Trotz Titel-Aberkennung: Senegal feiert Pokal-Parade
Nach der Aberkennung des Titels beim Afrika Cup hat die Fußball-Nationalmannschaft des Senegal ein Zeichen der Unbeugsamkeit gesetzt.
Die Spieler trugen den Pokal für den Sieger des Kontinental-Wettbewerbs vor Anpfiff des Testspiels gegen Peru auf einer Art Ehrenrunde im Pariser Stade de France und ließen sich von den Fans feiern. Auch auf der Tribüne und im Kabinengang präsentierten die Senegalesen die Trophäe mit ausgelassener Freude.
Die Aktion ist vor allem für den afrikanischen Fußball-Verband (CAF) ein Affront. Das Berufungsgericht des CAF hatte zwei Monate nach dem von Tumulten geprägten Endspiel dem Einspruch von Marokko stattgegeben und das Match, das der Senegal sportlich mit 1:0 nach Verlängerung gewonnen hatte, mit 3:0 für den Gastgeber gewertet. Daraufhin hatte es zahlreiche Kritik aus der Fußball-Welt gegeben. Der senegalesische Verband legte Berufung vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) ein. Diese zielt darauf ab, die CAF-Entscheidung aufzuheben und Senegal wieder zum Sieger des Afrika Cups zu erklären.
Das CAF-Gericht hatte seine Entscheidung damit begründet, dass das senegalesische Team durch das Verlassen des Platzes aus Protest gegen eine Schiedsrichterentscheidung gegen Ende der regulären Spielzeit die Partie aufgegeben habe. In erster Instanz war Senegals Verband nur zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Das Finale des Afrika Cups am 18. Jänner war infolge fragwürdiger Entscheidungen komplett aus dem Ruder gelaufen.
Senegal sieht Aberkennung als „administrativen Raubüberfall“
Kapitän Kalidou Koulibaly und Torhüter Edouard Mendy stellten die Trophäe nach der Ehrenrunde auf der Tribüne bei Verbandspräsident Abdoulaye Fall ab. Schon ab 14 Uhr waren Tausende senegalesische Fans ins Stadion geströmt. Es ist das erste Länderspiel seit dem umstrittenen Finale des Afrika-Cups im Januar.
Das erste Länderspiel seit dem umstrittenen Finale des Afrika-Cups im Januar gewann Senegal im Anschluss. Bayern-Profi Nicolas Jackson traf zur Führung (41.), Ismaila Sarr erhöhte nach der Pause (54.).
Wirbel um Afrika-Cup: Senegals Gueye erwägt Medaillen-Abgabe
Die Pläne waren am Donnerstag bekannt geworden. Verbandspräsident Fall sprach auf einer Pressekonferenz in Paris von einem „administrativen Raubüberfall, dem gröbsten in der Geschichte unseres Sports“. Zugleich kündigte er an: „Senegal weigert sich, das als gegeben hinzunehmen.“ Ein Anwalt des senegalesischen Verbandes erklärte zudem, es gebe keine Entscheidung, die zur Rückgabe von Medaillen oder der Trophäe verpflichte, die Verbandsseite kündigte eine Korruptionsbeschwerde gegen mehrere Personen an.
(APA/SID).
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