Schweizer Teamchef Yakin bezwingt seinen Vorgänger Petkovic

Vor dem Sechzehntelfinale Schweiz-Algerien Freitagfrüh (MESZ) bei der Fußball-WM in Vancouver (2:0) war es die Story der Begegnung: Dass die Eidgenossen mit ihrem Trainer Murat Yakin auf die Wüstenfüchse aus Algerien unter deren Ex-Coach Vladimir Petkovic treffen.

Die Schweizer hegten nicht zuletzt deshalb die Befürchtung, dass sich Petkovics gute Kenntnisse ihres Teams negativ auf die Schweizer Aussichten auswirken könnten. Das blieb letztlich unbegründet.

Einfach war es aber nicht, vor allem zu Beginn, wie Yakin meinte: „Wir wurden zurückgedrängt, unser Pressing funktionierte nicht wirklich. Aber wir waren in der Lage, die uns gebotenen Räume zu nutzen und uns einige Male frei zu laufen“, sagte Yakin nach dem Spiel bei einer Pressekonferenz. „Es war wichtig, im richtigen Moment zu treffen. Es war ein Lucky Punch, aber danach, glaube ich, haben wir das Spiel dominiert. Ich bin sehr glücklich mit der Leistung insgesamt, weil wir gegen sehr starke Einzelspieler auf dem Platz standen.“

Petkovic: „Mussten für Fehler schwer bezahlen“

Petkovic sah Schwächen seines Teams in der Defensive: „Ich muss nicht notwendigerweise sagen, dass das Resultat auf das Konto der Verteidigung oder des gesamten Defensivverbunds geht. Aber natürlich, für die Art, wie wir als Team verteidigt haben, mussten wir schwer bezahlen“, sagte er vor Journalisten. „Jedes Mal, wenn wir unseren ersten Fehler machten, bekamen wir ein Tor. Der Gegner hatte drei Chancen, und bei zwei davon trafen sie auch. Wir hatten mehr Chancen als sie, aber so ist es nun einmal“, sagte der Teamchef der Algerier, wobei ihm eine gewisse Exklusivität dieser Ansicht nicht abzusprechen ist.

Petkovic, von 2014 bis 2021 Trainer der Schweizer, ergänzte, dass er mit der Leistung seines Teams insgesamt zufrieden gewesen sei und dass sie einfach gegen eine bessere Mannschaft verloren hätten. Er bilanzierte die WM insgesamt positiv: „Es war schon ein großer Erfolg, bei dem Turnier nach zwölf Jahren Abwesenheit wieder dabei zu sein. Und es zum zweiten Mal in unserer Geschichte in die K.o.-Phase zu schaffen, war ein exzellentes Ergebnis“, sagte der Coach der Wüstenfüchse, der in Zukunft ohne Riyad Mahrez auskommen muss.

Xhaka spielt zumindest 151. Länderspiel bei der WM

Für den Schweizer Kapitän Granit Xhaka wurde unterdessen klar, dass am Dienstag (22.00 Uhr MESZ/live auf ORF 1) sein 151. Länderspiel folgt: im Achtelfinale wieder in Vancouver gegen Kolumbien oder Ghana. 150 Länderspiele sind für einen Schweizer Kicker bisher einzigartig. Xhaka ist Leader der Mannschaft und spricht Dinge offen an, auch in der Pause gegen Algerien trotz der 1:0-Führung: „Ich glaube, wir sind alle alt genug, um ehrlich miteinander zu sein. Wir haben Sachen angesprochen, sie geändert und entsprechend eine sehr gute zweite Halbzeit gespielt.“ Zu Gerüchten um einen Wechsel seines Klubs von Sunderland innerhalb der Premier League zu Chelsea wollte er sich übrigens nicht äußern.

Die Schweizer rechnen sich nun auch im Achtelfinale Chancen aus, egal ob gegen Kolumbien oder Ghana. „Manzambolo“, wie die Schweizer Medien das Offensivduo Johan Manzambi und Breel Embolo liebevoll nennen, sollen es erneut richten. Im Viertelfinale könnte im Erfolgsfall Titelverteidiger Argentinien warten.

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