Sky exklusiv || Jansson: „Kann mir eine Zukunft bei Rapid wirklich gut vorstellen“
Er ist erst der zweite Schwede im Trikot des SK Rapid und hat einen Landsmann, der ihm im grün-weißen Trikot bereits eines voraushat: den österreichischen Cup-Titel. Und doch wandelt Isak Jansson nach wenigen Monaten in Wien bereits auf den Spuren von Sven Lindmann.
Im exklusiven Interview mit Sky-Reporter Eric Niederseer spricht der schwedische Winterneuzugang über seine persönliche Schlagzeile für den 2. Mai, die emotionalen Momente nach seinem ersten Treffer im Allianz Stadion und seine (noch) ungeklärte Zukunft in Hütteldorf.
Sky: „Zunächst vielen Dank für Ihre Zeit. Lassen Sie uns über Ihren Wintertransfer sprechen. Sie haben Spanien für Österreich eingetauscht. Was waren die hauptsächlichen Gründe dafür, dass Sie Rapid als nächsten Schritt gewählt haben?“
Isak Jansson: „Es ging offensichtlich alles sehr, sehr schnell. Ehrlicherweise wusste ich noch nicht so viel über Rapid, als ich hierherkam. Aber mir wurde sehr schnell bewusst, dass es hier super Fans gibt, dass toller Fußball gespielt wird und es eine Spielweise gibt, die genau auf mich zugeschnitten ist. Das ist genau die Art und Weise, wie ich Fußball spielen möchte. Das waren die Hauptgründe“.
„Es wirkt so, als hätten Sie nur wenig Zeit benötigt, um sich an die Art des österreichischen Fußballs anzupassen. Was waren die Gründe, dass dies so schnell ging?“
„Ja, es ist wirklich schnell gegangen. Das Spiel ist relativ schnell und ich bin ein schneller Spieler, das war wahrscheinlich der Grund. Auch wenn ich, was die Physis betrifft, noch zulegen kann. Da habe ich sicherlich noch Potenzial nach oben. Aber bis dato ist es gut für mich gelaufen“.
„Worin sehen Sie die größten Unterschiede zwischen der spanischen LaLiga2 im Vergleich mit der österreichischen Bundesliga?“
„Ich denke, dass die Liga hier körperbetonter ist und es mehr hin und her geht, was den Spielstil betrifft. Hingegen ist der spanische Fußball ein bisschen kontrollierter. Das ist wohl der größte Unterschied”.
„Sie hatten in den letzten Wochen bereits einige vielversprechende Momente im Rapid-Trikot. Haben die grün-weißen Fans, aber besonders die Gegner, bereits die beste Version von Isak Jansson gesehen?“
„Nein. Ich weiß, ich habe noch viel mehr in mir. Vor allem aus körperlicher Sicht. Ich weiß, dass ich noch mehr kann, deshalb freue ich mich sehr, dass ich das in den kommenden Wochen zeigen kann“.
VIDEO: Jansson erzielt gegen Klagenfurt Premierentreffer für Rapid
Jansson gut im Team aufgenommen: „Fühle mich immer wohler“
„Als ich mit Ihrem Trainer über Sie gesprochen habe, meinte er, dass Sie ein sehr ruhiger, fokussierter Spieler sind. Ein typischer Schwede eben. Keiner, der dafür bekannt ist, in der Kabine lautstark zu singen. Ist das die perfekte Beschreibung oder kann Isak Jansson am Spielfeld oder nach einem Sieg auch schonmal laut werden?“
„Am Anfang bin ich wohl der ruhigere Typ und spreche nicht so viel. Aber ich habe mittlerweile das Gefühl, dass ich in der Umkleidekabine viele Witze mache. Das zeigt, dass ich mich von Zeit zu Zeit immer wohler fühle. Normalerweise bin ich ein Typ, der viel scherzt. Die Jungs sehen immer mehr und mehr von meinem wahren Ich“.
„Zumindest haben wir aber bereits einen ersten Eindruck bekommen, dass Sie auch emotional explodieren können: Am vergangenen Wochenende, als Sie Ihr erstes Tor vor heimischer Kulisse erzielt haben. Wie viel hat Ihnen dieser Treffer bedeutet und wie war das Gefühl direkt vor den heimischen Fans feiern zu können?“
„Es war wirklich unbeschreiblich. Speziell diese Tribüne ist immer voll, daher ist es wirklich schön, vor diesen Fans zu treffen und mit ihnen feiern zu können. Ich wollte ihnen unbedingt auch einige meiner Emotionen zeigen. Hoffentlich folgen noch viele weitere“.
„Lassen Sie uns über einen konträren Fakt sprechen: Rapid ist zwar im Jahr 2024 noch ungeschlagen, aber beim Blick auf die letzten acht Bundesliga-Spiele zeigen sich auch sechs Remis. Was fehlt dem SK Rapid derzeit, um Spiele wie gegen Austria Klagenfurt für sich entscheiden zu können?“
„Es ist schwer, einen genauen Grund zu nennen. Aber ich denke, wir haben zuletzt oft ziemlich gute Spiele geliefert. Meiner Meinung nach waren wir in den letzten Spielen besser als die anderen Mannschaften, aber haben den zweiten Treffer nicht nachlegen können oder ein billiges Gegentor kassiert. Es geht also darum, dass wir es schaffen, in schlechten Momenten im Spiel, kein Gegentor zu kassieren. Das wird vor allem in den kommenden Wochen entscheidend sein“.
Jansson nach dem 1:1-Remis gegen Klagenfurt im Sky-Interview
Janssons Schlagzeile für das Cupfinale: „Sturm wurde sportlich von Rapid zerstört“
„Sprechen wir noch einmal über Klagenfurt: Am 1. Mai wird das auch der Ort sein, auf den sich die Blicke richten. Wenn Sie eine Schlagzeile für die Zeitungen, die am 2. Mai erscheinen werden, wählen könnten: Wie würde diese lauten?“
„Sturm wurde von Rapid sportlich zerstört. (Denkpause) Aber sehr zufrieden wäre ich auch mit: der Pokal geht an Grün-Weiß“
„Sagt Ihnen der Name Sven Lindman etwas?“
„Ich weiß es gerade nicht, glaube aber den Namen bereits einmal gehört zu haben“.
„Zur Aufklärung: Sie sind erst der zweite Schwede beim SK Rapid. Sven Lindman war der erste und hat mit Rapid 1968/69 den Cuptitel geholt. ‚The pressure is on‘ oder?“
(„lacht“). Ja natürlich. Wenn er es als Schwede gewonnen hat, muss ich es ihm natürlich nachmachen“.
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Erster Karriere-Titel nach drei Monaten in Wien? „Wir werden bereit sein“
„Sie sind nun seit rund zwei Monaten in Wien und haben bereits die erste Chance auf einen Titel. Viele Spieler in der grün-weißen Historie haben vergeblich darauf warten müssen. Wie hungrig ist die Mannschaft, diese Durststrecke zu beenden und den Cup-Titel nach 29 Jahren zurück nach Hütteldorf zu bringen?“
„Ich habe gehört, dass es schon sehr lange her ist, dass wir den Titel gewonnen haben. Deshalb denke ich, dass es für viele Menschen und speziell für die Fans wichtig ist, zu sehen, dass wir den Titel immer noch gewinnen können. Und auch für mich wäre es wirklich schön, meinen ersten Titel in meiner bisherigen Karriere zu holen. Wir werden für dieses Spiel bereit sein“.
„Dreimal gegen denselben Gegner binnen 12 Tagen. Hatten Sie in Ihrer Karriere schon einmal etwas Ähnliches?“
“Nein, noch nicht”.
„Englische Wochen stehen bevor: Weniger Training, mehr Minuten auf dem Platz und ein wirklich schwerer Gegner. Ist es genau das, wonach sich jeder Fußballer am meisten sehnt?“
„Ja, diese Spiele zu spielen ist das Beste, das es gibt. Wir müssen uns also zwischen den Spielen gut erholen und fokussiert sein. Das nächste Spiel ist immer das Wichtigste, also dürfen wir nicht zu weit in die Zukunft blicken“.
Jansson kann sich Zukunft bei Rapid „wirklich gut vorstellen“
„Lassen Sie uns abschließend noch in Ihre Zukunft blicken. Sie haben eine sehr niedrige Kaufoption im Vertrag. Viele Fans wünschen sich einen Verbleib von Ihnen beim SK Rapid. Können Sie bereits grünes Licht geben, dass wir Sie nächstes Jahr wieder in Hütteldorf sehen werden?“
„Das kann man nie mit Sicherheit sagen. Der letzte Monat ist für den Verein und auch für mich jetzt sehr wichtig. Ich werde also sehen, welche Optionen ich am Ende habe. Aber ich habe bei Rapid ein wirklich gutes Gefühl und kann mir wirklich gut vorstellen, dass meine Zukunft hier sein wird. Aber man weiß nie“.
„Was sind Ihre persönlichen Ambitionen und Ziele für die kommenden Jahre?“
„Wie ich zuvor bereits erwähnt habe, bin ich eine Person, die im ‚Hier und Jetzt‘ lebt. Ich blicke nicht zu sehr in die Zukunft. Ich werde versuchen, Tag für Tag die beste Version von mir zu sein und mein Bestes zu geben. Dann werden die Dinge automatisch kommen. Das ist mein Ziel!”
Sky-Info: So hoch ist Rapids Kaufoption bei Flügelspieler Jansson
Bild: GEPA
