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Reals Ramos: So viel mehr als ein Enfant terrible

via Sky Sport Austria

Borussia Mönchengladbach ist ordentlich in die Champions League gestartet. Im ersten Heimspiel wollen die Fohlen nun gegen einen Gegner nachlegen, der größer nicht sein könnte: Real Madrid. Die Königlichen blamierten sich zum Auftakt, aber bekommen in Sergio Ramos ihren wichtigsten Spieler zurück.

Wohl die wenigsten hätten vor Saisonbeginn Geld darauf gesetzt, dass Borussia Mönchengladbach vor dem direkten Duell mit Real Madrid am zweiten Spieltag der Champions League mehr Punkte auf dem Konto haben würde. Doch genau das ist die Ausgangslage vor dem Match im Borussia Park (mit SkyX live dabei sein: ab 19:30 Uhr live und exklusiv auf Sky Sport Austria 1).

Madrid blamiert sich zum Auftakt

Zum einen liegt das am starken Auftritt der Gladbacher, die sich beim 2:2-Remis bei Inter einen Punkt redlich verdienten, aber natürlich auch Real, das sich gegen ein aufgrund des Coronavirus’ arg dezimiertes Shakhtar Donezk bei der 2:3-Schlappe zu Hause bis auf die Knochen blamierte.

Doch die Niederlage, die im Grunde schon mit dem 0:3-Pausenstand besiegelt war, überrascht nur auf den ersten Blick. Denn auch beim Rekordmeister der Königsklasse fehlte mit Sergio Ramos ein Spieler, den Real offenbar einfach nicht ersetzen kann. Von den letzten acht Champions-League-Spielen ohne Ramos verloren die Madrilenen unglaubliche sieben.

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Real ohne Ramos in der CL keine Erfolgsgeschichte

CL-Partien von Real Madrid ohne Sergio Ramos

 
Datum Begegnung Ergebnis
11. April 2018 Real – Juventus 1:3
2. Oktober 2018 ZSKA Moskau – Real 1:0
12. Dezember 2018 Real – ZSKA Moskau 0:3
5. März 2019 Real – Ajax Amsterdam 1:4
18. September 2019 Paris St. Germain – Real 3:0
11. Dezember 2019 FC Brügge – Real 1:3
7. August 2020 Manchester City – Real 2:1
21. Oktober 2020 Real – Shakhtar Donezk 2:3

Eine unfassbare Statistik, die verdeutlicht, wie abhängig das Madrider Star-Ensemble von seinem Kapitän ist. Ramos-Kritiker reduzieren ihn gerne auf sein aggressives, teils rüpelhaftes Spiel. Bester Beleg dafür sind das Foul des Innenverteidigers im CL-Finale gegen Liverpool an Mo Salah oder auch seine zahlreichen Verwarnungen und Platzverweise.

Tatsächlich sind Ramos’ 37 Gelbe Karten in der Champions League einsamer Rekord (auf Platz zwei folgt Paul Scholes mit 32). Auch seine vier Platzverweise (dreimal Rot, einmal Gelb-Rot) sind Spitzenwert zusammen mit Edgar Davids und Zlatan Ibrahimovic. Dreimal glatt Rot sahen nur Ramos und Davids. Dazu kommen 20 Platzverweise in LaLiga (13x Gelb-Rot, 7x Rot) und 171 Gelbe Karten in der Primera Division. Natürlich suchen auch diese Werte in Spanien ihresgleichen.

Ramos mehr als ein Enfant terrible

Doch Ramos ist mehr als ein Enfant Terrible. Viel mehr. Er ist DER Führungsspieler schlechthin bei den Königlichen, reißt sein Team in kritischen Phasen immer wieder mit und ist trotz seiner mittlerweile 34 Jahren auch leistungsmäßig unumstritten. Auch weil er immer wieder wichtige Tore erzielt: Unvergessen sein Ausgleich per Kopf in der Nachspielzeit des CL-Finals 2014 gegen Atletico.

Auch im Endspiel 2016 gegen den Stadtrivalen erzielte Ramos den Treffer der Königlichen. Und dann war da noch die vergangene Saison, als Ramos nach der Corona-Pause hauptverantwortlich dafür war, dass Real den FC Barcelona in der Liga noch abfangen konnte und sich zum Meister kürte. Elf Treffer gelangen ihm in der Spielzeit insgesamt (Rekord für einen Abwehrspieler in Europas Top-5-Ligen) – sechs davon nach der Unterbrechung, als Real keine einzige Partie verlor.

Entscheidender Mann im Clasico

Auch in der aktuellen Runde netzte er schon wieder zweimal ein: Bei Betis Sevilla traf er in der Schlussphase zum 3:2-Endstand und am vergangenen Samstag war Ramos beim 3:1-Sieg im Clasico der entscheidende Mann.

In der 60. Minute nutzte der aufgerückte Innenverteidiger ein leichtes Zupfen von Barcas Clement Lenglet, um sich auf spektakuläre Weise fallen zu lassen. Es gab Elfmeter für die Gäste und Ramos schoss sein Team höchstselbst auf die Siegesstraße.

Barcelonas Cheftrainer Ronald Koeman wütete, aber konnte nichts daran ändern, dass Ramos einmal mehr ein wichtiges Spiel für Madrid entschieden und damit gleichzeitig auch Reals Minikrise beendet hatte. “Wir sind gemeinsam gerannt, wir haben zusammen auf dem Platz gelitten. Wenn die Dinge schwierig sind, müssen wir vereint auftreten”, erklärte der Routinier anschließend.

Auch im Borussia Park wird Ramos sicherlich wieder vorangehen und seine Mitspieler pushen. Allein schon, um zu verhindern, dass Gladbach auch nach drei CL-Spielen noch mehr Punkte auf dem Konto hat als die Königlichen.

(skysport.de // Robert Gherda)

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Beitragsbild: Getty Images