St. Pölten will die Krisensaison abhaken

via Sky Sport Austria

Die Freude über den geschafften Klassenerhalt währte beim SKN St. Pölten nur kurz. Bereits einen Tag nach dem 1:1 im Relegations-Rückspiel kündigte Wr. Neustadt Protest an. St. Pölten soll durch den Einsatz von David Atanga gegen das 2/3-Regualtiv der FIFA verstoßen haben. Der juristische Streit durch drei Instanzen begleitete den SKN durch die gesamte Vorbereitung. Auch wenn man in der niederösterreichischen Landeshauptstadt immer betont hat, dass man fix für die oberste Spielklasse plane, so blieb lange Zeit eine Ungewissheit. Erst knapp zwei Wochen vor dem Meisterschaftsstart kam die erlösende Nachricht. St. Pölten spielt auch 2018/19 in der Tipico Bundesliga.

„Aus den Fehlern lernen“

Beim SKN will man die vergangene Krisensaison so schnell wie möglich abhaken. „Wir haben eindeutig an Qualität dazu gewonnen“, sagt SKN-Urgestein Michael Ambichl. Doch nicht nur ein Mangel an Qualität führte den SKN im Vorjahr in die Krise. Auch Führungsspieler suchte man im SKN-Dress vergebens. Daher waren den Verantwortlichen neben den fußballerischen Fähigkeiten vor allem auch der Charakter und die Erfahrung der neuen Spieler enorm wichtig.

Ansonsten war es – wieder einmal – eine turbulente Transferperiode. 13 Spieler wurden bislang abgegeben, zehn Spieler wurden verpflichtet. Diese hohe Anzahl an Transfers hat in St. Pölten bereits Tradition. Seit dem Aufstieg in die Bundesliga wurde der Kader in jeder Transferperiode kräftig durchgemischt. Die St. Pöltner dürften aber aus den Fehlern der vergangenen Saison gelernt haben. War man in der Saison 2017/18 erst extrem spät mit der Kaderplanung fertig, so waren die Transferaktivitäten diese Saison bereits Wochen vor dem Meisterschaftsstart zum Großteil beendet.

Die routinierten Neuzugänge Gartler, Drescher & Co sollen dafür sorgen, dass die Mannschaft nicht beim ersten Tiefschlag in die Knie geht und auseinander fällt. Die positiven Ergebnisse am Ende der Vorsaison, gepaart mit einer makellosen Vorbereitung, sollte den SKN-Kickern Selbstvertrauen geben.

Neuerungen im Trainerteam

Auch im Trainerteam gab es während der Sommerpause Veränderungen. Co-Trainer Markus Schopp hat den Verein Richtung Hartberg verlassen. Manfred Nastl wird in Zukunft als Assistent von Dietmar Kühbauer agieren. Die beiden haben zuvor bereits beim WAC und der Admira zusammengearbeitet. Tormanntrainer Wolfgang Knaller wurde durch Ex-Nationalteamtorhüter Jürgen Macho ersetzt.

Prognose

Trotz der juristischen Streitereien über den Ligaverbleib des SKN bereitete Dietmar Kühbauer sein Team konzentriert auf die neue Saison vor. Sechs Siege in sechs Vorbereitungsspielen, dazu ein souveräner Cup-Auftritt, das hat es beim SKN St. Pölten schon lange nicht mehr gegeben. Auch wenn diese Ergebnisse nicht zählen, sie sind ein deutliches Indiz, dass der SKN in dieser Saison besser aufgestellt ist als im Vorjahr. Gut genug für die Bundesliga? Ich sage ja. St. Pölten wird zwar am Ende in den unteren Tabellenregionen zu finden sein, mit dem Abstieg am Ende aber nichts zu tun haben.

Text: Simon Gronister