Trotz Unterzahl: Leverkusen dank Xhaka-Traumtor erstmals Double-Sieger
Bayer Leverkusen gewinnt nach dem deutschen Meistertitel auch das Finale im DFB-Pokal und revanchiert sich mit einem knappen 1:0-Erfolg über den 1. FC Kaiserslautern für das verlorene Europa-League-Finale am Mittwoch.
Die Werkself wurde am Samstag gegen den Zweitligisten der eigenen Favoritenrolle gerecht und durfte nach dem ersten Meistertitel der Club-Geschichte neuerlich jubeln. Den zuvor einzigen Triumph im Cup hatte Leverkusen 1993 gefeiert. Zum Matchwinner im ausverkauften Berliner Olympiastadion avancierte Granit Xhaka (17.).
Spannend blieb es vor 74.322 Zuschauern bis am Schluss auch deshalb, da Leverkusens Odilon Kossounou in der 44. Minute die Gelb-Rote Karte gesehen hatte. Der Favorit konnte die am Mittwoch kassierte 0:3-Niederlage im Finale der Europa League, die eine Serie von 51 ungeschlagenen Pflichtspielen beendete, gut wegstecken. Bei den Feierlichkeiten am Sonntag in Leverkusen können den sicher Tausenden Fans nun zwei Objekte der Begierde präsentiert werden.
Mittelfeld-Anführer Xhaka sorgte vor der Pause für das große Highlight, sein Linksschuss aus rund 20 Metern landete genau im Eck. Kurz vor dem Pausenpfiff wurde dann Kossounou nach einem unglücklichen Tritt gegen Boris Tomiak zurecht mit der Ampelkarte des Platzes verwiesen. Das nährte die Hoffnungen des Underdogs auf eine Überraschung und beinahe wäre in der 62. Minute auch der Ausgleich gefallen. Den verhinderte Lukas Hradecky mit einer Glanzparade bei einem Schuss von „Joker“ Ragnar Ache (62.).
Leverkusen verpasst trotz Unterzahl Vorentscheidung
Sonst lag aber eher ein zweiter Treffer des Meisters in der Luft. Jeremie Frimpong zog am Goalie vorbei, schloss aber nicht ab und sein Pass fand keinen Abnehmer. Gleich darauf fehlte bei einem Abschluss von Amine Adli nicht viel (jeweils 75.). Dadurch musste die Truppe von Trainer Xabi Alonso bis zum Schlusspfiff zittern. Es blieb aber dabei, dass Kaiserslautern nur 1990 und 1996 den DFB-Pokal für sich entscheiden konnte. Zum sechsten Mal ging ein Finale verloren. Für Trainer Friedhelm Funkel gab es somit zum Abschied kein Erfolgserlebnis, die starke Cup-Saison des Vereins wird trotzdem noch lange in Erinnerung bleiben.
In Erinnerung bleiben wird auch der starke Pyrotechnik-Einsatz der Kaiserslautern Anhänger. Schon in der ersten Halbzeit hatten sie Feuerwerkskörper gezündet, kurz nach Beginn der zweiten Hälfte wurde die Partie sogar für einige Minuten deshalb unterbrochen.
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Leverkusen feiert zweiten Cupsieg nach 1993
Das Team von Trainer Xabi Alonso holte zum zweiten Mal nach 1993 die Trophäe. Damit kassierten die Rheinländer in 53 Saisonspielen lediglich eine Niederlage, diese aber ausgerechnet drei Tage zuvor im Endspiel der Europa League gegen Atalanta Bergamo. Zeitgleich schoss die Werkself den Bundesliga-Achten 1. FC Heidenheim in die Conference League.
Lautern verpasste den dritten Pokaltriumph nach 1990 und 1996, erst als zweiter Zweitligist nach Hannover 96 (1992) hätte der FCK den Titel holen können. Für Friedhelm Funkel war es das letzte Spiel als Trainer der Pfälzer.
(APA/Red./SID)
Beitragsbild: Imago.
