Stimmungsboykott! LASK-Fanszene wehrt sich gegen Sanktionen
Der LASK hat am Donnerstag mit einem Statement auf die Fan-Ausschreitungen beim Bundesligaspiel bei Sturm Graz am vergangenen Sonntag sowie auf die zahlreichen Proteste gegen die pinken Trikots reagiert und mehrere Haus- und Stadionverbote ausgesprochen. Die größte Fangruppierung des LASK, Landstrassler, wehrt sich nun gegen die Sanktionen des Vereins.
Für die „Landstrassler“ sind die Maßnahmen des Bundesligisten ein „unhaltbarer Angriff“ und verfassen ein Schreiben auf ihren Social Media-Accounts und auf ihrer Website. Vor allem die willkürliche Auswahl der Personen, welche die Hausverbote erhalten haben, bestürzt die Fanvereinigung.
LASK-Fans mit Hausverbot bestraft
Jene Personen, die diese Hausverbote erhalten haben, stehen alle im Vereinsregister der Landstrassler und üben offizielle Positionen in der Gruppierung aus. Diese werden beschuldigt, Waschmaschinen am Stadionparkplatz entladen zu haben, um gegen die pinken Trikots des LASK zu protestieren. Wie in der Stellungnahme zu lesen ist, wird auch ein Mitglied beschuldigt bei dieser Aktion beteiligt gewesen zu sein, der sich zu dem Zeitpunkt 1600 Kilometer weit weg auf Auslandssemester befunden haben soll. Aufgrund dieser Entwicklungen beschloss die Fangruppierung nun, beim Topspiel gegen Tabellenführer Red Bull Salzburg, den Fansupport über die gesamte Spielzeit hinweg einzustellen.
LASK-Stadionsprecher beendet seine Arbeit per sofort
Ein weiterer Nebenschauplatz hat sich auch im Laufe der Woche aufgetan. Wolfgang Fröschl, seit 2013 Stadionsprecher der Linzer, beendet sein Engagement für den LASK. Für Fröschl stand sein Aus als Stadionsprecher bereits seit mehreren Wochen fest. Wie der 49-Jährige auf Facebook mitteilt, sei „die Luft bei ihm draußen“ und er wolle sich mehr auf seine Familie fokussieren. Dennoch hört Fröschl früher als vorgenommen beim Verein auf. Vor allem die Veränderungen beim Verein und die aktuellen Ereignisse verleiten den Stadionsprecher nun, seine Arbeit per sofort einzustellen.
Hier die ganze Stellungnahme der „Landstrassler„:
LASKla!
Die LASK GmbH hat am Dienstag sechs unbefristete Hausverbote ausgeschickt, die im Zusammenhang mit den Protestaktionen am Sonntag in Graz und auf der Gugl stehen.
Den Blick konkret auf Empfänger und Inhalt der Schreiben gerichtet, wird schnell deutlich, dass sich die LASK GmbH im Vereinsregister umgesehen hat. Alle fünf angeführten Personen (Obmann, Obmann Stellvertreter, Kassier, Kassier Stellvertreter, Schriftführer) nehmen offizielle Positionen im eingetragenen Verein „Landstrassler – Verein zur Förderung des Zusammenhalts der aktiven Fanszene des Linzer ASK“ ein und haben das Hausverbotsschreiben des LASK erhalten. Diese werden offensichtlich allein aufgrund ihrer Position persönlich beschuldigt, in der Nacht von Sonntag auf Montag Waschmaschinen am Stadionparkplatz abgestellt zu haben. Umso absurder wird dieser Vorwurf, als dass sich beispielsweise einer der Betroffenen aktuell auf Auslandssemester befindet und am Sonntag über 1600 Kilometer von Linz entfernt die Mannschaft des LASK verfolgte. Zudem haben wir bereits von zwei Personen erfahren, die zufällig den selben Namen haben wie die Betroffenen und nun ebenso ein Hausverbot des LASK erhalten haben.
Die sechste Person ist dem Verein durch die kritische Arbeit der Initiative Schwarz-Weiss bekannt und erhielt als einzige weitere Person ebenso Post der LASK GmbH. Ihr wird vorgeworfen, rund um die 25. Minute Waschtabs aufs Spielfeld geworfen beziehungsweise dazu beigetragen zu haben. Auf sämtlichen Bildern und Videos (auch dem Zusammenschnitt von einem Fernsehsender) ist jedoch zu erkennen, dass diese Person zu diesem Zeitpunkt lediglich die Wäscheleine im Sektor mit rot-schwarzen Dressen behängte und keine Waschtabs berührte. Der Artikel der Initiative Schwarz-Weiss vom Montag, in dem auf die Aktionen der Fanszene vom Wochenende zurückgeblickt wurde, wird in dem Schreiben der GmbH absurderweise als Bekennerschreiben gewertet. Gegen alle sechs Personen wird zudem auf Bestreben der LASK GmbH ein Verfahren für ein österreichweites Stadionverbot eingeleitet.
Wir sehen dies als unhaltbaren Angriff auf Landstrassler, auf alle Fans des Linzer ASK und nicht zuletzt auch auf eine kritische und unabhängige Berichterstattung rund um unseren Verein. Die LASK GmbH sperrt nicht zum ersten Mal willkürlich Personen aus und erhebt sich damit zu einer Instanz, die glaubt entscheiden zu können, wer den LASK sehen darf und wer nicht. Der vorläufige Höhepunkt einer in den letzten Jahren stattgefundenen Entwicklung ist erreicht und zwingt uns zu weiteren Schritten.
Wir haben uns daher dazu entschlossen, dass wir beim morgigen Spiel keinen normalen Spielbetrieb garantieren wollen und wir 90 Minuten lang keine Stimmung organisieren werden. Unter diesen Umständen ist es für uns undenkbar, zum Alltag überzugehen. Während jahrelange Fans und unsere Brüder grundlos vor dem Stadion ausharren müssen, werden wir der GmbH sicher keine heile Welt vorgaukeln. Wir werden uns bis zum nächsten Heimspiel intensiv Gedanken dazu machen und uns auf einen Kurs für die nächste Zeit festlegen. Ein derartiger Angriff auf Fans des LASK kann und wird nicht unbeantwortet bleiben.
Der Verkaufsstand findet trotzdem statt. Ihr findet uns dieses Mal beim Cafe Froschberg, Ziegeleistraße 81. Für Gespräche und weitere Informationen stehen wir dort ebenso bereit und sind dankbar für jeden Input.
Wir werden Sieger sein!
Landstrassler im April 2024
