Tuchel zur Situation bei Chelsea: „Es ist schrecklich“

Die ungewisse Zukunft des russischen Klub-Eigentümers Roman Abramowitsch hat nach Ansicht von Teammanager Thomas Tuchel Auswirkungen auf den FC Chelsea.

„Wir sollten nicht so tun, als sei dies kein Thema. Die Situation für mich und meine Mitarbeiter, die Spieler ist schrecklich“, sagte er vor dem Endspiel des Ligacups gegen den FC Liverpool am Sonntag in Wembley. Für den Klub bringe es eine große „Unsicherheit“, so Tuchel, „viel schlimmer ist es aber für die wirklich betroffenen Menschen. Unsere besten Wünsche, unsere Gedanken sind bei ihnen, das ist das absolut Wichtigste.“

Tuchel über Lage in der Ukraine: „Wir fühlen uns miserabel“

Abramowitsch drohen Sanktionen

Nach der Invasion russischer Truppen in die Ukraine wird im britischen Parlament nicht nur über Chelseas Klub-Besitzer diskutiert. Abramowitsch ist einer von zahlreichen Oligarchen und Firmen, denen Sanktionen drohen. Im Parlament wurde bereits vorgeschlagen, seine Konten einzufrieren und Besitztümer inklusive Chelsea zu beschlagnahmen.

Auch ein Verkauf des Klubs stehe laut Medienberichten im Raum. Laut Bloomberg Wealth seien bereits Investoren aus den USA daran interessiert den Klub zu übernehmen. Es soll dem Bericht zufolge bereits eine Anfrage gegeben haben. Um wen es sich bei den Interessen handelt, ist unklar. Die Beteiligten wollen derzeit nicht genannt werden.

„Signifikantes“ Interesse aus den USA für Chelsea

Aktuell wäre ein Verkauf des FC Chelsea, dessen Wert sich laut KPMG auf 1,9 Milliarden Euro beläuft, wohl noch ohne Probleme möglich. Stünde Eigentümer Roman Abramowitsch ebenfalls auf der Sanktionsliste, was in den kommenden Tagen geschehen könnte, dann könnte es zu Komplikationen kommen. Ohnehin ist nicht klar, wie ein solcher Deal in dieser Situation ablaufen würde.

Amerikanische Investoren würden „signifikantes“ Interesse an Chelsea zeigen, wenn es zum Verkauf stünde, sagte Jeff Moorad, dessen MSP Sports Capital in McLaren Racing investiert hat. Der Verein ist „eine der wahren globalen Marken“, zitiert ihn Bloomberg.

Tuchel wollte nicht zu detailliert auf die Situation eingehen. „Es gibt so viele Ungewissheiten rund um unseren Klub und die Situation in Großbritannien, dass es keinen Sinn macht, wenn ich dies kommentiere.“ Er räumte allerdings ein, dass die Gesamtsituation „unsere Gedanken“ und „Vorfreude auf das Endspiel“ verhülle.

(SID)/Bild: Imago