Titelfavorit Spanien nach Fehlstart gegen Saudi-Arabien gefordert
In den Gruppen G und H hat es zum WM-Auftakt ausschließlich Remis gegeben. Für die ganz große Sensation sorgte Endrunden-Neuling Kap Verde mit dem 0:0 gegen Europameister Spanien. Nun steht „La Roja“ am Sonntag (18.00 Uhr MESZ) gegen Saudi-Arabien vor einem Pflichtsieg in der Gruppe H. Erstmals voll anschreiben will auch Gruppe-G-Favorit Belgien in Los Angeles gegen den Iran (21.00). Uruguay – Kap Verde und Neuseeland – Ägypten lauten die weiteren Paarungen.
Nach dem pomadigen Erstauftritt erwartet ganz Spanien von seinen Fußballkünstlern den Beweis ihrer Schaffenskraft. Das zweite Gruppenspiel gegen Saudi-Arabien bestreitet der Turnier-Mitfavorit mit geschärften Sinnen. „Vielleicht hat uns dieser Schreck in Alarmbereitschaft versetzt“, sagte Verteidiger Marc Cucurella. „Uns ist klar geworden, dass wir in jedem Spiel zu 100 Prozent konzentriert sein müssen, denn jede Mannschaft kann einen schlagen.“ So gut es zuletzt bei der EM lief – bei Weltmeisterschaften ist das stolze Fußballland seit dem Titel 2010 nicht mehr über das Achtelfinale hinausgekommen. Und mittlerweile fast 300 WM-Minuten torlos.
Das soll Lamine Yamal ändern. Auf den Schultern des Wunderknaben ruht die Hoffnung der Öffentlichkeit – obwohl der Teenager vom FC Barcelona lange am Oberschenkel verletzt war. Beginnen wird er auch gegen Saudi-Arabien nicht, wie Trainer Luis de la Fuente erklärte. Zumindest eine Halbzeit soll sich aber ausgehen. Yamals Flügelzangen-Partner Nico Williams wird nach Verletzung ebenfalls behutsam herangeführt. Gegner Saudi-Arabien hat das Ziel, erstmals seit 1994 wieder die K.-o.-Runde zu erreichen, nach dem 1:1 gegen Uruguay etwas deutlicher vor Augen. Dass die Auswahl aus dem Wüstenstaat zu Sensationen fähig ist, zeigte sie bei der WM 2022 mit einem 2:1 gegen den späteren Weltmeister Argentinien.
Die „Roten Teufel“ hoffen auf Lukaku
Der mittelmäßige WM-Start hat Spuren hinterlassen. In Belgien gibt es eine Debatte über die harmlose Angriffsreihe. Sturmtank Romelu Lukaku, der Sekunden nach seiner Einwechslung ein Tor erzwang, dürfte dieses Mal mehr Minuten bekommen als noch gegen Ägypten. Die Frage ist, ob Trainer Rudi Garcia ihn gegen den Iran beginnen lässt oder einwechselt. Bei Napoli kam der 90-fache Nationalteamtorschütze auch wegen Verletzungen saisonübergreifend auf keine 90 Minuten Spielzeit.
Nicht minder stark lastet der Druck auf dem Iran. Zwar trotzten die Profis den schwierigen Umständen beim 2:2 gegen Neuseeland, wie beim Start werden sich die Augen beim iranischen Team aber nicht nur auf die sportliche Leistung richten. Vor allem organisatorisch bleibt der WM-Auftritt des im Krieg mit der USA stehenden Landes herausfordernd. Kurzfristige Änderungen bei An- und Abreise in die USA fühlten sich für das in Mexiko stationierte „Team Melli“ nach Schikane an, wie Trainer Amir Ghalenoei erklärte. Das sportliche Ziel bleibt der erstmalige Einzug in die K.o.-Runde.
Kap Verde will wieder überraschen
Das 1:1 gegen Saudi-Arabien hat bei Uruguay für Unzufriedenheit und Druck gesorgt. Dass der ehemalige Liverpool-Stürmer Darwin Nunez beim zweifachen Weltmeister schon zur Halbzeit ausgewechselt wurde, hat ebenfalls Konfliktpotenzial. In der Nacht auf Montag (0.00 MESZ) treffen die „Urus“ auf ein Team im Hoch: Kap Verde trachtet nach dem 0:0 gegen Spanien nach dem nächsten Coup. Auch wenn der gehypte Goalie Vozinha die Erwartungen herunterspielt. „Wir sollten die Messlatte nicht unrealistisch hoch legen, denn wir wissen, dass wir aus einem kleinen Land kommen und eine kleine Nationalmannschaft sind“, betonte der 40-Jährige, ehe er doch anmerkte: „Aber wir haben viel Qualität und sind ehrgeizig.“
Ägypten um ersten Sieg bei einer WM
Der Sieger dieses Duells hat ausgezeichnete Karten auf den Aufstieg aus der Gruppe G. Für Ägypten um Starspieler Mohamed Salah war beim 1:1 gegen Belgien sogar mehr drin. Nun soll gegen Neuseeland am Montag (3.00/Vancouver) endlich der erste Sieg bei einer WM-Endrunde für die „Pharaonen“ herausschauen. Anders als gegen Belgien wird das Team von Trainer Hossam Hassan jedoch wohl das Spiel machen müssen. Neuseeland hat gegen den Iran ein achtbares 2:2 geschafft und ist nach drei Remis bei der WM 2010 vier WM-Partien in Folge ungeschlagen. Die „All Whites“ hoffen wieder auf Überraschungsmomente der Angreifer Chris Wood und Ex-St. Pöltener Elijah Just.
