Rohrer und Biber wollen im Herbst in Nordamerika durchstarten
Drei österreichische Eishockey-Profis sind heuer in der National Hockey League (NHL) zum Einsatz gekommen. Stürmer Vinzenz Rohrer und Verteidiger Gregor Biber wollen sich auch den Traum von der stärksten Eishockeyliga der Welt erfüllen und in der kommenden Saison den nächsten Schritt setzen. Das Duo kämpft aktuell mit dem ÖEHV-Team bei der WM um den Aufstieg ins Viertelfinale und übersiedelt im Sommer nach Nordamerika.
Die Stürmer Marco Rossi (Vancouver Canucks) und Marco Kasper (Detroit Red Wings) sowie Verteidiger David Reinbacher, der am 12. April für die Montreal Canadiens debütiert hat, haben den Sprung in die NHL bereits geschafft. Rohrer könnte der nächste sein. Der Stürmer, 2022 von den Montreal Canadiens an Nummer 75 gedraftet, hat im Vorjahr mit den ZSC Lions die Schweizer Meisterschaft und die Champions Hockey League gewonnen und einen Dreijahresvertrag bei den Canadiens unterschrieben. Nach dem Halbfinal-Aus mit seinem Züricher Club im April wurde der 21-jährige Vorarlberger nach Kanada beordert und debütierte für das Farmteam Laval Rocket in der AHL.
Biber bereit für Nordamerika
In der AHL will nächste Saison auch Biber Fuß fassen. Der 19-Jährige, 2024 von Utah Mammoth an Nr. 98 gedraftet, wird bei der Organisation aus Salt Lake City einen Dreijahresvertrag unterschreiben und beim Farmteam Tucson Roadrunners Erfahrung sammeln. „Sie haben gesagt, dass sie mich gerne drüben hätten und ich fühle mich bereit. Ich glaube, mein Spiel passt ganz gut nach Nordamerika. Auf engem Raum am Körper spielen und einen schnellen Pass spielen, das kann ganz gut für mich passen“, sagte Biber, der als defensiver Verteidiger gilt. „Meine erste Aufgabe ist, hinten alles sauber zu halten“, erklärte der 1,90 m große Abwehrspieler, der Gewicht zugelegt hat und nun bei circa 95 Kilo hält.
Biber hat in den vergangenen zwei Jahren für Rögle BK in der schwedischen SHL gespielt und ist heuer Vizemeister geworden. Dennoch war es keine einfache Saison für ihn. Der Teenager gehörte nicht immer zum Kader und musste Geduld beweisen. „Solche Saisonen gehören dazu, wenn man jung ist, dass man nicht immer fix spielt und ein paar schwierigere Phasen hinter sich hat. Wenn ich die Chance hatte, habe ich sie, glaube ich, ganz gut genutzt“, erzählte Biber. Gebremst wurde er auch durch eine Gehirnerschütterung, nach der er zu früh wieder einstieg und insgesamt sechs Wochen pausieren musste. „Das war meine erste Gehirnerschütterung, da weiß man nicht, wie funktioniert der Kopf richtig. Für die Zukunft weiß ich, dass man sich mehr Zeit lassen sollte.“
Biber wird im Sommer mit Utah die Vorbereitungscamps absolvieren und hofft, dass er sich ab Herbst schnell auf das nordamerikanische Eishockey einstellt und für Einsätze beim NHL-Club empfiehlt. „Ich hoffe natürlich, dass es so schnell wie möglich geht. Aber wenn es im ersten Jahr nicht klappt, dann im zweiten oder dritten“, erklärte er.
Von Krems in die NHL?
Es wäre der finale Schritt in einer Entwicklung, die in einer Gegend begann, die nicht für Eishockey berühmt ist. Biber kommt aus Krems und spielte eigentlich Fußball. „Einer meiner Nachbarn ist zum Eishockey gegangen, er hat mich gefragt, ob ich mitkommen will, weil er nicht alleine gehen wollte. Ich wollte eigentlich auch nicht, bin dann doch mitgegangen. Ich habe es ziemlich schnell gelernt und es hat dann Spaß gemacht“, erzählte der Niederösterreicher, der danach zu den Tigers nach Wien und zwei Jahre nach St. Pölten ging, ehe er im Nachwuchs von Rekordmeister KAC in Klagenfurt und des schwedischen Top-Clubs Rögle durchstartete.
(APA) / Artikelbild: GEPA
