Sabitzer nach Drama gegen Algerien selbstkritisch: „War kein gutes Spiel von uns“

Der WM-Thriller gegen Algerien hat für Österreichs Fußball-Nationalmannschaft ein Happy End und damit eine Moralinjektion für das Sechzehntelfinale gegen Spanien gebracht. Angesichts der fehlerhaften Leistung beim 3:3 gegen die Nordafrikaner wird aber der emotionale Push zu wenig sein, um am Donnerstag (21.00 Uhr MESZ) in Los Angeles gegen den regierenden Europameister bestehen zu können. Das war sämtlichen Spielern nach dem Schlusspfiff in Kansas City klar.

Selbstkritisch zeigte sich unter anderem Marcel Sabitzer. „Um ehrlich zu sein, war es kein gutes Spiel von uns.“ In der zweiten Hälfte sei man „mental und körperlich am Ende gewesen, das hat man uns angesehen. Wir wollten das 2:2 irgendwie drüberbringen, aber müssen da viel mehr durchsichern, nach vorne schieben, dass wir im Mittelfeld auch wieder nach vorne kommen.“ Außerdem meinte der Schütze des zweiten Österreich-Tores: „Wir waren viel zu passiv und defensiv, haben gehofft, dass nichts passiert, und das ist eigentlich nicht unsere Identität. Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen.“

Obwohl Sasa Kalajdzic das ÖFB-Team noch erlöste, dürfe man nicht in Selbstzufriedenheit verfallen, warnte Xaver Schlager. „Jetzt können wir alle darüber lachen und stehen glücklich da, aber ich glaube, das Spiel hat schon gezeigt, dass wir noch Themen haben.“

Gegner Spanien mit „Ballbesitz-Fußball ohne Ende“

Genau diese Themen gilt es nun aufzuarbeiten, immerhin wartet einer der Topfavoriten auf den Titel. „Es ist bekannt, was auf uns zukommt mit Spanien. Der Europameister, Topspieler, eine Weltklasse-Mannschaft, Ballbesitz-Fußball ohne Ende“, meinte Schlager. „Ja, es wird sehr, sehr schwierig. Aber dafür sind wir in dem Turnier dabei, dass wir gegen solche Mannschaften spielen. Und für solche Spiele leben wir im Endeffekt.“

Alexander Schlager bezeichnete das bevorstehende Duell mit dem Weltmeister von 2010 als „fantastisch. Es ist super, wir spielen in Los Angeles in einem richtig coolen Stadion.“ Man gehe als klarer Außenseiter in die Partie. „Wir werden versuchen, sie zu attackieren, komplett befreit aufzuspielen und immer wieder Nadelstiche zu setzen.“

Mut macht dem Goalie die ÖFB-Leistung beim 0:2 gegen Argentinien. „Da können wir daraus mitnehmen, dass es absolut möglich ist, gegen Gegner, die ‚High Ends‘ im internationalen Fußball sind, etwas mitzunehmen“, betonte Schlager. Davor müsse man die Partie gegen Algerien aber noch „emotional verdauen“, meinte Phillipp Mwene.

Mwene erlebte „wildestes und emotionalstes Spiel meiner Karriere“

Der 32-jährige Außenverteidiger, der für Kalajdzic ausgewechselt wurde, erlebte nach eigenen Angaben das „wildeste und emotionalste Spiel meiner Karriere“. Alexander Schlager verwies auf die Worte von Teamchef Ralf Rangnick bei der Besprechung („Den Mutigen gehört das Glück“) und bedankte sich beim Schiedsrichter, „dass er die Nachspielzeit verlängert hat“. Vier Minuten waren angezeigt, das Kalajdzic-Tor fiel nach 95:07 Minuten, wobei Algeriens Torjubel in der 93. Minute für eine Ausdehnung der Overtime gesorgt hatte.

Für Xaver Schlager war die Schlussphase einfach nur „chaotisch. Ich glaube, so etwas wird es nicht mehr so oft geben.“ Positiv sei, dass mit allen Spekulationen um eine Verständigung auf ein Unentschieden aufgeräumt wurde. „Ich glaube, das hat schon gezeigt, dass beide Mannschaften auf Sieg gespielt haben. Bei anderen Partien wurde das Ende ein bisschen ruhiger gespielt, doch bei uns war es spektakulär“, erklärte der Mittelfeldmann.

HIGHLIGHTS | Algerien – Österreich 3:3