Gishamer: Österreichs Schiedsrichter „brauchen sich international nicht zu verstecken“
ÖFB-Referee Sebastian Gishamer sieht Österreichs Schiedsrichterwesen international auf einem guten Weg.
„Ich glaube, dass wir uns nicht zu verstecken brauchen. Es ist ähnlich wie im Fußball. Österreich hat so ein bisschen die Mentalität, dass die anderen eh alle besser sind. Wenn man das Nationalteam ansieht, können wir uns durchaus zeigen in Europa. Auch als Schiedsrichter können wir uns in Europa zeigen“, sagte Gishamer bei DAB | Der Audiobeweis.
Im vergangenen Sommer durfte Gishmamer gemeinsam mit Kollege Julian Weinberger an einem Lehrgang mit Europas Top-Schiedsrichtern teilnehmen. „Ich war jetzt mit Julian Weinberger beim diesjährigen Sommer-Elitekurs, bei dem die Kategorie-1 Schiedsrichter und Elite-Schiedsrichter, die auch bei der Europameisterschaft im Einsatz waren, eingeladen wurden. Wir haben dort drei Tage einen Kurs mit allen möglichen Testungen, wie Fitnesstests, Regeltests oder Videotestungen abgehalten“, berichtet Gishamer.
Zudem glaubt Gishamer, dass es schon bald einen österreichsischen Schiedsrichter in der Champions League geben kann. „Es wird seit langem gefordert, dass Österreich wieder einen Schiedsrichter in der Champions League braucht. Wenn das so einfach wäre, dann würden es wahrscheinlich andere Nationen wie Lettland oder San Marino auch machen. Wir arbeiten daran und sind denke ich auf einem guten Weg“, sagte Gishamer.
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Viele Fehlentscheidungen zum Saisonstart in der Bundesliga
Insbesondere national bekamen Österreichs Unparteiische bereits früh in der neuen Bundesliga-Saison viel Kritik zu hören – und Gishamer kann diese durchaus nachvollziehen. „Es waren einige Situationen, wo man im Nachgang sagen kann, dass man sie auch anders lösen hätte können, beziehungsweise müssen. Wir hinterfragen natürlich auch, warum der Saisonstart etwas holprig und nicht fehlerfrei war. Über die letzten Saisonen gesehen hat es solche Situationen immer wieder gegeben, bei denen Schiedsrichterleistungen in gewissen Phasen der Liga einfach nicht konstant auf hohem Level waren. Es beschäftigt uns natürlich. Wir arbeiten es sehr kritisch ab“, erklärte Gishamer.
Wie Gishamer verrät, wurden die Situationen in einer gemeinsamen Videokonferenz besprochen und kritisch aufgearbeitet. „Wir hatten letzte Woche auch einen Videoanruf mit allen Beteiligten, um die Situation zu analysieren und kritisch zu hinterfragen. Jeder Schiedsrichter ist daran angehalten, sich auf seine eigenen Leistungen zu konzentrieren, sich zu sammeln und den Fokus zu finden. Dass es Situationen gibt, über die diskutiert wird, wie beispielsweise beim Spiel WAC gegen Rapid, wird immer so sein. Das hat es vor 30 Jahren schon gegeben und das wird es in 30 Jahren noch geben“, so der Referee.
Jetzt reinhören DAB | Der Audiobeweis #234 mit Sebastian Gishamer
Bild: GEPA
