Salzburg nicht kaltschnäuzig: Chancenverwertung ein „Thema“
Ein xG-Wert („Expected Goals“) von 3,52, aber wieder nur ein Tor: Für den FC Red Bull Salzburg läuft es abgesehen vom Kantersieg im ÖFB-Cup in der Offensive noch nicht nach Wunsch. „Wir haben jetzt echt ein Thema in den vergangenen drei Spielen, die Chancenverwertung, wir machen viel zu wenig daraus“, sagte Kapitän Nikolas Veratschnig. Im Vergleich zu den spät fixierten 1:0-Erfolgen gegen Hartberg und Pafos gab es diesmal nur ein 1:1 in der zweiten Bundesliga-Runde beim WAC.
Nach Karim Konate (89.) bzw. Haris Tabakovic (88.) erzielte mit Yorbe Vertessen (79.) im dritten Spiel in Folge ein „Joker“ spät den einzigen Salzburger Treffer. Der Stürmer bewahrte sein Team nach einem WAC-Tor aus dem Nichts heraus durch Giacomo Vrioni (67.) zumindest vor der ersten Saisonniederlage. Zuvor hatte u.a. Tabakovic auf dem Weg zu seinem ersten Ligator für Salzburg einige Male die Kaltschnäuzigkeit vermissen lassen. „Wir sind selber schuld, dass wir da nicht drei Punkte holen“, sagte der Stürmer-Routinier.
Tabakovic fordert besseres Miteinander im Angriff
Er werde sich deshalb Gedanken machen, nahm aber das gesamte Team in die Pflicht. „Wir sollten öfter den Pass suchen zum Nebenmann, mehr aufeinander schauen. Es sollte egal sein, wer die Tore oder Assists macht.“ Coach Danny Röhl sieht seine Truppe jedenfalls auf einem guten Weg. „Wir sind darüber enttäuscht, dass wir nach so einer Leistung nur einen Punkt mitnehmen. Aber wir haben viel Qualität gezeigt, uns tolle Chancen erarbeitet, jetzt müssen wir noch die Tore machen“, sagte der Deutsche. Damit das gelingt, werde man laut dem Kärntner Veratschnig jeden Tag hart arbeiten. „Damit es in Zukunft einfacher wird für uns.“
Schon am Donnerstag (19.00 Uhr) könnte in Limassol im Rückspiel der dritten Qualifikationsrunde zur Europa League gegen Pafos mehr als ein Treffer nötig sein. Der Club aus Zypern hatte in der 2. Runde ein Hinspiel-0:2 zu Hause noch mit einem 4:0-Sieg nach Verlängerung gegen Hajduk Split gedreht. „Am Donnerstag wollen wir es im Abschluss besser machen“, sagte Röhl. Tabakovic rechnete trotz des 1:0-Siegs zu Hause definitiv mit einer „sehr schweren Aufgabe“ und einem „hitzigen“ Spiel.
Zukunft von WAC-Goalie Polster offen
Hitzig war auch die Schlussphase in Kärnten, Nikolas Polster ließ aber trotz großer Gäste-Drangphase keinen weiteren Gegentreffer zu. „Ich habe gezeigt, was ich draufhabe. Wie es mit mir weitergeht, werden wir in den nächsten Tagen sehen“, sagte der Schlussmann bezüglich eines möglichen Transfers. Laut Coach Thomas Silberberger werde das Damoklesschwert eines Abgangs seiner Nummer eins bis zum Ende der Transferzeit über dem Club schweben. Bange wäre ihm aber auch bei einem Transfer nicht, zumal auch das Vertrauen in Lukas Gütlbauer groß ist.
Die Entwicklung seiner Truppe macht dem Tiroler Freude. „Die Mannschaft befindet sich in einer Metamorphose. Sie ist eine Einheit am Platz. Das war die schwierigste Challenge, aus einem Haufen eine Mannschaft zu machen“, erläuterte der WAC-Coach. Wie Salzburg hält sein Team, das zum Start 3:0 gegen die Austria gewonnen hatte, bei vier Punkten. Silberberger sprach deshalb von einem „Mega-Auftakt“.
