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Skispringen: Kuttin mit Premieren-Jahr als Cheftrainer sehr zufrieden

via APA

Wien (APA) – Die Skisprung-Weltcup-Saison 2014/15 ist mit der knappsten Entscheidung aller Zeiten in Planica zu Ende gegangen. Severin Freund und Peter Prevc haben mit 1.729 Punkten die Wertung ex aequo beendet, Freund wurde nur dank seiner neun Tagessiege der neue Champion. Für ÖSV-Cheftrainer Heinz Kuttin gab es nach seiner ersten Saison aber auch genügend Gründe, eine positive Bilanz zu ziehen.

Die Ausgangslage war nach dem Abgang von Erfolgstrainer Alexander Pointner nach zehn Jahren für Kuttin freilich schwierig. Vor allem weil mit Thomas Morgenstern, davor Martin Koch und im Zuge der Saison auch Wolfgang Loitzl gleich drei Leistungsträger früherer Jahre ihren Rücktritt vom aktiven Sport erklärten. Und obwohl auch der Rekord-Weltcupsieger Gregor Schlierenzauer nie zu seiner absoluten Topform fand und “nur” einen Saisonsieg feierte, so gab es doch einige emotionale Höhepunkte für Kuttin und Co.

Mit den beiden Youngsters Stefan Kraft und Michael Hayböck haben zwei ÖSV-Athleten rechtzeitig den endgültigen Durchbruch geschafft. Beide waren zwischenzeitlich auch Träger des Gelben Trikots. “Ich bin sehr zufrieden. Es war für mich ein Kennenlernen von allen Situationen, auch was Athleten und Betreuer betrifft. Unter dem Strich waren wir sehr erfolgreich. Wir haben ja auch drei Ausfälle verkraften müssen. Aber mit Kraft und Hayböck haben wir wieder zwei neue Topspringer, die auch Weltcupsiege geschafft haben”, resümierte Kuttin im Gespräch mit der APA – Austria Presse Agentur.

Die beiden Zimmerkollegen puschten sich gegenseitig und so kürte sich Kraft nicht nur völlig unerwartet zum Vierschanzen-Tourneesieger, sondern kämpfte bis (fast) zum Schluss sogar um die große Weltcup-Kristallkugel mit. “Stefan hat eine Supersaison gehabt. Er hat Pech gehabt, dass ihm beim Wettkampfsprung in Trondheim ein Bindungsteil bricht, als er top am Weg war. So hat er dort nach dem Wettkampf statt 50 Punkten Vorsprung, 46 Punkte Rückstand gehabt. Das war absolut der Knackpunkt, hätte er das nicht gehabt, würde es ganz anders ausschauen”, glaubt Kuttin im Rückblick.

Dennoch dürfe man sich nicht auf derartige Gedankenspielereien einlassen. “Unter dem Strich sind wir zufrieden. Wir wissen, wo wir die Arbeit ansetzen müssen und das werden wir tun”, versprach Kuttin, der diese Woche noch die Saison analysieren wird, ehe es eine Pause für ihn und seine Athleten geben wird. “Das Manko, das wir noch haben ist sicher, dass wir zu den drei Top-Athleten wieder mehr junge Athleten heranführen können, damit wir auch im Nationencup mehr Punkte sammeln können”, erklärte der Kärntner, dessen Truppe in der Mannschaftswertung nur auf dem dritten Platz gelandet ist. “Das ist auch die Aufgabe von der Trainings-Gruppe II, dass wir da stärker werden.”

Die enorme Dichte im Feld tat ihr Übriges dazu. Nicht weniger als 13 verschiedene Sieger brachte diese Saison hervor. “Das hat gezeigt, dass du top sein hast müssen, damit du in die Top Ten springst. Man sieht wie Material und Athletik zusammenspielen müssen, damit du ganz vorne dabei bist”, weiß Kuttin.

Zwei Silber-WM-Medaillen durch Schlierenzauer von der Großschanze bzw. mit dem Team sowie -Bronze durch Kraft von der Normalschanze, insgesamt fünf Weltcupsiege (drei Kraft, je einen von Hayböck und Schlierenzauer), aber keinen in den fünf Teambewerben lautet die weitere Bilanz des ÖSV-Teams.

Kuttin hat jedenfalls beide Varianten im Skispringen bzw. Sport überhaupt erlebt. “Wie leicht alles von statten geht, wenn man in einen Lauf reinkommt und wie schwierig es ist, wenn man ständig am Arbeiten ist und selbst im Wettkampf noch etwas probiert.” Die Erkenntnis daraus: “Du hast keine Chance ganz vorne dabei zu sein, wenn du es im Wettkampf nicht laufen lassen kannst und dich voll auf die Freude des Skispringens konzentrierst.”

Für den früheren Betreuer von Thomas Morgenstern gibt es daher auch einen klaren Grund, weiterarbeiten zu wollen. “Ich sehe da sehr viel Potenzial. Wir haben ein, zwei Dinge, die wir besser machen können, das wollen wir auch. Dann hoffen wir, dass wir von Anfang an erfolgreich reinstarten, dann kann man mit viel mehr Selbstvertrauen arbeiten.” Das Gesamtniveau der Mannschaft müsse wieder besser werden. Hauptziel für die Saison 2015/16 ist neben dem Gesamt-Weltcup und der Vierschanzen-Tournee natürlich die Skiflug-WM im eigenen Land.

Vollauf zufrieden ist freilich auch der Aufsteiger Stefan Kraft. “Ich habe in diesen jungen Jahren mit 21 schon so viel erleben dürfen: die Tournee und zwei WM-Medaillen gewonnen, also eine perfekte Saison. Ich bin sehr happy mit dem dritten Rang, Peter und Sevi waren einfach ein bisserl stärker und konstanter.” Nun ist der Salzburger ganz froh, dass es vorüber ist. “Ich freue mich auf nächstes Jahr. Jetzt werde ich einmal genießen und realisieren, was ich heuer alles geschafft habe.”