Sonst wartet wohl Argentinien: Spanien peilt Gruppensieg an

Der mögliche nächste Gegner des ÖFB-Teams kristallisiert sich in der Nacht auf Samstag (02:00 Uhr) in Guadalajara heraus.

Spanien möchte Platz eins in Gruppe H gegen das noch sieglose Uruguay fixieren, um im Sechzehntelfinale Weltmeister Argentinien aus dem Weg zu gehen. Kap Verde hat gegen Saudi-Arabien die Sensation vor Augen, während Gruppe-G-Favorit Belgien gegen Neuseeland noch um den Aufstieg kämpft. In Seattle steigt das „Pride Match“ zwischen Ägypten und dem Iran.

Gruppensieger geht Argentinien aus dem Weg

Nach dem 4:0-Sieg gegen Saudi-Arabien möchte der Europameister im Flowzustand in die K.o.-Phase wechseln. Trainer Luis de la Fuente hatte bereits angekündigt, dass Jungstar Lamine Yamal nun fit für 90 Minuten sei. Auch Nico Williams wird in der Startelf erwartet. Spanien trachtet nach dem Gruppensieg, um ein Duell mit Weltmeister Argentinien in der Zwischenrunde zu vermeiden. „Sie werden ‚all in‘ gehen, so wie wir es an ihrer Stelle tun würden“, warnte Abwehrmann Aymeric Laporte vor den bisher wenig überzeugenden „Urus“, er versprach: „Wir wollen die Gruppe als Erster abschließen, es liegt an uns. Auch wir werden ‚all in‘ gehen.“ Als Poolsieger könnte es zum Duell mit dem ÖFB-Team kommen, falls dieses Rang zwei in der Gruppe belegt.

Uruguay steht nach den beiden Enttäuschungen gegen Saudi-Arabien (1:1) und Kap Verde (2:2) mit dem Rücken zur Wand: Nur ein Sieg gegen den Titelfavoriten würde dem Weltmeister von 1930 und 1950 ein Weiterkommen garantieren. Angesichts der bisherigen Leistungen darf das Gelingen bezweifelt werden. Selbst Trainer Marcelo Bielsa sagt: „Das ist eine gewaltige Herausforderung für uns.“ Der kritisierte Taktikfuchs, der schon einmal mit Argentinien 2002 nach der Vorrunde ausgeschieden ist, nahm die Schuld für die magere Punkteausbeute auf sich. „Die organisatorischen Fehler, die eine Mannschaft begeht, liegen immer in der Verantwortung des Trainers“, sagte Bielsa.

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Der Traum lebt

Kap Verde (2 Punkte) und Saudi-Arabien (1) kämpfen im direkten Duell von Gruppe H um den Einzug in die K.o.-Runde. Kap Verde, erstmals bei einer Weltmeisterschaft dabei, hat mit einem torlosen Remis gegen Spanien und einem 2:2 gegen Uruguay überrascht und nun die Sensation vor Augen. „Wir sind hier, um zu versuchen, einen neuen Traum zu verwirklichen – nämlich uns für die nächste Runde zu qualifizieren. Ich denke, es ist legitim, so zu denken“, betonte Coach Bubista. Möglich ist sogar Platz zwei in der Gruppe und damit ein Spiel gegen Titelverteidiger Argentinien. „Wir wollen Geschichte schreiben“, sagte Bubista.

Die Saudis verloren nach dem Auftakt-1:1 gegen Uruguay ihr Spiel gegen Spanien mit 0:4, sehen aber weiterhin ihre Chancen und hoffen nicht zuletzt darauf, dass die Kapverden in der Hitze von Houston nachlassen. Einmal ist den Gastgebern der WM 2034 der Aufstieg schon gelungen – der aktuelle Schauplatz der Endrunde ist diesbezüglich ein gutes Omen. 1994 erreichte man bei der WM-Premiere gleich das Achtelfinale, auch damals fand das Turnier in den USA statt.

„Rote Teufel“ unter Siegzwang

Belgiens „Rote Teufel“ haben bisher noch keinen Schrecken verbreitet. Kevin de Bruyne und Co. stehen nach zwei unterdurchschnittlichen Vorstellungen gegen Ägypten und dem Iran mit nur zwei Zählern da. Ein weiteres Remis gegen die Neuseeländer würde das große belgische Zittern auslösen, könnte aber auch für Platz zwei reichen, sollte der Iran gegen Ägypten verlieren. Die offensive Durchschlagskraft war bisher mangelhaft. Immerhin ist Flügelstürmer Jeremy Doku nach der Geburt seines Sohnes rechtzeitig wieder aus England angereist.

„Wir müssen Neuseeland schlagen und wir werden Neuseeland schlagen“, meinte Belgiens Teamchef Rudi Garcia. Er hielt auch fest: „Das ist Druck, aber keine Panik.“ Die „Kiwis“ kämpfen ebenfalls noch um den Aufstieg, dafür muss aber ein Sieg gegen den Gruppenfavoriten her. Der ehemalige St. Pöltner Elijah Just erklärte zum Gegner: „Wir wissen, dass sie nun hungrig sind. Sie müssen uns schlagen. Unterschätzen werden wir sie definitiv nicht.“ In bisher neun WM-Spielen hat Neuseeland vier Unentschieden, aber keinen Sieg erreicht.

„Pride Match“ in Seattle

Die Begegnung der Ägypter gegen den Iran in Seattle steht auch deshalb im Fokus, weil „Match 63“ als „Pride Match“ ausgerufen wurde. In der Ausrichterstadt wird an diesem Wochenende das „Pride Fest“ ausgerichtet, ein großes, buntes Festival zur Feier der LGBTQI+-Gemeinschaft, für Vielfalt und Gleichberechtigung, mit einer Regenbogenparade durch die Innenstadt und Konzerten. Obwohl sich die FIFA an dem Aktionswochenende auf dem Spielfeld selbst nicht beteiligt, protestierten beide mehrheitlich muslimischen Nationen vehement gegen das Label „Pride Match“ – erfolglos.

Sportlich sieht es für Ägypten gut aus. Die Mannschaft um Superstar Mohamed Salah führt die Tabelle der Gruppe G vor dem letzten Spieltag mit vier Punkten an. Für den Iran ist es komplizierter. Die Mannschaft hat sich – auch angesichts der politischen und logistischen Lage – bisher zwar gut verkauft und keine der beiden Partien verloren. Ein Sieg würde das Weiterkommen sichern. Ansonsten hängt es womöglich auch vom Parallelspiel ab.

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