Spaß statt Medaillenziel – Dennoch Gold für Johnson/Shiffrin

Mikaela Shiffrin hat alles richtig gemacht. Nach der im November im Riesentorlauf von Killington erlittenen Bauchwunde und der notwendigen Operation bereitete die US-Amerikanerin ihr Comeback im Weltcup behutsam vor.

Am 30. Jänner stieg sie als Slalom-Zehnte in Courchevel wieder ein, bei der WM in Saalbach widerstand sie der Verlockung, mit Lindsey Vonn das „181-Weltcupsiege-Paar“ zu bilden, wählte Abfahrtsweltmeisterin Breezy Johnson und holte Teamkombi-Gold.

„Das ist irrsinnig beeindruckend, dass sie in zwei Monaten zurückgekommen ist. Ich wollte ihr helfen, weil sie es verdient hat, nach all dem, was sie erlebt hat und all dem, was sie für mich getan hat, seit ich ein Kind war“, sagte Doppelweltmeisterin Johnson nach dem Gold-Coup. „Ich wollte ihr helfen, die WM mit einer Goldmedaille zu beginnen.“

Sie hatte Shiffrin eingeladen, mit ihr zu fahren. Obwohl diese vor einigen Tagen ein Antreten noch ausgeschlossen hatte, nahm sie an. Und verzichtet aber auf den Riesentorlauf. Vonn war verstimmt, der Blick auf die Ergebnisliste gibt Shiffrin recht. „Die Medien können zu Mikaela sehr hart sein. Sie erwarten Siege, und wenn sie nicht gewinnt, dann stimmt natürlich irgendetwas nicht. Ich weiß, wie schwer es ist, zu gewinnen“, meinte Johnson, die ihrer Freundin und US-Teampartnerin gut zusprach.

Shiffrin fuhr nicht wegen Medaillen, sondern dem Spaß

Jeder spreche über Medaillen, viele sagen, das Einzige, was zählt, sind Medaillen, sagte Shiffrin zu den Medienvertretern im Zielraum. „Aber schlussendlich geht es darum, wie du dich verhältst und wie man einander unterstützt. Als ich realisiert habe, dass der Riesentorlauf derzeit noch nicht möglich ist, und mich für die Teamkombination entschieden habe, hat Breezy mir gesagt: Mach es nicht wegen der Medaille, mach es einfach wegen dem riesigen Spaß. Das hat mich beflügelt.“

Denn in Courchevel habe sie gesagt, dass sie hier sein wolle. „Aber in den vergangenen zwei Wochen habe ich das nicht oft gefühlt. Ich habe es als ganz entsetzlich empfunden. Es steckt so viel hinter Breezys Persönlichkeit und Mentalität. Das erklärt, dass sie heute hier steht: Unnachgiebige Beharrlichkeit“, meinte Shiffrin.

Für die 29-Jährige war es die 15. Medaille bei einer Weltmeisterschaft, sie hat nun acht in Gold, vier in Silber und drei in Bronze auf der Habenseite. Auf dem Zwölferkogel wird sie noch den Slalom am Samstag bestreiten, vier WM-Titel hat sie in dieser Disziplin bereits gewonnen. Im Weltcup hält sie bei 99 Erfolgen.

Truppe/Venier holen Bronze in Teamkombi

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(APA) / Bild: Imago