Thiem vor Karriereende: „In Wien will ich noch einmal alles geben“

Dominic Thiem hat am Dienstagabend einen bitteren Abschied von einem seiner Lieblingsturniere erlebt. Der 30-jährige Österreicher, der in der Gamsstadt sein letztes Sandplatzturnier bestritten hat, verlor vor ausverkauftem Stadion gegen den Argentinier Thiago Agustin Tirante nach 73 Minuten klar mit 2:6,4:6. Für den Kitz-Sieger 2019 aus Lichtenwörth wurde es damit nichts mit der erhofften Show, die er den 5.800 Fans noch einmal bieten wollte.

Doch für Thiem war die sportliche Leistung an diesem Tag nicht das Wichtigste, wie er später auch meinte. Besonders die Verabschiedung seitens der Turnierorganisatoren sei „perfekt“ gewesen. „Für mich ist das Match auch leider in den Hintergrund gerückt. Es hat sich in mir drinnen schon während des Matches der Film abgespielt, von den ganzen wunderschönen Auftritten, die ich hier in Kitzbühel gehabt habe.“

Da Thiem am Dienstag auch erfahren hat, dass Andy Murray nun fix bei den Olympischen Spielen antritt, ist seine letzte Chance auf einen Start im Zeichen der Fünf Ringe dahin. Nun hofft Thiem noch auf eine Wildcard für die US Open, falls er diese nicht bekommt, spielt er in der Qualifikation in New York. Dort, wo er 2020 mit dem Major-Titel seinen größten Erfolg gefeiert hat. Seinen endgültigen Abschied gibt Thiem dann beim zweiten Heim-Turnier im Oktober in der Wiener Stadthalle.

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Wie er die Zeit bis zu seinem nächsten Antreten in Flushing Meadows verbringt? „Bis zu den US Open sicher ganz normal, dann könnten es noch einmal eineinhalb Monate sein, dann werde ich am Anfang nicht jeden Tag spielen.“ Für Wien will er sich noch einmal konkurrenzfähig machen. Unmittelbar davor spielt Thiem noch beim UTS-Showturnier in Frankfurt (17. bis 20.10.).

„In Wien will ich noch einmal alles geben. Es war mein großer Traum wie ich ganz jung war, dass ich meine Karriere eines Tages in Wien beenden werde“, meinte Thiem.

Seit seiner Rücktrittsankündigung am 10. Mai hat Thiem nur bei den French Open in der ersten Qualifikationsrunde einen Sieg gefeiert. Auf Mallorca, vergangene Woche in Gstaad und nun in der Gamsstadt setzte es Erstrunden-Niederlagen.

Nach Wien will Thiem „ohne Jubel und Trubel in ein normales Leben finden und ein bisserl Abstand von dem Ganzen gewinnen“. Wichtig ist ihm aber, dass das Tennis in Österreich in dem guten Zustand wie aktuell beibehalten wird. „Vielleicht sogar besser als jetzt. Da sind wir mit Joel (Schwärzler, Anm.) eh richtig gut aufgestellt. Vielleicht kann ich auch einen kleinen Teil dazu beitragen mit unserer Akademie und hoffentlich kommt von uns auch bald einmal ein guter Spieler raus.“

(APA)

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Beitragsbild: GEPA