat die eigenen Hausaufgaben erledigt, um eventuell als Tabellenführer der Fußball-Bundesliga in die dreiwöchige Länderspielpause zu gehen.

Das 3:0 gegen die WSG Tirol war der sechste Sieg im siebenten Spiel und hochverdient noch dazu. „Alles in allem war es ein sehr guter Sieg, der uns viel Selbstvertrauen gibt. Das ist vor der Pause sehr wichtig“, sagte Rapid-Trainer Johannes Hoff Thorup. Für große Euphorie ist kein Platz, die vergangene Saison dient als Warnung.

Hoff Thorup nach Sieg: „Das gibt uns Rückenwind“

2025/26 standen die Hütteldorfer mit 17 Punkten nach sieben Runden ähnlich gut da wie aktuell, wurden am Ende aber nur Fünfter. Aktuell haben sie noch einen Zähler mehr, was für die beste Ausbeute zum Saisonstart seit 28 Jahren sorgt. 1998 waren es 19 Punkte und ebenfalls die Tabellenspitze mit keinem Happy End. Sturm Graz wurde schließlich mit 73 Punkten drei Zähler davor Meister. Hoff Thorup gilt nicht als großer Freund von Statistiken, die Chance auf einen historisch guten Start hatte er allerdings im Vorfeld der Partie sehr wohl thematisiert. „Ich habe es als Motivation verwendet“, betonte der Däne. Sein Versuch, die Spieler so zu pushen, dass sie vor der spielfreien Zeit noch einmal alles rausholen, gelang.

Clips zur Pause waren die „richtigen“

Allerdings erst nach Anlaufschwierigkeiten. „Ich bin nicht glücklich mit der ersten Hälfte, wir waren nicht scharf genug, ein bisschen schlampig“, analysierte der 37-Jährige. Moritz Wels hätte die WSG auch in der fünften Minute in Führung bringen können. In der Folge war offensiv von den Gästen aber kaum etwas zu sehen. Rapid hingegen legte mit Toren von Ercan Kara (33.) und Bendeguz Bolla (67.) den Grundstein für den Sieg. Für den Schlusspunkt sorgte „Joker“ Nikolaus Wurmbrand (86.). „Wir haben den Spielern wie immer zur Pause Clips gezeigt und es waren scheinbar die richtigen“, sagte Hoff Thorup.

Bester Saisonstart seit 1998: Rapid besiegt auch WSG Tirol

Sein Team musste bisher nur beim bitteren 1:5 in Salzburg Punkte abgeben. Das Allianz Stadion war eine uneinnehmbare Festung, bei vier Ligasiegen stehen auch 15:1-Tore in der Bilanz. „Es stimmt, dass wir keinen klaren Sechser haben. Wir haben auf der Position jetzt offensiver orientierte Spieler, die andere Stärken haben. Auch deshalb haben wir viel mehr Tore geschossen als in den Jahren davor“, erläuterte Mittelfeldspieler Nicolas Bajlicz. Kara traf zum siebenten Mal in dieser Saison, zum dritten Mal in der Liga. „Es macht viel Spaß, fühlt sich gut an. Wir haben eine richtig gute Stimmung“, sagte der Stürmer.

Pause zum „ungünstigsten Zeitpunkt“

Laut Bajlicz habe man national bis auf das Salzburg-Spiel konstant gut performt, stehe daher ganz gut da. Und der in seinem 200. Rapid-Pflichtspiel unterbeschäftigte Niklas Hedl ergänzte: „Vieles funktioniert zurzeit sehr gut, vom Spielaufbau bis vorne hin. Jeder weiß, was er zu tun hat.“ Die anstehende Pause kommt daher auch laut Bajlicz „eigentlich schon zum ungünstigsten Zeitpunkt“. Auch Hoff Thorup gab zu bedenken, dass es ein Problem sein könne, im Flow zu bleiben.

Für alle Nicht-Teamspieler geht es kommende Woche nach Italien, wo am Samstag ein Testspiel bei Venezia auf dem Programm steht. Schon zuvor will Rapids Coach mit seinem Team die Daten der Saison genau analysieren, um herauszufiltern, wo man gut sei bzw. besser werden müsse sowie Anpassungen im eigenen Spiel vornehmen könne.

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