Seidl: „… dann wäre ich in drei Jahren Weltfußballer“

Es war kein einfaches Frühjahr für den SK Rapid und seinen Kapitän Matthias Seidl bisher. Bei Sky Sport Austria hat der 24-Jährige über die bisherige Saison der Hütteldorfer und seine persönliche Situation gesprochen.

Mit einer Rekordzahl von drei Niederlagen am Stück starteten die Hütteldorfer ins Frühjahr. Nach einem „Schwarzen Sonntag“ in Hartberg musste man sogar um die Meistergruppe zittern. Und auch in der Meistergruppe verlor Rapid den ersten großen Showdown gegen Salzburg. Nach einem starken Auftakt in die Saison 2024/25 hatten sich Seidl und Co. die vergangenen Wochen anders vorgestellt.

„Die letzten Wochen waren durchwachsen. Natürlich nicht so, wie wir es uns vorgestellt haben, als Mannschaft und auch persönlich nicht. Da waren die Leistungen nicht immer perfekt, aber wir schauen nach vorn und wollen es am Wochenende schon besser machen“, so Seidl.

Seidl in der Kritik

Nicht nur die Mannschaft, sondern auch Kapitän Seidl wurden in den vergangenen Wochen immer wieder kritisiert. Mit der Kritik an seiner Person geht der Offensivspieler aber gelassen um.

„Man muss dann noch weiter über sich hinauswachsen. Und ich versuche, dass ich mich in dem Bereich weiterentwickle, dass ich der Mannschaft so helfen kann. Und wenn da Kritik von irgendwo kommt, dann ist es so. Wenn man im Fußball den Job hat und das läuft mal nicht so, dann kommt gleich mal Kritik von jeder Seite. Ich muss ehrlich sagen, ich lese mir das gar nicht so durch, weil ich glaube, dass ich mich selbst gut einschätzen kann“, so Seidl.

Zuletzt war der offensive Mittelfeldspieler in der Mannschaft von Robert Klauß auch nicht immer unantastbar. Als der 24-Jährige Mitte Februar im Wiener Derby bei der Austria nur auf der Bank saß, sorgte das für Aufsehen. Auch danach fehlte Seidl immer wieder in der Startelf oder wurde früh ausgewechselt.

Führungsspieler? „Natürlich ist es nicht immer einfach“

Seit Beginn trägt Seidl bei Rapid die Kapitänsbinde. In die Rolle des Führungsspieler muss sich der Offensivspieler weiter erst einfinden: „Natürlich ist es nicht immer einfach. Wenn es läuft, ist natürlich immer schön und alle stehen hinter dir. Wenn es mal nicht läuft, dann kriegst du Kritik ab.“

„Aber ich muss ehrlich sagen, ich mache mir da gar nicht so einen brutalen Druck, was das Thema betrifft, weil ich versuche es einfach bestmöglich umzusetzen und mich weiter verbessern und viel mehr kann ich auch nicht machen“, so der Rapid-Kapitän.

Auch die eigene Form ist wichtig

Zentraler Punkt der Kritik ist oftmals die eigene Leistung des Offensivspielers. Die Zahlen sagen: Seidl ist auch weit weg von den Leistungen der vergangenen Saison: Nur drei Tore und neun Vorlagen konnte der Offensivspieler in 40 Pflichtspielen verzeichnen, nicht weit weg von den 16 Scorerpunkten von letzter Saison (42 Spiele gesamt/zehn Tore, sechs Assists). Auch wenn Seidl deutlich weniger Tore selbst erzielt.

Auch bei „Ankick„/im Sky Player Index zeigt sich, dass Seidl keine so schlechte Saison spielt, wie von außen manchmal zu hören ist. Zu diesem Zeitpunkt hat der Rapid-Kapitän bei „Ankick“/im Sky Player Index in dieser Saison 6.378 Punkte gesammelt. Zum Vergleich: In der Vorsaison waren es nach 23 Runden 6.298 Punkte. Also nahezu gleichviele.

„Die eigene Leistung ist extrem wichtig ist für jeden einzelnen Fußballer, ob jetzt Kapitän oder nicht. Das ist für alle sehr wichtig. Wenn man einzeln schon super Leistungen bringen kann, dann geht das andere ein bisschen leichter. Wenn die Leistung passt, dann ist es natürlich einfacher, dass man anderen hilft“, so Seidl.

„Wenn man selbst nicht in einem Formhoch ist, dann will man schon selbst so gut die eigene Leistung bringen, wie es nur geht und der Mannschaft zusätzlich weiterhelfen. Da ist beides wichtig und ich schaue natürlich auf beides.“

So unterschiedlich sind die Leistungen von Rapid-Kapitän Matthias Seidl im Vergleich zur letzten Saison gar nicht
So unterschiedlich sind die Leistungen von Rapid-Kapitän Matthias Seidl im Vergleich zur letzten Saison gar nicht

Seidl: „Ein viel schnellerer Aufstieg ist fast nicht möglich“

Die Karriere des Rapid-Profis ist in den vergangenen Jahren schnell nach oben gegangen. In der Spielzeit 2022/23 stieg der 24-Jährige mit Blau-Weiß Linz in die Bundesliga auf, dann folgte der Wechsel zu Rapid. Dort ist er nach einem überzeugenden ersten Jahr nun Kapitän. Auf die aktuell nicht zufriedenstellende Situation blickt der Offensivspieler daher gelassen.

„Ich glaube, wenn es immer bergauf geht, man ist sich schon bewusst, dass nicht immer nur so weitergehen kann“, sagt Seidl. „Das wäre natürlich schön. Wäre für mich auch schön gewesen, dann wäre ich in drei Jahren Weltfußballer. Aber so läuft es leider nicht.“

„Wenn es einmal nicht so läuft, weiß man trotzdem noch, was man kann, was man draufhat, und das muss man sich auch wieder ins Gedächtnis rufen und sich zurückerarbeiten.“

Das Saisonziel für die Hütteldorfer ist klar: Es soll wieder nach oben gehen. In der Meisterschaft will man noch eine Rolle spielen, in der Conference League wünscht man sich das Traum-Halbfinale gegen den FC Chelsea. Aber damit es dazu kommt, müssen Seidl und Co. sich wieder steigern. Die Chance haben die Hütteldorfer bereits heute beim Auswärtsspiel gegen Sturm (ab 18:55 Uhr live auf Sky Sport Austria – mit Sky X live streamen!).

Werbung

Bild: GEPA