SKN-Trainer Tanrivermis kündigt Abschied an: „Zeit, Teil eines neuen Projekts zu werden“

Wie Sky bereits vergangenen Dienstag berichtete, wird Tugberk Tanrivermis in der nächsten Saison nicht mehr auf der Trainerbank des SKN St. Pölten sitzen. Den Niederösterreichern ist es nicht gelungen, den im Sommer auslaufenden Vertrag des 35-jährigen Erfolgstrainers zu verlängern.

Tanrivermis hatte erst Im Oktober 2024 den Trainerposten von Alexander Gitsov übernommen. Etwas mehr als acht Monate später trennen sich die Wege nun wieder. Und das obwohl es in diesem Zeitraum sehr gut gelaufen ist. Seit seinem Amtsantritt hat der SKN von 20 Spielen in der ADMIRAL 2. Liga nur drei verloren. Dem gegenüber stehen 13 Siege und vier Remis und 43 Punkte bei einem Torverhältnis von 46:22. In diesem Zeitraum konnte nur Tabellenführer SV Ried mehr Punkte einfahren (45 Punkte).

Der ehemalige Jugendtrainer der AS Roma hauchte den „Wölfen“ wieder neues Leben ein. Vor allem offensiv läuft es aktuell wie am Schnürchen. Kein anderes Team konnte in den letzten 20 Spielen so viele Tore (46) erzielen. Das liegt auch an Torjäger Claudy M´Buyi, der aktuell fast nach Belieben trifft und bereits bei 19 Saisontoren hält und die Torschützenliste anführt. Und das obwohl er erst in der 13. Runde gegen Bregenz sein erstes Saisontor in der Liga erzielte.

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Die sportliche Richtung stimmt also beim ehemaligen Bundesligisten, doch nach dem Ausstieg des Investors FC32 Anfang April gestalten sich die Planungen für die neue Saison als schwierig. Dank des Einstiegs einer Investorengruppe um 11teamsports-Geschäftsführer Dietmar Wieser, Wolfgang Ammerer und die Familie Schrittwieser konnte die Lizenz für die neue Saison in letzter Minute gesichert werden.

Damit werden in der niederösterreichischen Landeshauptstadt in naher Zukunft wohl wieder kleinere Brötchen gebacken werden. Im Gegensatz zum australischen Geldgeber Paul Francis (FC32) kündigte Dietmar Wieser im Interview mit der NÖN bereits an, dass anzunehmen ist, dass das Budget für die kommende Saison reduziert wird: „Wir werden nur das ausgeben, was wir auch erwirtschaften. Es wird keine Luftschlösser mehr geben. Wir wollen regionaler werden. Ich stelle mich nicht hin und rede vom Aufstieg oder gar vom Europacup.“

 Tanrivermis bedankt sich beim Verein und den Fans

Für die ambitionierten Ziele von Trainer Tanrivermis zu wenig. Der 35-Jährige sprach im exklusiven Sky-Interview im März noch von seinem Ziel gemeinsam mit dem SKN in die Bundesliga aufzusteigen. Nun äußerte sich der ehemalige Co-Trainer von Fatih Terim bei Galatasary Istanbul, der fünf Sprachen spricht, gegenüber Sky und kündigt seinen Abschied an:

„Was wir in dieser Saison erreicht haben, ist fantastisch. Als ich am 9. Oktober übernommen habe, lagen wir auf dem zwölften Tabellenplatz, ganz nah an der Abstiegszone und waren für viele ein Abstiegskandidat. Unser Traum war es, die Liga unter den ersten Fünf zu beenden. Jetzt sind wir auf dem dritten Platz.

Durch harte Arbeit sind wir in kurzer Zeit zu einem Team geworden. Seit meinem ersten Tag hier habe ich eine sehr zugängliche Spielergruppe gefunden, die bereit war, ihre Mentalität zu ändern und Größeres zu erreichen. Der Trainerstaff, mit dem ich zusammengearbeitet habe, besteht aus kompetenten Menschen. Und abschließend möchte ich mich bei den Fans bedanken, zu denen ich eine ganz besondere Beziehung habe und die ich immer in Ehren halten werde. Ihre unermüdliche Unterstützung hat uns jede Woche aufs Neue motiviert.

Ich kann diesem großartigen Verein nur das Beste für die Zukunft wünschen. Sankt Pölten hat in meiner Fußballkarriere eine sehr wichtige Bedeutung. Ich habe mich sehr wohlgefühlt hier, aber jetzt ist es für mich an der Zeit, Teil eines neuen Projekts zu werden, um etwas aufzubauen und erfolgreich zu sein.“

Von der Vereinsseite zeigte man sich zuletzt noch kämpferisch in Sachen Vertragsverlängerung des Trainers. Man wolle sich nach dem letzten Spiel noch einmal final zusammensetzen und über die Zukunft sprechen. Der Trainer selbst, sowie der Verein wollen das letzte Spiel noch erfolgreich bestreiten und die Saison im besten Fall auf dem dritten Platz beenden. Mit einem Sieg beim abgeschlagenen Tabellenschlusslicht Lafnitz am Sonntag (17 Uhr) könnten die „Wölfe“ den 3. Rang in der Abschlusstabelle fixieren.

Bild: GEPA