Union-Trainer Bjelica: Erfolge & emotionale Ausbrüche in Österreich

Nenad Bjelica wurde am Sonntag vom deutschen Champions-League-Teilnehmer Union Berlin als Nachfolger von Trainer Urs Fischer vorgestellt. Der 52-jährige Kroate, von deutschen Medien als „No-Name-Trainer“ tituliert, ist in Österreich wahrlich kein Unbekannter. Den Wolfsberger AC führte Bjelica in die Bundesliga, mit der Wiener Austria spielte er Champions League, für denkwürdige Momente sorgte er auch mit emotionalen Ausbrüchen.

Der in Osijek geborene Bjelica setzte seine ersten Schritte im österreichischen Fußball bereits als Spieler. Von 2004 bis 2006 absolvierte der ehemalige Mittelfeldspieler 52 Bundesligaspiele für die Admira (12 Tore, 11 Assists), danach sammelte er beim FC Kärnten erste Erfahrungen als Trainer, musste jedoch den Abstieg in die Regionalliga hinnehmen.

Video: Bjelica trifft per Elfmeter gegen Sturm (April 2006)

Durchmarsch mit dem WAC

Nach einer Zwischenstation beim FC Lustenau landete der neunfache kroatische Teamspieler wieder in Kärnten. Im Mai 2010 übernahm Bjelica den Wolfsberger AC (damals noch WAC – St. Andrä) in der Regionalliga Mitte und schaffte in gut zwei Jahren den Durchmarsch in die österreichische Bundesliga.

Video: Bjelica feiert den Aufstieg in die Bundesliga oberkörperfrei

Nach einer Saison in der Bundesliga mit dem WAC (Platz fünf) unterschrieb der Kroate im Sommer 2013 bei der Wiener Austria, die nach der Meistersaison einen Nachfolger für den nach Köln abgewanderten Peter Stöger suchte.

Mit der Wiener Austria in die Champions League

In Wien-Favoriten setzte er auf internationaler Ebene seinen persönlichen Erfolgslauf sowie den der Wiener Austria fort. Ein 2:0-Auswärtssieg über Dinamo Zagreb im Hinspiel der Play-off-Runde zur Champions League 2013/14 reichte der Austria, um sich trotz einer 2:3-Niederlage vor heimischen Publikum erstmals für die Gruppenphase der UEFA Champions League zu qualifizieren. In einer Gruppe mit dem späteren Finalisten Atletico Madrid, Zenit St. Petersburg und FC Porto schied die Bjelica-Mannschaft mit respektablen fünf Punkten als Letzter aus, auf das Achtelfinale fehlte letztlich jedoch nur ein Punkt.

Video: Austria zieht unter Bjelica in die CL-Gruppenphase ein

In der Liga lief es nach der Meistersaison jedoch nicht nach Wunsch. Bereits im Februar 2014 folgte auf Platz fünf liegend die Trennung.

Die emotionale Seite von Bjelica

Bjelica wurde in Österreich nicht nur durch seine Erfolge bekannt, sondern auch durch den ein oder anderen emotionalen Ausbruch abseits des Rasens.

Nach einer 0:1-Niederlage im Oktober 2013 daheim gegen Rapid, die erste Derbypleite gegen den Erzrivalen seit März 2011, war Bjelica stinksauer. Der Kroate kündigte in einer denkwürdigen Pressekonferenz „radikale Entscheidungen“ an.

Video: Die legendäre Bjelica-PK

Aber nicht nur Journalisten, sondern auch Trainerkollegen, wie in diesem Fall Dietmar Kühbauer im Sky-Doppelinterview, bekamen die impulsive Seite des Kroaten zu sehen.

Video: Bjelica vs. Kühbauer im Sky-Doppelinterview

Nach seiner Zeit in Österreich zog es Bjelica zu Spezia Calcio, Lech Posen, Dinamo Zagreb, NK Osijek und Trabzonspor, bevor er nun bei Union Berlin unterschrieb. Seine erfolgreichste Station erlebte Bjelica in Zagreb. Mit Dinamo holte er zweimal den Meistertitel und spielte 2019/20 erneut in der Champions League.

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