Stimmen: Hamilton mit klarer Forderung – Alonso „schockiert“

Max Verstappen gewinnt das historisch kürzestes F1-Rennen vor George Russell und Lewis Hamilton. Weil nur drei Runden hinter dem Safety-Car gefahren wurden, werden nur halbe Punkte vergeben. Nach Renn-Abbruch spalten sich die Meinungen über das skurrile Rennen in Belgien. Die Sky Stimmen.

Max Verstappen (Red Bull) …

… zum Rennen: „Es war uns sehr wichtig, diese Pole zu holen. Es ist sehr schade, dass wir keine echten Runden fahren konnten, da die Bedingungen wirklich so schwierig waren. Um halb vier habe ich gesagt ‚Lets go, es geht vielleicht ganz anständig‘, aber die Sicht war schlecht. Wären wir direkt gestartet, hätten wir eventuell eine bessere Chance gehabt, aber danach ist es so geblieben. Das ist ein Sieg, wie du ihn dir nicht wünschst. Dennoch ein großes Kompliment an die Fans, die an der Strecke geblieben sind – bei Wind und Regen. Die sind eigentlich die Gewinner.“

… zum Meisterschaftskampf: „Wir müssen weiter pushen, weiter rankommen und weiter nach vorne schauen. Es gibt noch einige Rennen, in denen wir das tun können. Ich bin zuversichtlich – wir haben ein gutes Auto, können weiter versuchen, da noch mehr rauszuholen.“

George Russell (Williams)

… zu seinem Sprung aufs Podium: „Es hat keine Bedeutung, wie man aufs Podium kommt. Wenn man in die Geschichtsbücher guckt, dann war es schon etwas Besonderes. Wir haben nicht oft solche Qualifying-Leistungen gehabt, diesmal hat es geklappt. Danke an die Fans für diese Unterstützung. Wir sitzen alle im selben Boot unter diesen Bedingungen. Schade, dass wir das Rennen nicht fahren konnten, aber für das Team ist das ein tolles Ergebnis.“

… zu seinen starken Leistungen im Qualifying: „Den Samstag haben wir gefeiert. Das ganze Team hat es verdient, da so viel harte Arbeit in den vergangenen drei Jahren reingesteckt wurde, wir die Resultate aber nicht zeigen konnten. Samstag haben wir es voll gezeigt und letztes Jahr hätte ich nicht erwartet, dass ich aufs Podium komme.“

Lewis Hamilton (Mercedes) …

… zum Rennen: „Es hat mir so leidgetan für die Fans. Da kann allerdings keiner was für. Es war unglaublich, dass die Fans die ganze Zeit bei der Stange geblieben sind und auf ein Rennen gehofft haben. Als man uns zum Schluss rausgeschickt hat, wusste man, es würde nicht besser werden und wir machen nur die beiden Runden hinterm Safety Car. Die sind notwendig für eine Wertung. Ich hoffe, die Leute kriegen ihr Geld dafür zurück.“

… zur Frage, ob ein normales Rennen möglich gewesen wäre: „Nein, überhaupt nicht. Fünf Meter vor dir sind die Autos verschwunden. Auf den Geraden war es ganz schwierig, selbst die Blinklichter waren nicht sichtbar. Es ging nicht, man wusste nicht wo das Auto vor einem war. Ich wäre gerne ein Rennen gefahren – es hätte ein tolles Rennen werden können. Allerdings hätte es nicht regnen dürfen.“

Toto Wolff (Teamchef Mercedes) …

… zur Entscheidung, zwei Runden zu absolvieren und halbe Punkte zu verteilen: „Wir – alle Teamchefs – müssen beginnen, zu diskutieren. Am Ende des Tages ist es aber so, dass wenn das Reglement es so besagt, dann muss man es aufs Kinn nehmen und auf das nächste Rennen schauen.“

… zur langen Wartezeit, bevor eine Entscheidung getroffen wurde: „Ich glaube, dass die Rennleitung und die Formel 1 gehofft haben, dass sich das Wetter auflockert. Dies ist nicht geschehen und das ist enttäuschend. Dass die Fans so lange geblieben sind, ist allerdings beeindruckend.“

… zum Meisterschaftskampf: „Natürlich haben wir Punkte verloren, aber so ist das Regelwerk, worüber wir diskutieren werden. Da gibt es nichts zu machen, sondern es gilt, abzuschließen und auf das nächste Rennen zu blicken.“

Dr. Helmut Marko (Sportchef Red Bull) …

… zum Rennen: „Wir sind nicht stolz auf diesen Sieg. Der Veranstalter und die Ausrichter haben alles versucht, dieses Rennen über die Bühne zu bringen und dann kam man – damit alle Bedingungen erfüllt sind – zu dieser Kompromisslösung. Ich finde es nicht gut, dass man das Publikum so lange hingehalten hat, das hätte man gleich am Anfang machen können. Es herrschte eine große Unsicherheit – geht es los oder nicht. Es war kein angenehmer Renntag – man sollte sich für die Zukunft etwas Besseres einfallen lassen“

… zur Frage, wie dies aussehen würde: „Wenn die Konditionen so schlecht sind, sollte man direkt so verfahren wie heute oder das Rennen verschieben – nicht mehrere Stunden warten. Nachdem das nächste Rennen in Zandvoort ist – das ist nicht weit entfernt von hier. Daher wäre es von der Logistik möglich gewesen. Wie das von den Regularien und TV-Rechten gewesen wäre, weiß ich allerdings nicht.“

… zur Frage, was die Punkte für den Meisterschaftskampf bedeuten: „Wir haben uns hier sehr stark gefühlt, aber besser ein paar Punkte aufholen als überhaupt nicht. Wir nehmen das nicht mit Stolz aber wir nehmen es mit.“

Jost Capito (Teamchef Williams) …

… zum Rennen: „Auf der einen Seite denke ich mir ‚Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul‘, gleichzeitig wurde der Grundstein am Samstag gelegt und Sonntag waren die Bedingungen so, dass man kein Rennen fahren konnte. Es war richtig, dass so über die Bühne zu bringen und ein Rennen zu haben. Es waren außergewöhnliche Bedingungen. Das wir so schnell zu einem Podium kommen, hätten wir nicht erwartet. Es ist sehr wichtig, um den achten Platz zu behalten. Das gibt Lust auf mehr. Die Erfahrung für das Team ist ebenfalls enorm wichtig. Wenn wir das weiter vorwärts bringen, haben wir noch enorm viel Spaß in der Saison.“

… zur Frage, ob die Kritik einiger Teams an der Durchführung des Rennens berechtigt sei: „Ich kann den Frust verstehen. Es gibt ein paar Teams, die davon profitieren und ein paar, die davon nicht profitieren. Das ist Racing und man kann das Wetter nicht beeinflussen. Es gibt ein Reglement und nach dem ist alles abgelaufen. Mal sehen, was da noch kommt aber für mich ist alles nach Reglement abgelaufen.“

… zur Zukunft von George Russell: „Der Toto hat mir nicht mitgeteilt, wie seine Entscheidung lautet. Nach den Leistungen, die der George in den letzten Wochen erbracht hat, würde es mich wundern, wenn die Entscheidung nicht auf George fällt.“

Fernando Alonso (Alpine): „Das war überhaupt kein Rennen, wir sind ja nur dem Safety-Car hinterher geschlichen. Das ist ein trauriger Tag und enttäuschend für die Zuschauer, die uns das ganze Wochenende so unterstützt haben. Die Punkte, die für dieses Rennen vergeben wurden, sind seltsam. Warum Punkte, wenn es kein Rennen war? P11 ist eine Postion weg von den Punkten, aber ich konnte ja nie kämpfen. Warum werden hier Punkte vergeben? Das schockiert mich.“

Sebastian Vettel (Aston Martin) zum Rennen: „Wir sind trocken, aber schon während der Fahrerparade hat man Mitleid mit den Leuten draußen gehabt. Das sie noch drei Stunden da sitzen mussten bei dem Wetter ist extrem schade. Wir sind den Bedingungen ausgeliefert und können nichts machen. Man sieht einfach nichts. Ich war auf dem fünften Platz noch im vorderen Feld, hinten dran wird es noch schlimmer. Und ich habe auf den Geraden schon nichts gesehen. So sind einfach die Autos.“

Sky Experte Ralf Schumacher zur Kritik von Alpha Romeo an der Durchführung des Rennens: „Sie sagen wahrscheinlich, dass George Russel unter normalen Umständen nicht zweiter geworden wäre. Das ist für sie schwer, da sie es nun nicht mehr aufholen werden. Das Reglement ist das Reglement.“

(skysport.de)

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Beitragsbild: DPA