Nach dem Ende seiner aktiven Profikarriere arbeitet Mario Sonnleitner an seiner Trainerkarriere

Sonnleitner über ÖFB-Ausbildungen: „Fast unmöglich, schnell Fuß zu fassen“

Nach dem Ende seiner aktiven Profikarriere arbeitet Mario Sonnleitner an seiner Trainerkarriere. Aktuell absolviert der 39-Jährige den UEFA-A-Lizenzkurs in Nordirland. Im exklusiven Sky-Interview spricht der Ex-Bundesliga-Profi über seinen Weg und die Hürden der Trainerausbildungen beim ÖFB.

Nach seinem Karriereende beim TSV Hartberg 2023 und einer kurzen Auszeit stieg Sonnleitner 2024 beim ASV 13 in Wien-Hietzing ins Trainergeschäft ein. Nach knapp zehn Monaten beim damaligen Viertligisten folgte der Wechsel zum Floridsdorfer AC. Dort ist der Steirer seither als Co-Trainer tätig und durfte sich zwischenzeitlich auch als Interimstrainer versuchen.

Um die eigene Trainerkarriere voranzutreiben, erwarb Sonnleitner bereits während seiner Spielerkarriere die UEFA-B-Lizenz. Nun sollte die A-Lizenz folgen. Eine erfolgreiche Anmeldung für die Ausbildung beim ÖFB scheiterte aber an Details: „Bei der Anmeldung ist mir dann gesagt worden, dass ich die Voraussetzungen nicht erfülle“, so der 39-Jährige.

Über Bytyqi nach Nordirland

Mit 1. Juli 2025 wurden die Vorgaben vonseiten des ÖFB angepasst. Sonnleitner hätte dadurch ein Jahr länger als Co-Trainer arbeiten müssen. „Im Grunde ist es am Ende um zwei Monate gegangen“, so Sonnleitner. „Deswegen habe ich versucht, einen anderen Weg zu finden. Ich habe 20 Jahre Profifußball gespielt. Ich habe nicht ewig Zeit und kann nicht vier oder fünf Jahre warten, bis ich Trainer werden kann.

Über den aktuellen FAC-Coach Sinan Bytyqi wurde Sonnleitner dann auf den nordirischen Verband aufmerksam, wo der ehemalige Bundesliga-Profi nun die Ausbildung absolvieren kann.

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Sonnleitner und Pogatetz: Strenge ÖFB-Regeln sorgen für Probleme

Der ÖFB hat die Auflagen der UEFA für die Aufnahme in die Trainer-Lizenzkurse noch einmal verschärft. Dies wurde neben Sonnleitner vor Kurzem auch Ex-Nationalteamspieler Emanuel Pogatetz zum Verhängnis. Der 43-jährige Grazer war 2023 für knapp drei Monate als Cheftrainer des SKN St. Pölten aktiv, Anfang 2024 folgten zwei weitere an der Seitenlinie der Young Violets. Im Februar 2024 lotste Oliver Glasner Pogatetz als Co-Trainer zum Premier-League-Klub Crystal Palace, wo der Grazer im Sommer seine knapp zweieinhalbjährige Amtszeit beenden wird.

Für den ÖFB war dies aber nicht genug: Da die Zulassung zur UEFA-Pro-Lizenz eine durchgehende Tätigkeit von drei Jahren als Co-Trainer in der ersten oder zweiten Leistungsstufe verlangt, konnte Pogatetz nicht am Kurs teilnehmen. Die Jahre als Cheftrainer in St. Pölten und der zweiten Mannschaft der Wiener Austria wurden ihm nicht angerechnet.

ÖFB zu strikt? Das sagt Sonnleitner

Sonnleitner sieht positive und negative Seiten: „Der ÖFB geht relativ strikt voran. Ich denke, es ist positiv, dass sie versuchen, eine gute Ausbildung zu gewähren. Aber ein Fußballer, der eine lange Karriere hat, wird ein Problem damit haben, schnell seine Trainerausbildung zu machen.

Ich glaube, kein Ex-Spieler möchte hier irgendetwas geschenkt haben. Wir arbeiten hart, egal ob als Spieler oder dann als Trainer. Aber mit diesen Voraussetzungen ist es fast unmöglich, schnell wieder im Geschäft Fuß zu fassen“, so der Steirer weiter.

Erfahrung im Profifußball soll stärker angerechnet werden

Für Sonnleitner müssen die Jahre als Spieler im Profifußball auch bei der Ausbildung zum Trainer zählen: „Es ist ja nicht so, dass wir in unserer Profikarriere nichts gelernt haben. Da fehlt mir ein bisschen die Anrechnung. Ich verstehe schon, dass die Ausbildung für alle ziemlich gleich sein soll. Aber trotzdem müssen die Jahre im Profifußball angemessen berücksichtigt werden.

Tatsächlich spiegelt sich ein gewisser Trend auch in der ADMIRAL Bundesliga wider: Nur sechs der zwölf Liga-Trainer waren selbst Fußballer. Mit Daniel Beichler, Ferdinand Feldhofer, Dietmar Kühbauer und Manfred Schmid haben auch nur vier davon selbst in der Bundesliga gespielt. Auch International lässt sich ein ähnliches Bild erkennen: Erfolgreiche Trainer wie Glasner, Adi Hütter und Ralph Hasenhüttl waren allesamt Bundesliga-Profis.

Ich glaube, es muss ein guter Mittelweg sein. Ein Trainer, der aktiver Fußballer war, ist nicht automatisch ein guter Trainer. Es geht immer um den Menschen“, so Sonnleitner weiter.

Die Entwicklung in der ADMIRAL Bundesliga sieht der Ex-Profi auch aufgrund der Situation in der Trainerausbildung kritisch: „Ich sehe den österreichischen Fußball nicht auf einem richtig starken Weg. Vor allem, wenn man sich die letzten drei Jahre im Europacup anschaut. Man muss hinterfragen, ob die österreichischen Mannschaften wirklich wettbewerbsfähig sind.“ Dies hänge auch mit den Hürden der Trainerausbildung zusammen, so der 39-Jährige.

Sonnleitner wünscht sich Chancengleichheit für Ex-Profis

Um Ex-Spielern den Zugang zu den Trainer-Lehrgängen des ÖFB zu ermöglichen, würde sich Sonnleitner eine Veränderung der Anforderungen wünschen: „Ich glaube, dass die Voraussetzungen angepasst werden müssen. Man muss vielleicht Abstufungen machen, wenn man eine gewisse Anzahl von Jahren im Profifußball gespielt hat. Es muss mehr Möglichkeiten geben, egal in welcher Art und Weise. Ich glaube schon, dass aktuell nicht immer Chancengleichheit herrscht.

Der Ex-Profi hat für seine Zukunft eine klare Vorstellung: „Die nächsten Ziele sind so gut wie möglich die UEFA-Pro-Lizenz abzuschließen und irgendwann einmal eine Mannschaft als Cheftrainer zu trainieren. Ich bin sehr glücklich über die Möglichkeiten beim FAC. Irgendwann möchte ich natürlich einen Cheftrainer-Posten übernehmen. Aber ich bin in einer Phase, in der ich noch viel lernen muss.

Zukunft unklar: Pro-Lizenz in Österreich?

Dass Sonnleitner die UEFA-Pro-Lizenz in Österreich machen wird, steht noch nicht fest: „Zunächst will ich die A-Lizenz so schnell wie möglich abschließen. Danach kann ich mir alles vorstellen. Ich weiß, dass die Ausbildung beim ÖFB gut ist. Aber ich will nicht Ewigkeiten warten.

Am Ende entscheiden nicht die Verbände oder der Trainer selbst, ob man erfolgreich ist, sondern der Markt“, so der 39-Jährige weiter.

Ein klares Trainer-Vorbild hat Sonnleitner nicht: „Ich habe von allen etwas mitgenommen. Es ist einfach wichtig, authentisch zu bleiben. Ich habe versucht, von allen meinen Trainern zu lernen und das dann auch ins Profigeschäft mitzunehmen.

Bilder: GEPA