Straka verteidigt geplante ATP-Reform im Doppel
Wien-Turnierdirektor und ATP-Board-Mitglied Herwig Straka hat im Zuge eines Medientermins in Wien die Pläne zur Doppel-Reduktion verteidigt. „Das ist ein Prozess, der seit vielen Jahren läuft und in den die Doppelspieler eingebunden sind“, sagte Straka im APA-Gespräch. Ein Schwerpunkt der noch nicht beschlossenen Maßnahmen sei, für die Single-Spieler zwischen Weltranglistenplatz 30 und 100 mehr Geld zur Verfügung zu stellen.
„Das sind diejenigen, die a) mehr Zuschauer bringen und b) das brauchen. Die Topspieler kriegen sehr viel Bonus und Gewinnbeteiligungen, das endet meistens bei den Top 30. Das Ziel ist, das viele Geld besser aufzuteilen. Da bleibt dann weniger für die Doppelspieler, wie viel ist noch in Verhandlung“, präzisierte der 60-jährige Steirer. Geplant ist es u.a. die seiner Ansicht nach veraltete Preisgeldaufteilung 80:20 zugunsten der Einzelspieler zu verschieben.
Doppel ganz streichen will ATP nicht
„Eine der Optionen war, Doppel zu killen, das wollen wir auf keinen Fall.“ Man habe ganz klare Statistiken. „Das Geld für die Doppelspieler ist nach wie vor sehr gut.“ Zudem will man auch dem Trend, dass sich immer mehr Spieler gar nicht erst im Einzel versuchen, sondern von Beginn an Doppel spielen, entgegensteuern. „Wenn ein 20-Jähriger sagt, ich fang als Doppelspieler an, weil da so viel Geld ist und relativ einfach zu verdienen, dann ist etwas falsch im System“, stellt Straka klar. Für die Etablierten sei ein kleinerer Raster kein so großes Problem und es soll auch eine fünfjährige Übergangszeit geben.
Das Doppel ist aber nur eine Schraube, an der die ATP demnächst drehen möchte. „Wir entscheiden erst in Turin. Es wird viel am Produkt gearbeitet, auch an der Größe der Tableaus.“ Zumindest bis 2031 wird auch nicht an den verlängerten 1000er-Turnieren gerüttelt. Diese brächten dem Turnier mehr Einnahmen. „Und seit 2023 wird das Geld zu 50 Prozent mit den Spielern geteilt.“ Stärken will man weiter die Bedeutung der 1000er-Events. „Wir werden Verpflichtungen dort noch einmal stark erhöhen und auch die 500er in der Bedeutung weiter anheben.“
