RC Lens an der Ligue-1-Spitze: Baidoo und Sangaré sorgen für Furore
Es kommt nicht allzu oft vor, dass man auf die Tabelle der Ligue 1 blickt und Paris Saint-Germain nicht auf Platz eins steht. Doch nach 14 gespielten Runden führt aktuell der Racing Club de Lens die französische Liga an.
Einen großen Anteil am überraschenden Höhenflug der Nordfranzosen haben zwei Spieler, die ihren Werdegang zum gestandenen Fußball-Profi in Österreich durchlaufen haben: ÖFB-Legionär Samson Baidoo und Ex-Rapidler Mamadou Sangaré.
Baidoo mit starkem Start in Frankreich
Samson Baidoo wechselte im Sommer vom FC Red Bull Salzburg zu Lens. Rund acht Millionen Euro Ablöse standen dabei im Raum. Der gebürtige Grazer hat sich sofort einen Stammplatz erarbeitet: In 14 möglichen Partien stand er zwölfmal über 90 Minuten am Feld. Dazu kommt mit zwei Toren und einem Assist eine – für einen Innenverteidiger – starke Ausbeute.
Baidoo ist außerdem österreichischer U21-Teamspieler, führt die Mannschaft als Kapitän an und stand zuletzt in der U21-EM-Qualifikation am Platz, wo man Belgien mit 1:0 besiegen konnte. Darüber hinaus hat der Innenverteidiger bereits sein Debüt im österreichischen A-Nationalteam unter Ralf Rangnick gefeiert.
Sangaré: Mittelfeldmotor mit großem Einfluss
Ebenfalls für rund acht Millionen Euro kam Mamadou Sangaré vom SK Rapid im Sommer zu Lens. Auch der zentrale Mittelfeldspieler ist unter Trainer Pierre Sage fix gesetzt. In 13 Einsätzen steuerte der Malier ein Tor und eine Vorlage bei. Seine größte Stärke ist jedoch seine enorme Präsenz im Spiel: Er gewinnt viele Bälle, arbeitet unermüdlich nach hinten und nach vorne und hat sich auch in Frankreich schnell zum Publikumsliebling entwickelt. Sangaré zählt zudem zu den besten Spielern Europas, wenn es um Ballgewinne pro Partie geht.
Kein Wunder also, dass sein Trainer ihn zuletzt in höchsten Tönen lobte: Er sei sowohl im Zweikampf als auch im Spiel nach vorne sehr wertvoll und finde sich außergewöhnlich schnell in taktische Abläufe ein. Sangaré selbst bleibt trotz der starken Leistungen bescheiden: „Ich weiß, dass ich in meinem Spiel noch Dinge verbessern muss, aber das motiviert mich nur noch mehr“, sagte er zuletzt im Zuge eines Portraits auf der Ligue-1-Website.
Cleverer Kader, starke Achse
Die aktuelle Form von Lens liegt unter anderem auch an einer guten Transferpolitik. Baidoo und Sangaré gehören zu den wichtigsten Neuzugängen und haben – laut transfermarkt.at – die höchsten Marktwerte im Team. In der Abwehr spielt neben Baidoo auch Malang Sarr, der bereits im Sommer 2024 ablösefrei vom FC Chelsea kam.
Im Angriff sorgt Odsonne Édouard, geholt vom Glasner-Klub Crystal Palace, mit bisher fünf Toren und zwei Assists für gefährliche Momente. Zudem setzt man neben jungen Spielern auch auf Erfahrung – etwa auf den 32-jährigen Florian Thauvin, der 13 Länderspiele für Frankreich vorweisen kann.
Trainer Pierre Sage, zuvor bei Olympique Lyon tätig , setzt auf ein 3-4-2-1-System. Baidoo ist dabei ein zentraler Bestandteil der Dreierkette, Sangaré bildet gemeinsam mit Kapitän Adrien Thomasson das Mittelfeldzentrum.
Sangaré trifft auf Ex-Teamkollegen
Bis zur kurzen Winterpause in der Ligue 1 warten auf Lens noch zwei Partien: Auswärts trifft man auf den FC Angers, danach empfängt der Tabellenführer OGC Nizza. Im Spiel gegen Nizza kommt es zu einem Wiedersehen: Dort spielt der Schwede Isak Jansson, ein ehemaliger Rapid-Kollege von Mamadou Sangaré.
In der Tabelle liegt der RC Lens einen Punkt vor den amtierenden Champions-League-Sieger Paris Saint-Germain und zwei Zähler vor Olympique Marseille. Hält Lens die aktuelle Form, könnten Baidoo und Sangaré als Spitzenreiter auch in den Weihnachtsurlaub gehen – um im Frühjahr dann den ganz großen Coup in Angriff zu nehmen?
(Red.) / Bild: Imago
