Trotz Niederlage: GAK-Interimscoach Standfest sieht „viel Potenzial“
Der GAK hat eine Reaktion auf das 0:8-Debakel bei Rapid gezeigt. Ob sie ausreicht, um Interimscoach Joachim Standfest längerfristig im Amt zu halten, werden die kommenden Tage zeigen.
Der bisherige Co-Trainer, der anstelle des zu Wochenbeginn dienstfrei gestellten Ferdinand Feldhofer übernommen hatte, war mit dem Auftritt seiner Truppe beim 0:1 am Freitag in der ADMIRAL Bundesliga in Ried alles andere als unzufrieden – auch wenn das Ergebnis kein Bewerbungsschreiben war.
„Es klingt vielleicht blöd, wenn man verliert, aber ich glaube schon, dass wir auf dem aufbauen können“, sagte Standfest. Die Geschehnisse der vergangenen Tage hätten es für sein Team alles andere als einfach gemacht. „Es war eine extreme Verunsicherung zu spüren, aber das haben wir ganz gut in den Griff bekommen.“ Der couragierte Auftritt im Innviertel lässt den Ex-Internationalen hoffen. „Man hat gesehen, wie viel Potenzial in dieser Mannschaft ist. Das muss man herauskitzeln.“
Aberkanntes GAK-Tor – Standfest: „Das macht das Spiel kaputt“
Luft nach oben ortete Standfest in vielen Bereichen. „Wir wissen, dass wir noch nicht stabil sind, das ist auch schwer möglich mit der Konstellation“, meinte der 46-Jährige. „Solange ich in der Position bin, werden wir weiterarbeiten und das Stück für Stück verbessern.“ Standfest hatte im Jänner als Feldhofers Assistent beim GAK angeheuert, für den er als Aktiver nicht weniger als 263 Pflichtspiele bestritten hatte.
„Zeitnah“ Entscheidung in Trainerfrage
Die Clubführung will laut Präsident Rene Ziesler „zeitnah“ eine Entscheidung in der Trainerfrage treffen. Interims-Sportdirektor Andreas Lienhart, zu Monatsbeginn für den aus gesundheitlichen Gründen nicht zur Verfügung stehenden Tino Wawra eingesprungen, soll eine Liste mit möglichen Kandidaten vorlegen, auf der auch Standfest steht. „Er ist ein Favorit“, sagte Ziesler vor dem Spiel in Ried auf Sky. Er hoffe auf eine schnellstmögliche Entscheidung. „Wir sind vom Budget her begrenzt.“
Lienhart bestätigte Gespräche mit mehreren Kandidaten, nannte außer Standfest aber keine Namen – auch nicht die von Manfred Schmid oder Gerald Scheiblehner. „Wir werden zeitnah festlegen, wer unser Trainer sein wird“, sagte der Ex-Profi. Man sei in den Gesprächen „schon sehr weit“. Ihre nächste Bundesliga-Partie bestreiten die Grazer, die nach vier Runden mit drei Punkten dastehen, nächsten Samstag beim WAC.
Rieder Belohnung und ein Versprechen
Die Rieder haben vier Zähler auf dem Konto. Neo-Trainer Mario Despotovic war die Erleichterung über den ersten Sieg in der Liga anzumerken, die Bäume wollte der Kroate danach aber nicht in den Himmel wachsen lassen. „Es hätte auch in den Spielen davor passieren können. Wir trainieren von Woche zu Woche gut, jetzt haben wir uns belohnt.“ Sportdirektor Lukas Brandl war zufrieden: „Es war nicht einmal unser bestes Spiel der Saison, aber das Ergebnis hat einmal gepasst.“
Despotovic bezeichnete es als „superwichtig“, nach davor begangenen Fehlern in der Defensive erstmals in dieser Saison zu null gespielt zu haben. „Das kann aber noch besser werden, wir können noch stabiler sein.“ Sonderlob gab es für Torhüter Andreas Leitner, der die drei Punkte mehrmals festgehalten hatte. Nächsten Sonntag geht es für die Rieder nach Hartberg. Despotovics Versprechen für die kommenden Spiele: „Wir werden versuchen, mehr Offensivpower nach vorne zu machen.“
