Stöger über Southgate-Zukunft: „Ob er sich das weiter antut?“
Nächste EM-Finalniederlage für Gareth Southgate und England: Sky-Experte Peter Stöger spricht in der letzten Ausgabe von DAB | Der Audiobeweis Spezial EURO 2024 über Englands Turnierleistung und die Zukunft des nicht unumstrittenen „Three Lions“-Teamchefs.
„Man kann darüber diskutieren, wen er einberuft oder was für eine Qualität er hat. Dann muss man sich fragen, was die Erwartungshaltung ist und was du von einer Nation wie England erwartest, was sie gewinnen müssen. Fakt ist, dass sie so wie die letzten Jahre nie performt haben. Wenn du 1966 das letzte und einzige Mal einen Titel geholt hast, was hast du für Ansprüche, auch wenn du die Nation bist. Sie waren jetzt zweimal im Finale, haben ein Mal in der 88. Minute und ein Mal im Elfmeterschießen verloren“, hinterfragt Stöger die englische Erwartungshaltung.
DAB | Der Audiobeweis Spezial EURO 2024 mit Peter Stöger
Der langjährie Trainer nimmt den England-Teamchef aber auch in Schutz: „Wenn ich Southgate wäre, würde ich sagen, sie können sich den Dreck selbst machen. Von den Kollegen, die davor waren, hat er sehr wohl Lob bekommen, dass er es viel besser macht als sie es jemals gemacht haben, und da waren auch englische Mannschaften, die waren auch nicht verkehrt. Die Frage ist, ob die Engländer das mit ihm weitermachen wollen oder ob er sich das weiter antut. Wenn nicht, wird er woanders andocken und weiter in Finali sein oder etwas gewinnen.“
Stöger über Kane: „Wenn du einmal raus bist, ist es schwer“
Ein großes Thema bleibt auch die frühe Auswechslung von Kapitän Harry Kane im Finale: „Es war für mich nicht so überraschend, weil das Momentum im Spiel davor da war und du versuchst dann als Trainer, alles zu machen. Ich glaube, dass bei Harry Kane auch noch dazukommt, dass er in der Endphase der Meisterschaft nicht fit war. Ab einem gewissen Alter brauchst du halt schon den Rhythmus. Wenn du einmal raus bist, ist es schwer dann in so ein Turnier zu kommen mit der Erwartungshaltung, abzuliefern, selbst für einen Spieler auf diesem Niveau“, erklärt der ehemalige Bundesliga-Coach.
Ein wenig leidet Stöger aber mit dem unterlegenen Finalisten mit: „Ich persönliche hätte mir gewünscht, dass die Engländer es machen. Sie haben vielleicht nicht ihr bestes Turnier gespielt, aber sie sind in den KO-Spielen immer in Rückstand geraten, sind immer retour gekommen. So etwas imponiert mir als Trainer, weil ich weiß, dass da vieles trotzdem funktionieren muss, auch wenn sie nicht den besten Fußball gespielt haben.“
(Red.)
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