Schlechte Bilanz für ÖSV-Frauen in Slowenien
Viel Zeit zum Nachjustieren blieb Katharina Liensberger, Julia Scheib und ihren Ski-Kolleginnen zum Jahreswechsel nicht. Eine Woche nach den Heimrennen am Semmering steht für die Technikerinnen am Samstag (9.30/12.30 Uhr) und Sonntag (10.00/13.00) unweit der österreichisch-slowenischen Grenze in Kranjska Gora das nächste Weltcup-Wochenende auf dem Programm. In der Jagd um die „Golden Fox“-Trophäe am Podkoren mischten die ÖSV-Frauen zuletzt selten mit.
Im vergangenen Jahrzehnt gelang in Kranjska Gora nur ein Podestplatz durch Katharina Truppe, die 2020 im Slalom Dritte wurde. Die bisher letzte Österreicherin, die in Slowenien am Riesentorlauf-Podest stand, ist Nicole Hosp als Siegerin von 2007. Am Semmering zuletzt zeigte sich, dass für rot-weiß-rote Erfolge vieles zusammenlaufen muss. Es zeigte sich aber auch, dass der Sprung aufs Stockerl möglich ist, wie es Liensberger als Slalom-Dritte vorexerzierte.
Scheib wollte sich vor der Fuchsjagd am steilen Vitranc, auf dem auch die Männer (im März) fahren, nach einer Erkrankung gut auskurieren. Und nach ihrem „Okay-Ergebnis“, wie die ambitionierte Riesentorlauf-Spezialistin nach Rang sechs meinte, an den schnellen zweiten Lauf vom Zauberberg anzuknüpfen. Ihre Devise für einen zweiten Stockerlplatz nach Sölden: „In Kranjska im ersten Durchgang voll anbuttern.“
Nur Scheib und Liensberger in Top Ten
Den letzten Schliff holten sich Österreichs Riesentorläuferinnen auf der Reiteralm. Die Weltcup-Wertung nach drei Rennen führt die zweifache Saison-Siegerin Federica Brignone (ITA/200) vor der Schwedin Sara Hector (196) und Alice Robinson aus Neuseeland (140) an. Scheib hält bei 100 Punkten (7.) – und damit bei fast so vielen wie alle anderen ÖSV-Läuferinnen gemeinsam (110).
Im Slalom übertrumpft Liensberger (205) ihre hinter den Erwartungen fahrenden Kolleginnen auch gesamt (184) – trotz vier Saisonrennen. Durch ihre zwei Podestplätze ist die Vorarlbergerin die Nummer vier der Wertung, vor der verletzten Mikaela Shiffrin (200) und hinter der Schweizerin Camille Rast (255 Punkte), der Deutschen Lena Dürr (235) und Semmering-Siegerin Zrinka Ljutic aus Kroatien (209).
Zuversicht vom Zauberberg
Ihr dritter Platz am Semmering nach einer geglückten Aufholjagd spendete der Vorarlbergerin Zuversicht für ein erfolgreiches WM-Jahr 2025. „Ich habe wieder mehr Vertrauen in meine Schwünge gefunden“, sagte Liensberger und hoffte noch auf mehr Konstanz. „Es ist gut, dass wir jetzt im Rennrhythmus sind. Es geht Schlag auf Schlag.“ Die Slalom-Crew absolvierte ihre ersten Stangentrainings im neuen Jahr am Weißensee in Kärnten.
Roland Assinger lobte sein Topduo zuletzt ausdrücklich. „Sie hat den Geschmack des Sieges im Mund. Das will sie wieder“, sagte der ÖSV-Cheftrainer über Liensberger. Dass Scheib die angekündigte Laufbestzeit mit einer „Bombenfahrt“ auch schaffte, „zeugt von Selbstvertrauen“, sagte Assinger. So manch anderer aber stellte der Kärntner öffentlich sanft die Rute ins Fenster. „Mit einem Liensberger-Podium ist man immer zufrieden. Beim Rest geht sicher mehr“, sagte Assinger.
Das heimische Aufgebot für die Kranjska-Rennen stand – anders als geplant – nicht unmittelbar nach dem Semmering fest. Für den Riesentorlauf blieb der Kader letztlich unverändert, im Slalom aber entschied man sich zur Reduktion. Angeführt von Liensberger werden nur sechs Startplätze besetzt. Die jungen Leonie Raich und Maja Waroschitz, die zuletzt die Qualifikation für den zweiten Lauf klar verpassten, fahren stattdessen im Europacup. Die Kärntnerin Truppe ist als „Heimschläferin“ abermals nur im Slalom dabei.
(APA)/Beitragsbild: GEPA
