Rapids Gegner Valencia im Porträt
Der trifft heute Abend (ab 20:30 Uhr live auf Sky Sport Austria HD) auswärts auf den spanischen Traditionsklub FC Valencia. Der Klub hat allerdings schon bessere Zeiten erlebt. Der Status als erster Herausforderer der beiden spanischen Großklubs FC Barcelona und Real Madrid ist in den letzten Jahren verlorenen gegangen.
Mannschaften wie Atletico Madrid, Athletic Bilbao, der FC Sevilla oder auch Villareal haben den „Blanquinegros“ den Rang abgelaufen. Besonders schlimm läuft es in dieser Saison. Nach einem durchwachsenen Saisonstart entließ man Ende November Trainer Nuno Espirito Santo. Unter Neo-Trainer Gary Neville wurde die Situation aber nicht besser. Valencia tümpelt in der Liga im unteren Tabellenmittelfeld herum, konnte erst vergangenes Wochenende den ersten Sieg nach neun sieglosen Spielen in Serie feiern. (Anm. d. Red.: der VIDEO-Beitrag ist aus der Talk & Tore-Sendung von Sonntag, deshalb heißt es im VIDEO: gestern)
Europa League als letzte Chance
Trotzdem gehen die Spanier als Favorit in das Duell gegen die Hütteldorfer. Die Zeiten, in denen Valencia zwei Mal hintereinander in ein Champions League-Finale (2000, 2001) vorstoßen konnte, oder den UEFA Cup (2004) gewann, sind Geschichte. Trotzdem verfügen die Spanier, auch dank der Finanzhilfe von Investor Peter Lim, über einen qualitativ hochwertigen Kader. Mit dem deutschen Weltmeister Shkodran Mustafi, Mittelfeldreggiseur Dani Parejo oder den Angreifern Sofiane Feghouli, Alvaro Negredo und Paco Alcacer, um nur einige zu nennen, verfügt Valencia über viele internationale Klassespieler.
Doch auch Trainer Gary Neville konnte die große individuelle Qualität (noch) nicht in ein funktionierendes Gesamtsystem integrieren. Aufgrund der Negativserie ist die Meisterschaft in Spanien für Valencia so gut wie gelaufen. „In der Liga stehen wir jetzt nicht so da, das wir am Ende des Jahres irgendetwas gewinnen können. Deshalb sehe ich die Europa League als Chance, etwas zu gewinnen“, zeigt sich Innenverteidiger Mustafi vor dem Duell mit dem österreichischen Rekordmeister kämpferisch.
„Keine Professionalität“
Klublegende Santiago Canizares moniert, dass im Moment bei seinem langjährigen Verein einiges im Argen liegt: „Es gibt viel kleinere Teams, die aber sehr professionell arbeiten und niemals aufgeben. Und in Valencia ist es genau umgekehrt: Hier verändert sich ständig alles. Es wird Geld in den Verein gesteckt, aber es gibt keine Professionalität, es gibt nichts – nada, nada, nada.“
Diese mangelnde Professionalität und momentane Krisenstimmung bei den Spaniern könnte die große Chance für Rapid sein. Eine gute Leistung und ein gutes Ergebnis im altehrwürdigen Estadio de Mestalla könnte das Image des österreichischen Fußballs in Europa weiter aufpolieren.
VALENCIA CLUB DE FUTBOL:
Gegründet: 1919
Clubfarben: weiß-schwarz
Stadion: Estadio de Mestalla (55.000 Zuschauer)
Website: http://www.valenciacf.com
Präsidentin: Chan Lay Hoon (Singapur)
Eigentümer: Peter Lim (Singapur)
Trainer: Gary Neville (ENG/seit 2. Dezember 2015)
Bekannteste Spieler: Paco Alcacer, Alvaro Negredo (beide ESP),
Sofiane Feghouli (ALG), Enzo Perez (ARG), Shkodran Mustafi (GER)
Größte Erfolge:
* 6 x Spanischer Meister (1942,1944,1947,1971,2002,2004)
* 7 x Spanischer Cupsieger (1941,1949,1954,1967,1979,1999,2008)
* Champions-League-Finalist 2000 (im Finale 0:3 gegen Real Madrid)
und 2001 (im Finale 1:1, 4:5 n.E. gegen Bayern München)
* Sieger im Europacup der Cupsieger 1980
* Sieger im UEFA-Cup 2004
* Europäischer Supercup-Sieger 1980 und 2004
– Vierter der Vorsaison in der spanischen Primera Division
– Einzug ins Sechzehntelfinale als Dritter der
Champions-League-Gruppe H hinter Zenit St. Petersburg und KAA Gent