Thorsten Fink über eine Rückkehr zur Austria: „Natürlich hätte ich mir das vorstellen können“

via Sky Sport Austria
  • Zlatko Junuzovic über den österreichischen Fußball: „Wir machen uns schlechter als wir sind“
  • Roman Mählich über junge Spieler: „Es kann nicht zu früh sein, ihnen die Möglichkeit zu geben“

Der Free-to-Air Montag auf Sky: Zu Gast bei „Talk & Tore“ waren am Montag der ehemalige Trainer von Austria Wien und Grasshopper Zürich Thorsten Fink, Sturm-Graz-Trainer Roman Mählich sowie der Spieler von FC Red Bull Salzburg Zlatko Junuzovic.

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Alle Stimmen zu „Talk & Tore“

(Spieler Red Bull Salzburg)

…über den österreichischen Fußball:

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„Es ist schon eine gute Qualität und ein gutes Niveau. Meist ist es bei uns halt so, dass wir uns schlechter machen, als es ist. Ich habe das in Deutschland gesehen und miterlebt: Da kann ein Spiel noch so schlecht sein, es wirkt immer gut – so vermitteln das die Deutschen. Sicher hat es auch mit dem Drumherum, der Infrastruktur zu tun, aber auch mit den Meinungen und dem Selbstvertrauen, dass es einfach gut ist. Das wird mir in Österreich ein bisschen zu schwarz gesehen.“

…über den Abgang von Marco Rose: „Natürlich ist es für jeden Einzelnen – einerseits Spieler, aber auch für die Trainer – schwierig. Du musst Entscheidungen treffen, du musst auch deinen Weg einschlagen. Du musst auch schauen, was für dich in Zukunft das Beste ist oder auch neue Herausforderungen suchen. Das ist ganz normal, so ist der Alltag und so ist das Geschäft. Wir haben gewusst, dass es so kommen kann. Im Endeffekt glaube ich, hat es der Mannschaft nicht geschadet. Ganz im Gegenteil: Wir sind motiviert, wir wollen erfolgreich sein, wir wollen Spiele und Titel gewinnen – und momentan sind wir auf einem ganz guten Weg.“

…über Jesse Marsch, der ab der kommenden Saison die Salzburger coachen wird: „Ich habe mich schon ein bisschen informiert und habe sehr gute Sachen gehört. Auch von der Spielidee und von der Philosophie ist es sehr ähnlich zu dem, was wir momentan spielen. Aber ich glaube, wir tun gut daran, wenn wir uns mal auf die Gegenwart konzentrieren. Alles andere wird ja dann im Sommer sowieso kommen.“

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…über einen Vergleich zwischen Marco Rose und früheren Trainern von ihm: „Ich glaube, dass jeder Trainer individuell auf sein Art und Weise gestrickt ist. Es ist immer schwierig Vergleiche anzustellen. Marco Rose ist sehr authentisch. Er kann seine Idee und seine Philosophie sehr gut vermitteln, dass es auch jeder versteht. Die Jungs hören ihm auch gerne zu. Bei Rose spürt man diese positive Energie und auch die Stimmung in der Mannschaft ist sensationell. Das ist ihm auch wichtig.“

…über den drohenden Umbruch in Salzburg vor der nächsten Saison: „Es ist auch normal, dass wir jetzt viel Qualität verlieren. Das wissen wir, das weiß auch jeder andere. Aber der Verein ist so aufgestellt, dass er da vorbereitet ist und reagieren wird.“

…über das Nationalteam: „Ich mag es generell nicht, wenn ich Spiele schaue, wo ich weiß, da könnte ich eventuell dabei sein. Fit genug bin ich schon noch. (…) Trotzdem glaube ich, dass wir im Nationalteam gut besetzt sind, auch was an jungen Spielern nachkommt. Es fehlen momentan die Erfolgserlebnisse, damit du einfach in einen Lauf kommst. Und wenn das passiert, dann können wir das ganze Potenzial, was im Nationalteam steckt, zur Entfaltung bringen.”

Junuzovic über Niveau in Österreich: “Machen uns schlechter als wir sind”

(Trainer SK Sturm Graz)

…über sein aktuelles Einbauen junger Spieler und ob ihm das wichtig sei:

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„Ich stelle jetzt nicht nach Geburtsurkunde auf. Aber wenn ich im Training den Eindruck habe, dass die Jungs das Zeug haben, richtig gute Fußballer zu werden, dann denke ich, es kann nicht zu früh sein, ihnen auch die Möglichkeit zu geben sich zu präsentieren. Da habe ich auch keine Angst davor. Und so mache ich das. Das ist keine Vorgabe vom Verein, das ist meine Einstellung.“

…über Lage bei Sturm Graz: „Es war ein schwieriges Jahr. Ein großer Umbruch hat im Sommer vor einem Jahr nach dem Cup-Sieg stattgefunden. Die Mannschaft wird hin und wieder noch verglichen mit dieser ganz großen Truppe. So weit sind wir noch nicht. Wir haben uns in der Defensive stabilisiert und sind jetzt dabei, dass wir uns im Offensivspiel verbessern. Wenn es optimal läuft, dann können wir in dieser Gruppe auch den dritten Rang erreichen – aber es muss wirklich optimal laufen. Wir heben uns nicht ab von den Konkurrenten um den dritten Platz.“

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…über das defensive Spiel, das er bei Sturm spielen lässt: „Ich bin schon ein Verfechter einer guten Organisation im Spiel. Ich denke, dass das einfach wichtig ist. Wir wollen uns peu à peu in der Offensive verbessern. Wir wissen, dass wir zu wenig Tore schießen. Wir hatten noch nicht die Zeit, dass wir daran intensiv arbeiten. Denn wir dürfen nicht außer Acht lassen, dass Fußball dann immer noch ein Ergebnissport ist und hätte ich nicht diese Ergebnisse in meinen ersten Spielen geliefert, dann würde ich hier heute nicht mehr sitzen, sondern sie würden schon mit einen etwaigen Nachfolger über diese Frage diskutieren. So ist es im Fußball.“

…über die Ziele des SK Sturm in der nächsten Saison: „Wir wollen in erster Linie unser Spiel verbessern. Ich denke, dass wir defensiv gut dastehen, gut organisiert sind. Aber müssen und wollen auch – das steht ganz oben auf der Liste – in den nächsten Monaten zeigen, dass wir auch in der Offensive besser Fußball spielen können als wir das bisher gezeigt haben. Aber immer unter der Prämisse, dass wir dann nicht auf die Defensive vergessen.“

…über sein Verhältnis zu den Medien: „Ich glaube, es ist ein korrektes Verhältnis. Es ist kein freundschaftliches, aber ein Verhältnis, so wie es der Job mit sich bringt. Für mich ist es wichtig, mit den Medien zusammenzuarbeiten, es ist ganz einfach ein Wechselspiel. Ich denke, dass ich das ganz gut hinbekommen habe bis jetzt.“

Sturm-Coach Mählich: Europacup-Platz “keine Vorgabe”

(Ex-Trainer Austria Wien und Grasshopper Zürich)

…über das Ende bei Grasshopper Zürich: „Es ist eigentlich eine gute Mannschaft. Die Strukturen innerhalb des Vereins sind halt etwas schwierig und auch von außen gibt es immer Einflüsse. (…) Ich glaube, dass ich vielleicht auf falsche Leute gesetzt habe. Dass ich dachte, dass diese Leute die Mannschaft führen können. Das haben sie aber nicht geschafft.“

…über seine Zeit bei der Wiener Austria: „Ich hatte natürlich mehr Erfolg mit der Austria, deswegen liegt mir der Klub mehr am Herzen als Grasshopper. Aber ich glaube, das ist nur menschlich. Das war eine tolle Mannschaft, wir hatten ein tolles Team, das Trainerteam und die Führungsetage waren top – nur wir haben die Sache, glaube ich, insgesamt unterschätzt. Wir haben viele Leute abgegeben und haben gemeint, wir können alles mit jungen Leuten ersetzen. Das ging natürlich nicht. Ich bin nicht derjenige der sagt, ich habe alles richtig gemacht. Also ich habe auch meine Fehler gemacht. Ich lerne ja auch jedes Jahr dazu. Ich glaube, ich bin jetzt im besten Trainer-Alter und versuche das, was ich in der Vergangenheit schlecht gemacht habe, jetzt besser zu machen.“

…auf die Frage, ob er sich eine Rückkehr zur Austria vorstellen könne:

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„Natürlich hätte ich mir das vorstellen können, aber ich glaube, das wird nicht mehr passieren.“

…über seinen ehemaligen Spieler Niko Kovacs und seine Arbeit bei den Bayern: „Ich glaube, dass er es hervorragend macht. Zuerst war es gut, dann hatte er aber eine schlechte Phase – und dann ist natürlich klar, dass dann, wenn man nicht die großartige Erfahrung als Trainer hat, die Kritik kommt. Ich finde, er ist auf einem guten Weg. Die Champions League zu gewinnen, das hat Guardiola mit den Bayern auch nicht geschafft. Er hat die Möglichkeit beide Titel (Anm: Meisterschaft und Pokalsieg) zu holen. Ich gehe davon aus, dass er beiden auch holen wird.“

…über seine Zukunft: „Meine Wurzeln liegen im Trainer sein. Ich arbeite gerne mit den Leuten jeden Tag am Platz zusammen, da sind auch meine Stärken. Ob ich dann mal irgendwann Sportdirektor werde, das werden wir sehen. Momentan aber nicht.“

Fink hätte sich Rückkehr zur Austria “vorstellen können”